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Lichtgestalt

Wer sein Wohnzimmer zum Heimkino machen will, sollte sich den LTV-2500 von AWOL anschauen.

Marc Kowalsky

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Der AWOL LTV-2500 verwandelt das Wohnzimmer für 1550 Franken in ein Heimkino mit 4K-Auflösung. kornel.ch für BILANZ

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Die kalifornische Firma AWOL ist ein gutes Beispiel dafür, was man mit Crowdfunding alles erreichen kann. 2020 von ein paar Kinoenthusiasten gegründet, setzte man von Anfang an auf Indiegogo-Kampagnen, um die Produktentwicklung zu finanzieren. Heute gilt die Firma als etabliert und geniesst mit ihrer kleinen, aber feinen Produktpalette einen guten Ruf in der Branche. AWOL steht für «Absent without leave» (unerlaubt abwesend) und soll ausdrücken, dass man sich vom klassischen TV-Erlebnis verabschiedet hat und voll auf Cineastik setzt.
Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 35 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.
Der LTV-2500 ist das AWOL-Einstiegsmodell bei den Ultrakurzdistanz-Projektoren. Seine drei Laser strahlen mit einer Helligkeit von 2000 Lumen, das ist okay, aber nicht grossartig – besonders nicht in lichtgefluteten Wohnzimmern wie meinem. Wer mehr will, kann zum grösseren Bruder LTV-3500 greifen mit 3500 Lumen. Bis zu 150 Zoll ist die Bildfläche gross, die Auflösung beträgt 4K, HD-Inhalte werden auf Wunsch hochskaliert. HDR 10+ und Dolby Vision pimpen die Bildqualität zusätzlich – so muss das sein! Autofokus ist selbstverständlich, aber leider erfolgt die Trapezkorrektur nur manuell. Da sind andere Anbieter weiter. Was mir gefällt: Das Bild ist scharf bis in den Randbereich, der Beamer eignet sich damit also auch für Präsentationen. Auch die Kontraste und Farben sind gut. Was mir weniger gefällt: das durchaus hörbare Betriebsgeräusch. Immerhin ist es konstant und gleichmässig, sodass man sich daran gewöhnt. Ärgerlich auch das miserabel übersetzte Benutzerinterface. Aber die Bedienung ist einfach und logisch.

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Im Gerät stecken zwei Lautsprecher mit je 36 Watt. Sie sind besser als so ziemlich jeder TV, aber natürlich gilt: Ein Heimkino ohne echtes Surround-System macht wenig Sinn. Immerhin kann man den LTV-2500 dort dann als Center-Speaker nutzen. Auch Dolby Atmos wird unterstützt. Für die Apps liefert AWOL einen Amazon-Fire-Stick mit, den man – clever – in einem Fach an der Rückseite des Gehäuses installieren kann. So hat man Zugriff auf alle Android-TV-Apps, also auch Zattoo etc. Mit dem Umweg über den Stick spart sich der Hersteller teure Lizenzkosten und ein aufwendiges Betriebssystem für sein Gerät, aber der Nutzer muss mit zwei Fernbedienungen jonglieren. Die sind übrigens beide nicht hintergrundbeleuchtet – unverständlich, weil das Kinoerlebnis ja im Dunkeln am besten ist.
Für Spiele bietet der LTV-2500 einen Turbomodus, 8ms schnell. Und wenn Sie zu den Nostalgikern gehören: Das Gerät kann tatsächlich noch 3D-Material abspielen, sehr gut sogar. Nach dem 3D-Boom dank «Avatar» in den frühen Zehnerjahren werden heutzutage allerdings kaum noch Filme in dem räumlichen Format produziert. Aber vielleicht finden Sie ja noch ein paar Klassiker in Ihrer Blu-ray-Sammlung.
Fazit: Er hat zwar kleine Schwächen, aber insgesamt ist der LTV-2500 ein empfehlenswerter Heimkinoprojektor der oberen Mittelklasse zu einem attraktiven Preis.

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AWOL Vision LTV-2500

Info: awolvision.de
Preis: 1550 Franken bei Digitec.ch
Bewertung: ★★★★
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★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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