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An der Bar

Frühlingsgefühle und Sherry

Der Bamboo-Cocktail, von einem deutschen Barkeeper in Japan kreiert, ist ein Klassiker und Frühlingsgenuss ohne Schnickschnack ins Glas.

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Der Drink aus Fino Sherry und trockenem Vermouth besticht durch seinen klaren, nussigen Geschmack Peter Jauch für BILANZ

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Das Grand Hotel Yokohama lag dort, wo der Westen auf Japan traf: Hafenblick, weisse Tischdecken, Gäste von drei Kontinenten. Hier arbeitete Louis Eppinger. Der deutschstämmige Barkeeper war zuvor in den Saloons von San Francisco und Portland tätig, kam 1889 nach Japan und prägte dort die Bartending-Kultur. Das Grand Hotel, in dem Charlie Chaplin feierte und Generäle logierten, wurde 1923 durch das Grosse Kantō-Erdbeben vollständig zerstört. Was blieb, ist der Bamboo.
Peter Jauch ist Autor, Erlebnismanager, Genussmensch und Botschafter für Champagner und feine Getränke.
Die Zutaten des Drinks: Fino Sherry und trockener Vermouth, das ist alles. Kein Zuckergedöns, keine dominante Spirituose. Der Fino bringt Mandel, Hefe und eine feine Salzigkeit mit, der Vermouth – gerne ein französischer – gibt Struktur und Kräuter. Zusammen entsteht etwas Trockenes, Nussig-Aromatisches, überraschend Leises. Der Alkohol hält sich zurück, der Geschmack nicht.
Für den Frühling passt das gut. Nicht weil der Bamboo leicht wäre, sondern weil er Klarheit hat. Er lässt den Winter hinter sich, ohne Sommer zu spielen. Ein Drink, der nicht nach Effekten hascht. Schon 1889 nicht.

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Jerez Bamboo

4 cl Fino Sherry,
4 cl Vermouth,
1 Dash Orange Bitters,
Zitronen- oder Orangenzeste.
Auf viel Eis kalt rühren, in eine vorgekühlte Coupette abseihen, Zeste darüber ausdrücken.

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