Besondere Weine

So schmeckt der Sommer

Rosé gehört inzwischen bei uns genauso zum Sommer wie Schattenplätze und lange Abende. Hier stellen wir besonders exklusive Weine vor.

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Domaines Ott Clos Mireille stan desjeux

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Der Sommer steht vor der Tür, das heisst, es ist höchste Zeit, die Rosé-Kategorie im hochwertigen Segment einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Schliesslich ist Rosé weltweit die dynamischste Weinfarbe der vergangenen Jahre. Während Rotwein Anteile verloren hat, konnten Rosé und Weisswein ihren Anteil am globalen Konsum ausbauen.
Wer nach Prestige-Rosés sucht, findet auch ausserhalb Europas interessante Weine. Im Hinblick auf das Preisniveau, die Dichte von ikonischen Cuvées und die Entschlossenheit, Rosé als grosses Produkt zu denken, kann jedoch kein anderer Kontinent mit den französischen Spitzenweinen mithalten. Das ist weniger Pathos als eine nüchterne Marktbeobachtung. Und sie fällt im Moment klar zugunsten Frankreichs aus.
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Clos du Temple 2021, Preis: ca. 220 FrankenzVg
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Clos du Temple 2021, Preis: ca. 220 FrankenzVg
Mit Clos du Temple 2021 hat Gérard Bertrand einen Rosé geschaffen, der sich eher wie ein grosser Wein aus dem Süden anfühlt als ein klassischer Begleiter für warme Nachmittage. Die biodynamische Cuvée aus Cabrières im Languedoc verbindet Grenache, Cinsault, Syrah, Mourvèdre und Viognier. Schon in der Machart wird klar: Es geht um Tiefe und Form. Im Glas zeigt sich der 2021er sehr hell und fein. In der Nase treffen weisser Pfirsich, Aprikose, Blüten und eine subtile Würze aufeinander. Am Gaumen wirkt der Wein ruhig, lang und präzise. Er hat Zug und eine elegante Form, die ihn deutlich näher an grosse weisse Speisenbegleiter rückt. Dieser Rosé harmoniert wunderbar mit Hummer, Steinbutt oder Kalb.

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Muse de Miraval Grande Cuvée, ca. 165 Franken, zVg
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Muse de Miraval Grande Cuvée, ca. 165 Franken, zVg
Muse de Miraval Grande Cuvée geht einen anderen Weg. Miraval hat Rosé längst in eine Welt geführt, in der Wein, Stil und Inszenierung ineinandergreifen. Muse spinnt diesen Gedanken weiter. Die Cuvée basiert auf Grenache und Rolle, wird teils in eiförmigen Betontanks, teils in Demi-Muids ausgebaut und tritt schon optisch wie ein Statement auf. Im Glas wirkt Muse ruhig und konzentriert. Dieser Wein sucht nicht die schnelle Frucht, sondern Textur, Form und einen Hauch Gravität. Gerade das macht ihn reizvoll. Er ist weniger ein Wein für den ersten Apéro, er passt vielmehr auf einen gedeckten Tisch. Zu Languste, edlem Fisch oder einer präzisen Küche mit mediterranem Einschlag findet er genau den richtigen Resonanzraum.
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Domaines Ott Étoile Rosé, ca. 135 Frankenles ateliers
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Domaines Ott Étoile Rosé, ca. 135 Frankenles ateliers
Domaines Ott Étoile Rosé steht für jene elegante Art von Grösse, die nichts beweisen muss. Domaines Ott gehört heute zur Roederer Collection, also zur Familie hinter Louis Roederer. Diese Verbindung ist mehr als eine hübsche Fussnote. Sie zeigt sich auch in der Konsequenz, mit der hier auf Stil, Präzision und gastronomische Spannung gesetzt wird. Étoile soll die Charaktere der drei Ott-Lagen zusammenführen: die Salinität von Clos Mireille, die Eleganz von Château de Selle und die Tiefe von Château Romassan. Im Glas zeigt sich eine blasse Pfirsichfarbe mit goldenen Reflexen. In der Nase verbinden sich Holunderblüte, Pfirsich und Zitrus mit feinen exotischen Nuancen. Am Gaumen wirkt der Wein salzig, klar und lang, mit einem fein-kreidigen Nachhall. Gerade deshalb ist er am Tisch so stark. Zu Krustentieren, weissem Fisch oder einer reduzierten Sommerküche spielt er seine Klasse aus.

