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Louis Vuittons heisse Wette

Wie teuer darf ein Lippenstift sein?

Louis Vuitton schraubt die Kosmetik-Preise auf ein neues Level. Und tritt damit eine Kontroverse los.

Marcel Speiser, Ringier AG

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Doppelt so teuer wie die Lippenstifte von Hermès: La Beauté von Louis Vuitton. zvg
Der kürzlich verstorbene Leonard Lauder, der Gentleman, der aus der elterlichen Firma den Kosmetikgiganten Estée Lauder geformt hat, sah im Lippenstift eine Art Konjunkturindikator. Je höher der «Lipstick-Index», befand Lauder, desto schlechter die Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten. Denn Lauder deutete den erhöhten Absatz von Lippenstiften als Ersatzhandlung für den Kauf von wesentlich teureren Produkten wie Mode, Schmuck oder Uhren. Weil sich Frauen trotzdem etwas gönnen möchten, würden sie eben zu Erschwinglichem greifen – also Lippenstiften.
Die Stichhaltigkeit von Lauders Theorie wurde schon von diversen Seiten infrage gestellt; selbst seriöse Ökonomen haben sich mit dem «Lipstick-Index» befasst. Nun aber stellt ausgerechnet ein Neuling im Kosmetikbusiness alles, was Lauder einst hochgehalten hat, auf den Kopf.
Über die Autoren
Marcel Speiser, Ringier AG
Marcel Speiser
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der Luxusgüterbranche.

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