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Apéro-Kolumne Bier

Sprechen Sie Bier? 10 wichtige Begriffe für die nächste Bestellung

Von schwarzem Weissbier bis zu gestopftem Pale Ale: Mit diesem Bier-Wortschatz kommen sie besser durch den Apéro.

Michael Heim Handelszeitung

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Ober- oder untergärig? Wer das Bier-Vokabular beherrscht, bestellt an der Bar nie das falsche. Und punktet beim Small Talk. Tessy Ruppert

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Gelegentlich stehe ich am Zapfhahn einer kleinen Bar, in der alle möglichen Biersorten ausgeschenkt werden. Entsprechend überfordert ist da der eine oder die andere von den verschiedenen Stilen und Beschreibungen. Heute gibts daher ein kleines Cheatsheet für alle, die zwar den Bordeaux vom Burgunder unterscheiden können, nicht aber ein Pils von einem Pale Ale.

Pils

Nachdem in der Schweiz der Ausdruck Pils/Pilsner lange tschechischem Bier vorbehalten war, sieht man seit der Aufhebung der entsprechenden Regelung vor ein paar Jahren zunehmend Schweizer Pils im Angebot. Verglichen mit dem schweizerischen Lager oder Spezial ist das auf deutsche Art gebraute Schweizer Pils herber und etwas weniger lieblich.

Pale Ale

Der Oberbegriff für aromatisches Bier englischer Brauart. Wer bei Pale Ale an «bitter» denkt, meint aber India Pale Ale (IPA), das mit extra viel Hopfen gebraut wird. Das I in IPA steht übrigens für «India» und nicht für «Indian», weil das Bier einst nach Indien exportiert wurde. Stünde das I für «Indian», wäre das Bier von dort.

Weissbier

Achtung: Es gibt auch dunkles Weissbier. Denn «weiss» beschreibt nicht die Bierfarbe, sondern eine Zutat. Weissbier enthält immer Weizen, das «weisse» Getreide.

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Malz

Gekeimtes Getreide; in der Regel aus Gerste, oft auch aus Weizen oder Roggen. Die Stärke im Malz wird während des Brauens in Zucker umgewandelt, der während der Gärung zu Alkohol wird.

Stopfen

Gestopftes Bier ist nicht besonders schwer, sondern aromatisch. Denn beim Stopfen, Kalthopfen oder Dry Hopping wird der Hopfen erst nach dem Kochen beigefügt. Weil er nicht erhitzt wird, gelangen weniger Bitterstoffe, aber mehr Aromen ins Bier.

Hopfig

«Hopfig» muss nicht bitter sein. Es gibt milde hopfenaromatische Biere (etwa New England IPAs) und bittere Biere mit wenig Aroma (etwa norddeutsche Pilsner).

Stark

Diese Bezeichnung bedeutet auch beim Bier viel Alkohol und ist kein Mass der Bitterkeit. Das Gegenteil ist «leicht».

Stammwürze

Wird gerne auf deutschen Bieren angegeben und ist, grob gesagt, der Zuckeranteil vor der Gärung (entsprechend dem Öchslegrad beim Wein). Mehr Stammwürze bedeutet in der Regel mehr Alkohol und mehr Körper.

Ober- und untergärig

Beschreibt die zwei grossen Hefetypen, die beim Bierbrauen eingesetzt werden. Einfache Regel: Untergärige Biere (wie Pils, Lager) sind meist schlanker und trockener, obergärige (wie Weizenbier, Pale Ale) aromatischer und fruchtiger.

Lagerbier

In der Schweiz ist «Lager» der etwas billigere Halbbruder des «Spezial». Fast gleicher Geschmack, leicht weniger Alkohol. International ist meistens die ganze Familie der untergärigen Biere gemeint.

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Besser als jede Theorie funktioniert aber die Praxis: Wer bei uns in der Bar lieb fragt, darf Offenbier auch mal vorab probieren.
Hofbräu Schwarze Weisse
Hofbräu Schwarze WeissePD
Hofbräu Schwarze Weisse
Hofbräu Schwarze WeissePD

Typisch: Schrödingers Weizen

Dieses Bier ist schwarz und weiss zugleich – zumindest wenn es nach der Bezeichnung geht. Gewissermassen Schrödingers Katze in Bierform. Pechschwarz ist das Bier allerdings nicht, sondern eher dunkelbraun bis amberfarben. Verglichen mit einem hellen Weizen kommt die Malzaromatik stärker zur Geltung.
Schwarze Weisse, Hofbräu, München. Dunkles Weizenbier, 5,1% vol. Alk., 0,5 Liter für ca. 2.50 Franken.
In dieser Kolumne schreiben Handelszeitung-Redaktor Michael Heim, Handelszeitung-Redaktorin Olivia Ruffiner und Autorin Tina Fischer alternierend über Bier, Wein und Drinks. Heim ist an einer kleinen Vereinsbrauerei beteiligt.
Über die Autoren

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