Die Aktie der Zuger Kantonalbank hat Mitte März erstmals die Schwelle von 10’000 Franken überschritten. Damit stieg die Aktie in den Olymp der Schweizer Titel mit einer fünfstelligen Zahl oder mehr auf.
Am Schweizer Markt notieren nur zwei Titel höher: De Partizipationsschein (PS) und die Aktie von Lindt&Sprüngli. Sie haben den Sprung über die Marke von 10'000 beziehungsweise 100’000 Franken vor fast fünf Jahren vollzogen. Derzeit notiert der PS bei 11'200 Franken und die Aktie bei 114’200 Franken.
Die Aktie der Zuger KB hat in diesem Jahr - wie fast alle Titel von Kantonalbanken - wegen geopolitischer Streitigkeiten und der Verunsicherung der Investoren zugelegt. Die Eigentümer der Banken sind zur Mehrheit die Kantone, die Staatsgarantie gibt den Anlegern ein Gefühl der Sicherheit. Der Kursanstieg der Zuger KB ist indes nicht bloss in diesem Jahr augenfällig (plus 17 Prozent). Seit dem Corona-Tiefstand im März 2020 hat sich die Aktie im Wert fast verdoppelt.
Eine Aktie in vier- oder fünfstelliger Höhe - das ruft normalerweise nach einem Aktiensplit. Eine Aktien-«Teilet» macht die Titel für Investoren handelbarer und bietet Unternehmen mehr Flexibilität bei der Mitarbeiter-Incentivierung. Vor fünf Jahren teilte etwa Belimo die Aktie 1:20 bei einem Stand von rund 8000 Franken, letztes Jahr folgte der Pharmazulieferer Siegfried mit einem Split der eigenen Aktien.
Bei der Zuger KB ist ein Aktiensplit aber «momentan kein Thema», wie Tobias Fries, Leiter Kommunikation bei der Zuger KB, auf Anfrage mitteilt. Womöglich spielen gewisse Exklusivitätsgedanken eine Rolle. Eine «Rolls-Royce-Aktie» gibt am Markt ein gewisses Prestige.
So wie bei Lindt. Im Gespräch mit cash.ch schon vor zehn Jahren erteilte der damalige CEO und VR-Präsident Ernst Tanner einem Aktiensplit eine klare Absage. «Wir wollen die teuerste Aktie im Markt sein», so Marketing-Fuchs Tanner damals. Dies habe den grossen Vorteil, dass die Aktie in aller Munde sei. Über Aktien mit einem Wert von einigen hundert oder tausend Franken würde hingegen kaum gesprochen. «Wir sind ein Premiumprodukt-Unternehmen und wollen auch an der Börse einen Premium-Preis haben.» Damals stand die Aktie noch bei 68’000 Franken.
Hinter der Zuger Kantonalbank folgt am Schweizer Aktienmarkt eine Reihe von Titeln im mittleren und tiefen vierstelligen Zahlenbereich: Hypothekarbank Lenzburg (4160 Franken), Schweizerische Nationalbank (3300 Franken), Givaudan (2700 Franken) oder Graubündner Kantonalbank (2150 Franken).
(Redaktionelle Mitarbeit: Thomas Marti)