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Schampus mit einer Prise Kunst

Im Frühling lohnt sich ein Wochenende in der Champagne

Die Champagne begeistert mit weltberühmten Weinkellern, Kunst und Kultur – sowie einer kulinarischen Reise, die jeden Gaumen verwöhnt.

Peter Jauch

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Die Maison Pommery öffnete bereits 1878 ihre Keller für Besucherinnen und Besucher. PR

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Es herrscht Aufbruchstimmung in der Champagne. Auch die kürzlich verkündeten Verkaufszahlen 2025, die einen Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigen, können dies nicht trüben. Es ist zwar schwieriger geworden, Champagner zu verkaufen, keine Frage; das spüren auch kleine Winzer, die in den letzten Jahren ihre Produktionen immer ausverkauften. Trotzdem ist die Grundstimmung gut, in der Region wird seit einiger Zeit fleissig in die Hospitality investiert. Verschiedene Keller können schon seit längerem besucht werden. Als Erste überhaupt öffnete in Reims Madame Pommery 1878 ihre Keller für die Öffentlichkeit. Die grössere Inszenierung gab es von Champagne Mercier 1885 in Épernay, bei welcher die Besucher mit Kutschen in den Tunnel gefahren wurden.
In den 18 Kilo­meter langen Weinkellern der Maison Pommery wird heutzutage zeitgenössische Kunst ausgestellt.
In den 18 Kilometer langen Weinkellern der Maison Pommery wird heutzutage zeitgenössische Kunst ausgestellt.PR
In den 18 Kilo­meter langen Weinkellern der Maison Pommery wird heutzutage zeitgenössische Kunst ausgestellt.
In den 18 Kilometer langen Weinkellern der Maison Pommery wird heutzutage zeitgenössische Kunst ausgestellt.PR
Die Champagne ist immer eine Reise wert, und wer das erste Mal hinfährt, wird garantiert wiederkommen. Es empfiehlt sich, mit der Bahn anzureisen, ausser man möchte viel Champagner mit nach Hause nehmen. Aber kommen wir zum perfekten Wochenende in der Champagne. Die Anreise mit dem Zug ab Zürich ist einfach, komfortabel, und mit zweimal Umsteigen in Basel und Mulhouse vergeht die Zeit sehr schnell. Schnell fährt auch der TGV, zeitweise über 300 Kilometer in der Stunde.

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Anreise: Donnerstagnachmittag

Die Reise beginnt am Hauptbahnhof Zürich um 15.34 Uhr. Bereits um 19.31 Uhr ist man in Champagne-Ardenne. Ab da nimmt man ein Taxi oder einen Uber ins Hotel oder fährt mit dem TER fünf Minuten ins Zentrum von Reims. Von dort ist vieles gut fussläufig erreichbar. Es bleibt genügend Zeit, um sich im Hotel kurz frisch zu machen und anschliessend bei einem Dinner oder einfach in einer Weinbar in die Welt der Champagne einzutauchen. «The Glue Pot» ist für beide Vorhaben ideal: ein Klassiker mit Energie, ein Treffpunkt der Champagnerwelt mit einer riesigen Auswahl und perfekt geeignet, um ins Wochenende zu starten.

Freitag: Erste Führung im Keller

Nach einem wunderbaren Start ins lange Wochenende sollte heute mindestens eine Kellerführung auf dem Programm stehen. Die eindrücklichsten öffentlichen Keller sind jene bei Pommery, Ruinart und Taittinger. Bei Pommery werden noch heute immer wieder neue Werke verschiedenster Künstler im öffentlichen Bereich der Crayères (historische Kreidebrüche) mit insgesamt 18 Kilometern Länge ausgestellt. Diese sind eine Ehrung an das Vermächtnis von Madame Pommery. Es lohnt sich, nach jeder Tour noch das eine oder andere Glas des Hauses zu verkosten, denn so lernt man die Stilistik besser kennen, und – so viel sei gesagt –, es wird positive Überraschungen geben.

