Crashtest

Das erste Notebook mit ausrollbarem Display

Ein Laptop, das den Bildschirm ausrollt? Doch, wirklich! Der Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable ist der erste seiner Art. Was taugt er?

Marc Kowalsky

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Lenovos Innovation: Ein Knopfdruck, und der Bildschirm wächst auf 16,7 Zoll. kornel.ch für BILANZ

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Es ist sicher 20 Jahre her, als mich der Vertreter von Microsoft (also ausgerechnet einer Softwarefirma) darauf hinwies, dass ein zweiter Monitor am Arbeitsplatz einen Produktivitätsgewinn von 20 Prozent bedeutet. Seither ist für mich die Monogamie passé, in meinem Homeoffice belasten drei sehr grosse Monitore den Schreibtisch. Unterwegs ist die Sache schwieriger, seit ein paar Jahren habe ich noch einen kleinen tragbaren LED-Monitor in der Laptoptasche, den ich im Hotel oder wo auch immer anhänge.
Lenovo kommt jetzt mit einem ganz anderen Konzept daher, und es hat mich ehrlich gesagt im ersten Moment sprachlos gelassen (und ja, ich habe schon viele Technikideen gesehen, darunter auch sehr skurrile). Der Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable sieht auf den ersten Blick aus wie jedes andere Notebook auch. Erst ein Druck auf die Spezialtaste zeigt sein wahres Ich: Dann setzt sich mit einem leisen Surren der Monitor in Bewegung, rollt sich nach oben auf und vergrössert sich so um rund 50 Prozent von den üblichen 14 auf 16,7 Zoll. Ja, ist so, aber ich habs im ersten Moment auch nicht wirklich geglaubt. Der Wow-Effekt, wenn Sie das Spektakel in der Öffentlichkeit abziehen, ist jedenfalls gross.

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Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 35 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.
Ein Qualitätsunterschied zwischen dem normalen und dem ausgerollten Screenbereich ist dabei nicht erkennbar. Das so erstellte Hochformat von 2000 × 2350 ist praktisch für die Anzeige von Textseiten oder hohen Tabellen, aber logischerweise nicht drehbar. Das Gerät ist sauber verarbeitet, so wie man das von Lenovo kennt. Was mich aber bei aller technischen Bewunderung stört: Ein Touchscreen ist bei diesem Konzept nicht machbar. Und so fühlt sich der Umgang mit dem Lenovo so antiquiert an wie mit einem Laptop aus den Nullerjahren oder wie mit einem Macbook von heute. Und mit 1,7 Kilo ist das ThickBook, pardon, ThinkBook, ein rechter Brocken – mein (anderer) Lenovo-Laptop plus Zweitschirm sind zusammen leichter und bieten mehr zu sehen.
Die Prozessorleistung ist nothing to write home about, aber auch nicht schlecht – für Produktivitätsanwendungen (und dafür wurde dieser Laptop ja entwickelt) völlig ausreichend. Als Gamer-Gerät taugt der Lenovo auch mangels eigener Grafikkarte wenig – und weil viele Spiele das ungewohnte Format gar nicht unterstützen. Die beiden Lautsprecher sind okay, der Akku frisst sich mit ausgerolltem Screen logischerweise schneller leer als der eines normalen Notebooks und brachte mich ohne Aufladen nur mit Mühen durch den Arbeitstag. Mit nur zwei USB-C-Schnittstellen sind die Anschlussmöglichkeiten sehr überschaubar, da empfiehlt sich ein USB-Hub. Dafür wissen Tastatur und Touchpad zu gefallen.

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Fazit: Der Lenovo Rollable ist technisch faszinierend. Die meisten von uns sind jedoch mit einem normalen Notebook und einem tragbaren Zweitmonitor besser bedient, gerade zu dem Preis. Ich persönlich würde jedenfalls nicht tauschen.

Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable

Preis: ca. 3400 Fr.
Bewertung: ★★★
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★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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