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Luxuskarosserie

Ikonen nach Mass und Träume in Serie

Alfa Romeo und Maserati gründen mit Bottegafuoriserie eine neue Auto-Edelschmiede in Italien.

Wilma Fasola

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«Su miusra», also echte Handarbeit nach Mass, steht im Fokus der neuen Initiative. zVg

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Fortschritt? Rückschritt? Oder reine Nostalgie? Mit der Gründung von Bottegafuoriserie Ende des Jahres 2025 beweisen Alfa Romeo und Maserati, dass echte Automobilkultur weit mehr ist als blosse Fortbewegung. In einer Ära, die zunehmend von E-Mobilität und kühlem technologischem Pragmatismus geprägt wird, setzen die beiden Traditionsmarken ein mutiges Statement für Leidenschaft. Bottegafuoriserie steht synonym für die Perfektion italienischer Massarbeit und für die Liebe zum Automobil. Und in diesem Fall für die Seele einer Maschine, die nicht durch Algorithmen, sondern durch pure Passion zum Leben erweckt wird.

Zu Hause im «Motor Valley»

Hinter der Initiative steht die Vision, das Wissen in den Bereichen Handwerk und Engineering aus Modena, Turin und Arese an einem Ort zu bündeln. Die Leitung des neuen Kompetenzzentrums mit Sitz im italienischen «Motor Valley» in der Emilia-Romagna obliegt Cristiano Fiorio – einem Mann mit Baujahr 1972, der eng mit dem Comeback von Alfa Romeo in der Formel 1 verknüpft ist. Heute ist er neben der neuen Aufgabe auch verantwortlich für das globale Marketing der Marke. «In Bottegafuoriserie treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinander – hier feiern wir unser Erbe und wagen es gleichzeitig, den Blick nach vorne zu richten», fasste er es ein wenig pathetisch zum Start der Initiative zusammen. Ziel sei, so sagt er, mit einem Team aus leidenschaftlichen Talenten Autos zu erschaffen, die technisch herausragend und emotional unvergesslich sind.

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Das Projekt selbst stützt sich auf vier zentrale Geschäftsbereiche, die das gesamte Spektrum automobiler Träume abdecken. Während sich «Bottega» auf die Fertigung exklusiver Kleinserien und Unikate wie den Alfa Romeo 33 Stradale oder den Maserati MCXtrema konzentriert, ermöglicht «Fuoriserie» als Individualisierungsprogramm die massgeschneiderte Veredelung von Serienmodellen nach Kundenwunsch. Parallel dazu widmet sich «La Storia» der akribischen Traditionspflege, Zertifizierung und Restaurierung klassischer Ikonen beider Marken. Den Kreis schliesst das Segment «Corse», das die Brücke zum Motorsport schlägt und gelebte Rennsport-Expertise direkt in Strassenfahrzeuge und exklusive Tracktools einfliessen lässt.

Aerodynamik auf neuem Niveau

Ein erstes Ergebnis von Bottegafuoriserie ist der auf zehn Exemplare limitierte und im Januar 2026 vorgestellte Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Luna Rossa. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Segelteam Luna Rossa entwickelt und ist geprägt von Leichtbau und einer schon fast radikalen Aerodynamik. Nicht zu übersehen ist der Doppelheckflügel aus Carbon. Sein Design ist von den Tragflügeln, den sogenannten Foils, der America’s-Cup-Jacht inspiriert. Während diese Flügel beim Boot für den nötigen Auftrieb sorgen, drehten die Ingenieure das Profil für den Giulia einfach um 180 Grad um – mit dem Effekt, dass er bei einem Tempo von 300 Stundenkilometern das 520 PS starke Fahrzeug auf den Asphalt drückt.

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Und auch ästhetisch setzt man komplett auf die Stärken der Jacht. Der graue Speziallack wurde von Hand so appliziert, dass er den metallischen Effekt von blankem Stahl imitiert und damit den Rumpf der Rennjachten «imitiert». Und final fiel bei der Präsentation ein Detail besonders auf: Erstmals in der jüngeren Markengeschichte wurde das ikonische Alfa-Logo modifiziert. An Front und Heck erstrahlt es auf einem tiefroten Hintergrund, eine Hommage an das unverwechselbare Design von Luna Rossa.
Doch wie immer im Leben muss sich der Einsatz auch auszahlen. Daher ist die Kooperation von Alfa Romeo und Maserati innerhalb von Bottegafuoriserie das Ergebnis einer gezielten strategischen Neuausrichtung der Marken. Beide sind Teil des Stellantis-Konzerns, der 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der PSA-Gruppe hervorging und heute zu den weltweit führenden Automobilherstellern zählt. Innerhalb dieses Netzwerks repräsentieren Alfa Romeo und Maserati den Kern der italienischen Automobiltradition. Sprich: Man ist eingebunden in einen multinationalen Grosskonzern. Bottegafuoriserie bildet nun einen geschützten Raum für die Besinnung auf die italienischen handwerklichen Wurzeln. Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo und COO von Maserati, beschreibt die Initiative aus diesem Grund auch ganz offen als strategischen Wendepunkt: «Dieses Debüt symbolisiert eine neue Ära für Alfa Romeo und Maserati. Es steht für unseren Glauben an die Kraft italienischer Kreativität, Ingenieurskunst und Handwerk.» Laut Ficili markiert das Projekt den ersten Meilenstein einer umfassenden Transformation, welche die Marktposition und die Zukunft beider Traditionsmarken langfristig sichern soll.

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