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Wein-Ausflüge

Von Weinschloss zu Weinschloss

Lust auf einen Ausflug zu Weinschlössern? Dafür braucht man nicht ins Bordelais zu reisen, denn in der Schweiz finden sich etliche spannende Wein-Châteaux. Zum Glück!

Eva Zwahlen

Eines von vielen Schweizer Weinschlössern, das nicht nur durch Schönheit und Geschichte, sondern auch durch seine Weine begeistert: das Schlossgut Bachtobel im Thurgau.
Eines von vielen Schweizer Weinschlössern, das nicht nur durch Schönheit und Geschichte, sondern auch durch seine Weine begeistert: das Schlossgut Bachtobel im Thurgau.zVg

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Ob ein Wein in einer Garage oder im geschichtsträchtigen Gewölbekeller eines Schlosses gekeltert wird, macht keinen Unterschied. Zumindest qualitativ nicht. Aber Wein ist ja immer ein Stück Kulturgeschichte, in Flaschen gefangene Erinnerung an Begegnungen und Erlebnisse. Und da haben Weine, die auf einem veritablen Schloss geboren wurden, einen klaren Vorteil.
Wer historisch und architektonisch interessante Schlösser und ihre Weine kennenlernen will, wird in der ganzen Schweiz fündig. Wenn auch nicht überall so viele Weinschlösser stehen wie im Kanton Waadt, wo es mehr als vierzig sind. Nachfolgend eine kleine Auswahl.

Aus napoleonischer Zeit: Schlossgut Bachtobel

Dem Charme des thurgauischen Schlossguts Bachtobel kann man sich kaum entziehen. Seit 1784 in Familienbesitz, schmiegt sich das unter Denkmalschutz stehende Gut mit dem herrschaftlichen Schlösschen, seiner klassizistischen Gartenanlage und diversen historischen Nebengebäuden harmonisch in die Landschaft. Auf den sechs biologisch bewirtschafteten Hektaren Reben gedeiht vor allem Pinot noir, der zu vier höchst delikaten und eleganten Crus gekeltert wird. Johannes Meier, in achter Generation an der Spitze des Betriebs, und seinem engagierten Team gelingt es, das Kleinod zu bewahren und trotzdem zeitgenössische, bemerkenswerte Weine zu produzieren.

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Johann-Baptista und sein Vater Gian-Battista von Tscharner im Schlosskeller von Reichenau.
Johann-Baptista und sein Vater Gian-Battista von Tscharner im Schlosskeller von Reichenau.zVg
Johann-Baptista und sein Vater Gian-Battista von Tscharner im Schlosskeller von Reichenau.
Johann-Baptista und sein Vater Gian-Battista von Tscharner im Schlosskeller von Reichenau.zVg

Wein, Musik und Spargeln: Schloss Reichenau

Das Bündner Schloss Reichenau liegt am Zusammenfluss von Hinter- und Vorderrhein. Als kulturell-historischen Ort, an dem Wein, Genuss und Lebensfreude aufeinandertreffen, bezeichnet die Familie von Tscharner ihr Zuhause. Sehr zu Recht! Das Schloss mit seinen prächtigen Parkanlagen bietet den perfekten Rahmen für festliche Anlässe, die kunstsinnigen Besitzer organisieren auch gerne Konzerte oder Ausstellungen. Vor allem aber sind Vater Gian-Battista und Sohn Johann-Baptista berühmt für ihre 18 Weine von zwanzig verschiedenen Reblagen, insgesamt sechs Hektaren, gekeltert aus einer Fülle verschiedener Sorten. Bemerkenswert sind nicht zuletzt die Blauburgunder und der Completer. Und im Frühling die Spargeln, die besten der Schweiz!
Das Château d’Auvernier – berühmt für seinen Œil-de-Perdrix – ist seit 15 Generationen im Besitz der Familie Grosjean.
Das Château d’Auvernier – berühmt für seinen Œil-de-Perdrix – ist seit 15 Generationen im Besitz der Familie Grosjean.zVg
Das Château d’Auvernier – berühmt für seinen Œil-de-Perdrix – ist seit 15 Generationen im Besitz der Familie Grosjean.
Das Château d’Auvernier – berühmt für seinen Œil-de-Perdrix – ist seit 15 Generationen im Besitz der Familie Grosjean.zVg

400-jährige Weingeschichte: Château d’Auvernier

Seit kurzem leitet Henry Grosjean in 15. Generation das Erbe seiner Familie weiter. Schon als kleiner Bub schien er mehr am imposanten Schloss im neuenburgischen Auvernier zu hängen als seine Geschwister, umarmte er es doch jedes Mal, wenn die Familie in die Ferien fuhr. Unterstützt von seinem Schwager und seinem Vater ist er verantwortlich für die grosse Produktion von insgesamt 60 Hektaren. In der ganzen Schweiz berühmt ist das Schloss für seinen unvergleichlichen Œil-de-Perdrix, aber auch für den Non-Filtré und grossartige, von ihrem Terroir geprägte Blauburgunder.

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Das Castello di Morcote thront über den Rebterrassen und dem Luganersee.
Das Castello di Morcote thront über den Rebterrassen und dem Luganersee.zVg
Das Castello di Morcote thront über den Rebterrassen und dem Luganersee.
Das Castello di Morcote thront über den Rebterrassen und dem Luganersee.zVg

Ein magischer Ort: Castello di Morcote

Das Castello di Morcote, eine Burg aus dem 15. Jahrhundert, ist das Herzstück des 150 Hektaren umfassenden Landguts auf der Landzunge Arbostora, die in den Luganersee hineinragt. Zum Gut gehören neben einer Alp, einem Restaurant und einem Gestüt sieben Hektaren terrassierte Rebberge, die biodynamisch bewirtschaftet werden. Elf weitere liegen im Mendrisiotto. Das Weingut gehört der Familie Gianini und wird seit 2009 von der Kunsthistorikerin Gaby Gianini geleitet. Einen besonders guten Ruf geniesst die kraftvolle, in Barriques gereifte Riserva, komponiert aus Merlot und wenig Cabernet franc.
Ein Muss für Schloss- und Weinfans: das Château de Chillon am Genfersee.
Ein Muss für Schloss- und Weinfans: das Château de Chillon am Genfersee.Shutterstock
Ein Muss für Schloss- und Weinfans: das Château de Chillon am Genfersee.
Ein Muss für Schloss- und Weinfans: das Château de Chillon am Genfersee.Shutterstock

Das Wasserschloss am Genfersee: Château de Chillon

Wer sich für Schlösser und Wein interessiert, kommt um einen Besuch auf Château de Chillon nicht herum. Das trutzige Schloss im Savoyer Stil liegt auf einem Felssporn direkt am Lac Léman. Das alte Gemäuer lockt mit Ausstellungen, prunkvollen Festsälen, beeindruckenden Türmen, Schiessscharten – und einem furchterregenden Verlies im Untergrund. Die Confrérie du Guillon feiert hier ihre traditionellen «Ressats», bacchantische Bankette mit viel Wortwitz und Musik. Den in der Nähe des Schlosses gewachsenen Wein kann man im Museumsshop erwerben. Als flüssiges Souvenir…

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