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Schwergewichtig

Drei Aktien stellen 47,4 Prozent des SMI – wie riskant ist das?

Die heftige Korrektur von Novartis hat das Klumpen­risiko im SMI Index vor Augen geführt. Dennoch schlägt sich der Leitindex überraschend gut.

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Novartis-Chef Vas Narasimhan musste gleich zwei missglückte Studienergebnisse verkünden.
Novartis-Chef Vas Narasimhan musste gleich zwei missglückte Studienergebnisse verkünden.EPA

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Klinische Rückschläge gehören in der Pharmaindustrie dazu. Wenn sie sich häufen, werfen die Investoren jedoch die Nerven weg. Nachdem Novartis gleich zwei enttäuschende Studienergebnisse präsentiert hatte, brach die Aktie zweistellig ein – für einen Blue Chip ist das extrem. Die schlechten Nachrichten aus Basel drückten den Schweizer Leitindex SMI tief in den roten Bereich. Wieder einmal wird die Frage nach den Klumpenrisiken und der Brauchbarkeit des SMI gestellt. Kein Wunder. Thomas Schineckers Roche, Vas Narasimhans Novartis und Philipp Navratils Nestlé haben am SMI einen Anteil von 47,4 Prozent. Es gibt institutionelle Investoren, die in derart konzentrierte Indizes nicht investieren dürfen.
Für sie wurde der SLI als Alternative konzipiert. Im Swiss Leader Index sind die vier grössten Titel auf je 9 Prozent limitiert, halb so viel wie das Maximalgewicht im SMI. Zwar hat der SLI den SMI von 2019 bis 2025 mit 96 Prozent um 8 Prozent übertrumpft. «Doch 2026 hat sich dieses Muster gedreht», sagt Christoph Sax, Anlagechef beim VZ VermögensZentrum. Seit Jahresbeginn liegt der SMI trotz der Novartis-Korrektur vor dem SLI und dem SPI. Dazu beigetragen haben die gute Entwicklung der globalen Pharmawerte, die Erholung von Nestlé von einem tiefen Bewertungsniveau sowie die starke Performance der UBS.

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Zudem steht der SMI mit seiner Konzentration nicht alleine da. Im dänischen OMX Copenhagen 25 Index kommen Pharmariese Novo Nordisk, Logistiker DSV, die Danske Bank und der Windkonzern Vestas auf fast identische 47,1 Prozent.
Im niederländischen AEX Index werden 42,3 Prozent der Marktkapitalisierung von Shell, Unilever und dem Halbleiterkonzern ASML gestellt. Taiwans Taiex wird sogar nur von einer Firma dominiert. Die Gewichtung von TSMC im Index beträgt 41,6 Prozent. Ähnlich technologielastig ist Südkoreas Kospi. 48,2 Prozent entfallen auf Samsung und SK Hynix. Technologie dominiert auch in den USA. Im S&P 500 Index haben die drei grössten Titel – das sind 0,6 Prozent aller Indexmitglieder – ein Gewicht von 21 Prozent. «So gesehen ist der S&P also viel konzentrierter als der SMI», sagt Thomas Heller, der CIO der Frankfurter Bankgesellschaft.
Der SMI ist eine konzentrierte defensive Wette, der S&P 500 eine konzentrierte Tech-Wette. «Beide Indizes sind nicht ideal, kombiniert aber vielleicht gar nicht so schlecht», so Reichmuth-&-Co-CIO Matthias Ramser.

Kein Vergleich zum Dow-Jones-Index

«Indizes wurden mit dem Ziel geschaffen, die Entwicklung eines Markts abzubilden, und nicht mit dem Ziel, ein geeignetes Anlageportfolio zur Verfügung zu stellen», stellt die Schwyzer Kantonalbank klar. Am offensichtlichsten sei dies beim Dow Jones Industrial Average. Im DJI werden die Aktien gemäss ihrem Kurs gewichtet. In einem gleich konstruierten Index in der Schweiz hätte die Namensaktie von Lindt & Sprüngli ein rund 1100-mal höheres Indexgewicht als Nestlé. Und dies unabhängig von der Tatsache, dass Nestlés Marktkapitalisierung rund zehnmal höher ist als diejenige von Lindt & Sprüngli.

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Christoph Sax schätzt, dass die 1300 Schweizer Pensionskassen rund 60 Milliarden Franken (von total 1220 Milliarden) in Roche, Novartis und Nestlé investiert haben. «Man könnte hier durchaus von einem Klumpenrisiko sprechen.» Doch man investiere international und breit diversifiziert. Der Einfluss der grosskapitalisierten Schweizer Titel auf das Gesamtportfolio wird dadurch abgeschwächt.

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