Auf zwei schmalen Metallschienen gleitet der Sitz nach vorn. Der Bewegungsablauf folgt einem eisernen Takt: Arme strecken, Oberkörper nach vorn kippen, die Knie beugen. Keinesfalls hetzen. Während der schmale Bootsrumpf über das Wasser schiesst, spannt sich der Körper für den nächsten Impuls. Der Atem fliesst gleichmässig, die Aufmerksamkeit ist scharf. Dann das vertraute hölzerne Geräusch: klack. Das Ruder dreht sich in der Dolle, das Blatt stellt sich senkrecht und gleitet ins Wasser. Nun entlädt sich die Kraft in exakter Anatomie: Erst stossen die Beine gegen das Stemmbrett, der Rücken hebelt auf, die Arme ziehen nach. Bis auf den letzten Zentimeter soll der Schlag ausgeschöpft werden. Hände zügig runterdrücken, die Blätter flach führen. Das Boot läuft wieder frei.
«Miteinander!», schallt die Stimme übers Wasser. Hinter der Silhouette des Erlenbacher Kirchturms bricht das erste Sonnenlicht hervor und taucht den Zürichsee in flüssiges Gold. Sanfte Wellen brechen die Stille. Das Boot gleitet.