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Château d’Esclans Garrus 2022, ca. 121 FrankenzVg
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Château d’Esclans Garrus 2022, ca. 121 FrankenzVg
Mit dem Château d’Esclans Garrus hat Sacha Lichine den Rosé endgültig in eine andere Liga geführt. Garrus wird aus Trauben von alten Grenache-Reben gekeltert – teilweise sind diese fast hundertjährig – und wird vollständig in französischen Demi-Muids vergoren und ausgebaut. Das Ergebnis ist ein Rosé, der nicht von Leichtigkeit allein lebt, sondern auch von Tiefe, Textur und Länge. Im Duft zeigt Garrus gelbe Frucht, Zitrus, Würze und fein eingebundenes Toasting. Am Gaumen wirkt er cremig, dicht und getragen, ohne an Frische zu verlieren. Das ist ein Rosé mit Substanz. Zu Jakobsmuscheln, Geflügel, Seezunge oder Gerichten mit Butter und Röstaromen findet er eine Selbstverständlichkeit, die man sonst eher von grossen Weissweinen kennt.
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Château Galoupet Cru Classé, ca. 44 Frankenpierre lucet-penato
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Château Galoupet Cru Classé, ca. 44 Frankenpierre lucet-penato
Château Galoupet Cru Classé zeigt wiederum, wie modern Provence heute gedacht werden kann. Das Gut verbindet Cru-Classé-Herkunft mit biologischer Bewirtschaftung und einer klaren Vorstellung davon, wie zeitgemässer Luxus aussehen kann. Im Glas wirkt Galoupet blass-lachsfarben, in der Nase mit Pfirsich, roten Beeren, Zitruszeste und einer leicht maritimen Frische. Gerade diese salzige Kontur macht ihn interessant. Er hat Charme, aber auch Richtung. Zu Fisch, Meeresfrüchten, Sommergemüse oder einer feinen Grillküche ist der Rosé ein perfekter Begleiter.

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Château Minuty 281, ca. 55 FrankenzVg
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Château Minuty 281, ca. 55 FrankenzVg
Château Minuty 281 arbeitet subtiler, fast luftiger. Die Prestige-Cuvée ist nach dem tiefen Blau des Mittelmeers benannt – 281 ist die offizielle Farbnummer (Pantone 281) eines kräftigen, intensiven Blaus, das auch die Flasche prägt. Dahinter steckt jedoch weit mehr als Ästhetik. Der Wein stammt aus einer Selektion besonders starker Parzellen in Meeresnähe und setzt auf Grenache und Syrah. Im Glas ist 281 hell, klar und fein. In der Nase zeigen sich Zitrus, weisse Frucht und Salzluft, am Gaumen dann jene jodierte Spannung, die grosse Provence-Rosés so attraktiv macht. Er lebt nicht von Kraft, sondern von Linie. Zu Austern, Sashimi, rohem Fisch (Tatar) oder gegrilltem Wolfsbarsch kann dieser Rosé seine volle Stärke zeigen.

Und dann noch eine kleine Überraschung

Bis hierhin könnte dieser Text an der Côte d’Azur enden. Sechs Stillrosés, sechs sehr französische Arten, den Sommer mit Anspruch ins Glas zu bringen. Aber wer auf die Bläschen im Glas nicht verzichten will, dem sei als kleine Überraschung ein Prestige-Rosé-Champagner ans Herz gelegt: Louis Roederer Cristal Rosé 2014 ist genau diese Überraschung. Nicht, weil er das Thema verlässt, sondern es auf besonders schöne Weise erweitert. Louis Roederer wurde 1776 gegründet, Cristal 1876 für den russischen Zarenhof kreiert. Dazu kommen 150 Jahre Cristal und 52 Jahre Cristal Rosé. Schon diese Zahlen zeigen, wie tief Geschichte und Gegenwart hier ineinandergreifen. Im Glas zeigt sich Cristal Rosé brillant und vollkommen fokussiert. Rote Beeren, wilder Pfirsich, Zitrus, Kreide und diese seidige Spannung machen ihn unverkennbar. Gerade am Ende einer Auswahl grosser Stillrosés wird sichtbar, wie weit Frankreich die Idee von Rosé tragen kann: vom warmen Süden über die sanften Silhouetten der Provence bis in die wunderbare Region Champagne.

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Louis Roederer Cristal Rosé 2014, ca. 670 Frankenles ateliers
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Louis Roederer Cristal Rosé 2014, ca. 670 Frankenles ateliers

Mehr als eine Sommerfarbe

Rosé ist die Farbe der letzten zehn Jahre, allein in der Champagne war das Wachstum bei 700 Prozent. Bei den grossen Weinanbietern ist Rosé jene Farbe, die das Geschäft am Leben hält und bei Marken teilweise zweistellige Zuwachszahlen pro Jahr aufweist. Viel Spass beim Nachverkosten – und vor allen Dingen: einen tollen Sommer!
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