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«Indexeffekt» als Börsenmythos

Galderma und Sandoz sind neu im SMI

Galderma und Sandoz starten mit Gewinnen im Swiss Market Index. Doch gegenläufig zu einer alten These hat die Indexaufnahme den Aktien noch nicht geholfen.

Daniel Hügli

Auftritt des Hautpflegespezialisten Galderma auf der Firmen-Homepage.
Auftritt des Hautpflegespezialisten Galderma auf der Firmen-Homepage.zVg

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Die Aktien von Galderma und Kühne+Nagel verzeichnen einen erfolgreichen Start im Swiss Market Index. Die Titel legen am Montag 1,8 Prozent und 0,3 Prozent zu.
Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich eine althergebrachte These nicht bestätigt: Sie besagt, dass Aktien, die im Swiss Market Index berufen werden, automatisch zulegen, weil viele Fondsmanager die Titel für ihre Anlagevehikel dazukaufen müssen.
Das ist bei Galderma bislang eindeutig nicht geschehen. Seit der Bekanntgabe der SMI-Aufnahme am 8. Juli hat der Titel 9 Prozent verloren. Auch bei Sandoz ist der SMI-Effekt nicht eingetreten. Die Aktie hat sich seit dem 8. Juli per saldo nicht verändert.
Ebenfalls nicht gemäss der gängigen These haben sich die Aktien von Kühne+Nagel und Swisscom entwickelt, die den SMI verlassen mussten. Die Titel werden neu in den Mid-Cap-Aktienindex SMI Mid (SMIM) gehandelt, der die 30 grössten und liquidesten mittelgrossen Unternehmen abbildet, die nicht im Blue-Chip-Index SMI enthalten sind.
Die Aktien von Kühne+Nagel haben seit dem Entscheid der Börsenbetreiberin SIX 9 Prozent zugelegt, diejenigen von Swisscom 6 Prozent. Theoretisch hätten sie fallen müssen.
Noch gegensätzlicher ist die Entwicklung beim Chemiekonzern Clariant, dessen Ausschluss aus dem SMIM ebenfalls per 8. Juli angekündigt wurde und die an der Börse eigentlich hätte verlieren müssen. Der Titel hat seither aber 46 Prozent gewonnen.

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Die Entwicklung der Aktien ist ein weiterer Beweis dafür, dass der «Indexeffekt» zunehmend als Börsenmythos betrachtet werden muss. Dies wurde unter anderem in einer Studie von McKinsey im Mai 2024 festgehalten.
Die Studienautoren haben die Gesamtrendite für Aktionäre von Hunderten von Unternehmen analysiert, die im Laufe der Geschichte des S&P 500 in den Index aufgenommen oder daraus entfernt wurden. Das Resultat: Die Aufnahme in einen Aktienindex (oder der Ausschluss daraus) wirkt sich zwar tendenziell auf den Aktienkurs aus, doch dieser Effekt verflüchtigt sich innerhalb weniger Wochen. Investoren fokussierten sich zunehmend wieder auf die fundamentalen Geschäftsdaten. Sollten sich die Aktien von Galderma, Sandoz und Co. in den nächsten Woche doch noch gemäss der alten These verändern, so wäre dies nur von kurzer Dauer.
Gerade weil der Indexeffekt nur von kurzer Dauer sei, sollten Firmenführer ihn nicht gezielt anstreben, rät die McKinsey-Studie. Das Management sollte seine Strategie nicht auf Indizes ausrichten. So sollten Unternehmen beispielsweise nicht auf Spin-offs oder Desinvestitionen verzichten, nur weil sie durch die Verringerung ihrer Grösse möglicherweise nicht mehr in einem Index geführt werden.

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