Crashtest

Eine Smartwatch für Läufer

Jogger und Marathon-Aspiranten werden die Huawei Watch GT Runner 2 lieben. Andere vielleicht weniger.

Marc Kowalsky

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Die Huawei Watch GT Runner 2 punktet mit langer Akkulaufzeit und praktischen Sportfunktionen für Läufer. Doch sie hat auch Schwächen. PR

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Huawei ist, was Consumer Electronics angeht, hierzulande etwas in Vergessenheit geraten, seit Donald Trump die chinesische Firma 2019 mit Sanktionen belegt hat und sie sich deshalb bei Smartphones auf ihr Heimatland konzentriert. In anderen Segmenten ist sie jedoch noch aktiv, etwa bei Ohrhörern und Smartwatches.
Die Watch GT Runner 2 wendet sich, wie der Name schon sagt, an Läufer. Mit 43 Millimetern Durchmesser ist sie eher klein, für mein massives Handgelenk fast schon zu klein. Auch durch das Armband komme ich kaum durch. Es ist aus Nylon und saugt sich beim Sport mit Schweiss voll – gut, liefert Huawei auch noch ein Silikonarmband mit. Dank Titan-Gehäuse wiegt die Uhr nur 45 Gramm, am Handgelenk ist sie kaum zu spüren – so soll das sein beim Sport. Das OLED-Display ist fein auflösend und vor allem superhell und damit auch an der Sonne gut ablesbar. Da merkt man die Erfahrung der Firma mit Smartphone-Displays. Die Bedienung erfolgt sehr intuitiv über Touchscreen, eine dreh- und drückbare Krone sowie eine frei belegbare Taste. Eine Anleitung braucht man nicht, weshalb Huawei auch gar nicht erst eine mitliefert. Beeindruckend ist die Akkulaufzeit von neun Tagen – nimm das, Apple!
Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 35 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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Die Watch liefert viele Daten, die für Läufer interessant sind wie Laufleistung in Watt, Laktatschwelle oder Pulszonen, unterstützt daneben aber über hundert weitere Sportarten. Schaltzentrale ist eine gut gemachte App, die nicht nur Auskunft gibt über alle Gesundheits- und Sportdaten, sondern auch allerlei Onlinekurse und Trainingspläne bietet – etwa um sich auf einen Marathon vorzubereiten. Für viele braucht man jedoch Zusatzabos. Auch die meisten Zifferblätter sind kostenpflichtig. Das ist Geldmacherei an der Grenze zur Unverschämtheit, zumal die Uhr selber ja nicht im Billigsegment positioniert ist. Dass viele Kurse in Englisch sind, mag etwa für Kung Fu akzeptabel sein, aber macht bei Meditation wenig Sinn. Natürlich werden auch Schlafdaten analysiert, sogar ein EKG können Sie anfertigen lassen. Cool ist die Offline-Kartennavigation, Trails und Wanderwege fehlen aber.
Vieles ist leider noch unausgereift: Beim Starten der App bin ich häufig aus dem WLAN geflogen, die Daten werden dann Megabyte-weise über die Telefonverbindung geladen. Auch der Zifferblatt-Shop ist instabil. Die Messung des Sauerstoffgehalts im Blut hat bei mir nicht funktioniert. Telefonieren kann man zwar über die Uhr, aber nur sofern das Handy in Bluetooth-Reichweite liegt – nicht sehr sinnvoll also. Nach der erfolgreichen Firmwareaktualisierung schreit die Uhr weiterhin ständig nach dem Update. Was mich besonders genervt hat: Pushmeldungen vom iPhone wurden auf der Watch manchmal erst mit Stunden oder gar Tagen Verzögerung zugestellt. Das geht gar nicht.

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Fazit: Es gibt bessere Smartwatches, aber für ambitionierte Läufer, die eine leichte Sportuhr mit langer Akkulaufzeit suchen, ist die GT Runner 2 die richtige.

Huawei Watch GT Runner 2

Info: consumer.huawei.com/ch/
Preis: 349 Franken
Bewertung: ★★★
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★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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