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In der Maison Ruinart verbindet sich Tradition mit der Moderne. PR
Zwischen den Crayères und der Stadt braucht man mittags keinen weiss gedeckten Tisch, sondern Energie. Da kommt ein Stopp im «Sacré Burger» gerade recht. Mit einer sehr gut kuratierten Champagnerkarte zum Burger entdeckt man neue Pairingvarianten. Der anschliessende Spaziergang zur Kathedrale ist eine willkommene Abwechslung. In der Kathedrale Notre-Dame de Reims wird klar, warum Reims nicht nur Ausgangspunkt, sondern Herzstück der Region ist. Man steht vor einer der wichtigsten gotischen Kathedralen Europas und gleichzeitig vor einem Ort, der Frankreich über Jahrhunderte geprägt hat: Hier wurden zahlreiche Könige gekrönt.
Nachmittags um 16 Uhr empfiehlt es sich, an einer Führung bei Lanson teilzunehmen. In dieser Führung enthalten ist auch die Begehung des direkt am Haus gelegenen, einen Hektar grossen Weinbergs Le Clos. Und auch hier schliesst ein Tasting den Besuch wunderbar ab; lohnend ist jenes mit Rosé-Champagner. Abends kann man in der Brasserie Le Jardin den ereignisreichen Tag perfekt ausklingen lassen.

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Samstag: Épernay

Nach einem gemütlichen Frühstück startet die Reise von Reims um 9.25 Uhr mit dem TER nach Épernay. Zu beachten: Eine direkte Verbindung (27 Minuten) gibt es nur alle zwei Stunden. So startet der Tag in Épernay kurz vor 10 Uhr und lässt bis zur Rückfahrt Kellerführungen und ganz viel Zeit für Verkostungen auf der Avenue de Champagne zu. Öffentliche Keller gibt es in Épernay neben Mercier bei Moët & Chandon, Boizel und Leclerc Briant. Bei Perrier-Jouët kann man auch gleich zum Lunch bleiben. Und dann durch die Avenue de Champagne schlendern und bei Häusern ein Glas trinken, von denen man noch nie etwas gehört hat. Abends nimmt man am besten den TER um 18.02 Uhr zurück nach Reims, so bleibt genügend Zeit, um in einem der feinen Restaurants das Wochenende ausklingen zu lassen. Und wer danach in den Weinbars weiter an seinen Verkostungsskills arbeiten möchte: Das Angebot ist gross genug.

Sonntag: Heimreise

Nach zwei Tagen zwischen den Crayères, den Bars und den Avenues bleibt vor allem eine neue Referenz dafür, wie die Champagne als Region schmeckt. Und mit Sicherheit wird man sich schon Gedanken darüber machen, wann man wiederkommt. Denn ein Wochenende in der Champagne hinterlässt selten nur einfach schöne Erinnerungen. Es hinterlässt auch ein Verlangen nach Wiederholung des Besuchs, dann aber bei Winzern. Wichtig ist, dass Restaurants und Kellerführungen im Voraus gebucht werden.

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Bars & Restaurants – Die Tipps von Peter Jauch

In Reims

Weinbars:

• Les Coudes sur la Table – lebendig, ideal zum Flaschenteilen• Atome – modern, küchenbetont, «Reims now»• Le Bocal – starker Kontrastpunkt, überraschend stimmig• Coq Rouge – entspanntes Bistro-Feeling zum Ausklingen

Restaurants:

• The Glue Pot – da, wo alles zusammenkommt• Sacré Burger – Burger und Champagner – perfekter Match• Au Cul de Poule – Bistro-Stil mit leckerer Küche• Brasserie Le Jardin – klassische Brasserieküche im Parkambiente• Les Crayères (**) – Reims’ grosse Bühne für die Haute Cuisine• Arbane (*) – eines der jüngsten Sternerestaurants in Reims

Hotels in Reims (3 Stile):

• Domaine Les Crayères – wenn das Hotel Teil des Erlebnisses sein soll: ikonisch, ruhig, sehr Champagne• La Caserne Chanzy Hôtel & Spa – urban-luxuriös, maximal zentral, ideal ohne Auto: plus Spa als Reset zwischen Keller und Dinner• Hotel Continental Reims – stilvoll und pragmatisch: sehr gute Base, zentrale Lage, perfekt, wenn Sie das Budget lieber in Weinhäuser, Bars und Restaurants investieren

In Épernay

Weinbars:

• Brut (Avenue de Champagne) – lässige Champagnerbar mit Fokus auf Bio/«alternative» Cuvées• La Boutique «Le 19» (Avenue de Champagne) – kuratierter Tasting-&-Shop-Spot mit vielen Cuvées• La Cave de l’Avenue (Avenue de Champagne) – gemütliche Bar à vin/Bar à champagne mit «planches»• La Cave à Champagne (Rue Gambetta) – Weinbar/Restaurant mit starkem Fokus auf die Winzer- Champagner• Le Vintage (Rue Saint-Thibault) – kleiner, urbaner Spot abseits der Avenue; gut für einen späten Drink
Dieser Artikel ist im Millionär, einem Magazin der Handelszeitung, erschienen (April 2026).

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