Apéro-Kolumne

Sommerliche Ausflugstipps für Bierliebhaber

Beim Wandern ist der Weg das Ziel. Doch wenn am Ziel eine Brauerei steht, sind Ausflüge umso schöner.

Michael Heim Handelszeitung

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Für einmal gibt es hier keine Biertipps, sondern ein paar Vorschläge für einen schönen Ausflug, der am Ende mit frischem Bier belohnt wird. Tessy Ruppert

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Wo schmeckt Bier am besten? Direkt in der Brauerei. Doch nicht jede Brauerei ist gleichermassen auf Besucherinnen und Besucher ausgerichtet. Und nicht bei jeder lohnt sich die Anreise auch. Denn seien wir ehrlich: Manchmal sind Brauereien auch einfach Produktionshallen in einem Hinterhof.
Daher hier für einmal keine Biertipps, sondern ein paar Vorschläge für einen schönen Ausflug, der am Ende mit frischem Bier belohnt wird. Und weil das in dem Zusammenhang nicht ganz irrelevant ist: Sie finden jeweils auch mit dem öffentlichen Verkehr nach Hause.

1. Saignelégier (JU)

Der Jura ist einer jener Kantone, den viele – zu Unrecht – nicht so gut kennen. Dabei lässt sich in seinen sanften Hügeln wunderbar wandern oder Velo fahren. Wer es auf die Hochebene von Saignelégier geschafft hat, findet in der dortigen Gewerbezone die etwas verrückte Brasserie des Franches Montagnes (BFM), die nicht nur eine Bar hat, sondern auch einige der speziellsten Biere der Schweiz braut. Warum darunter etwa ein Klosterbier namens L’Abbaye de Saint Bon-Chien ist, obwohl weit und breit keine Kirche steht, verraten die Brauer sicher gerne.

2. Fischingen (TG)

Ein echtes Klosterbier wird im thurgauischen Fischingen gebraut. In einem Nebengebäude des prachtvollen Klosters befindet sich die Pilgrim-Brauerei von Martin Wartmann, der mit dem «Ittinger» schon mal so etwas wie ein Klosterbier kreiert hatte. Die Pilgrim-Biere werden teilweise in Holzfässern ausgebaut. Hier lohnt es sich, im Rucksack noch etwas Platz für Mitbringsel zu lassen.

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Kleine Brauerei, grosses Bier: Martin Wartmann in seiner Pilgrim-Brauerei in Fischingen TG
Kleine Brauerei, grosses Bier: Martin Wartmann in seiner Pilgrim-Brauerei in Fischingen.David Hubacher
Kleine Brauerei, grosses Bier: Martin Wartmann in seiner Pilgrim-Brauerei in Fischingen TG
Kleine Brauerei, grosses Bier: Martin Wartmann in seiner Pilgrim-Brauerei in Fischingen.David Hubacher

3. Puidoux (VD)

In Puidoux VD befindet sich die Brauerei Dr. Gab’s, die gerade von sich reden gemacht hat, weil sie die Mehrheit an der Zürcher Turbinenbräu übernommen hat. Die Brauerei selbst liegt in einem profanen Industriegebiet, doch der Besuch lässt sich mit einer Wanderung oder Velofahrt durch die Hänge des legendären Weinbaugebiets im Lavaux verbinden. Und nach dem durchaus steilen Aufstieg schmeckt das Bier gleich doppelt so gut.

4. Monstein (GR)

Noch anspruchsvoller, aber nicht minder spektakulär ist die Wanderung, die Monika Saxer vorschlägt. Sie hat ein ganzes Buch mit «Bierwanderungen» verfasst (siehe unten). Von Sertig GR bei Davos aus führt die rund fünfstündige Tour «Fanezfurgga» über zwei Alpen ins pittoreske Dorf Monstein, wo das «Monsteiner» entsteht. Wer die kleine Brauerei besichtigen will, sollte die Führung im Voraus buchen. Sonst gibts das Bier in der benachbarten Beiz.

5. Rheinfelden (AG)

Der letzte Tipp führt natürlich ins aargauische Rheinfelden. Denn die grösste Brauerei der Schweiz, Feldschlösschen, ist auch die schönste und hat ein gut gemachtes Besucherzentrum – und eine Gartenbeiz mit Blick auf die älteste Zähringerstadt der Schweiz. Rheinfelden mit seinem Strandbad am Rhein und den Thermalquellen ist per se einen Besuch wert. Und wer Lust auf etwas weniger Hektoliter hat, schaut in der hübschen Altstadt noch bei Nordsud vorbei, wo Richie Waldis hervorragendes Bier im Kleinformat braut.

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Das Schloss und sein Schlossherr: Feldschlösschen CEO Thomas Amstutz
Das Schloss und sein Schlossherr: Feldschlösschen-CEO Thomas Amstutz.Valeriano Di Domenico
Das Schloss und sein Schlossherr: Feldschlösschen CEO Thomas Amstutz
Das Schloss und sein Schlossherr: Feldschlösschen-CEO Thomas Amstutz.Valeriano Di Domenico

Bonustipps

Hier noch ein paar Zusatzempfehlungen für weitere sehenswerte Brauereien: Biersomellière Petra Elsenblast rät unter anderem zum Besuch des «wunderschönen Biergartens» von White Frontier in Martigny (VS) und zur «urgemütlichen» Brauschüür von Mein Emmental in Zollbrück (BE). In Bern würde sie das Alte Tramdepot mit seiner tollen Terrasse besuchen, in Bülach (ZH) den Biergarten von St. Laurentius.
Weitere Brauer und Bierinsider, die nicht namentlich genannt werden wollen, empfehlen: Einen Ausflug nach Appenzell zur Brauerei Locher. Nicht nur hat diese ein gut gemachtes Besucherzentrum, auch der restliche Ort ist eine Reise wert. Der Ausflug zur Brasserie La Mine in Bex (VD) lässt sich mit einem Besuch der dortigen Salzmine wunderbar verbinden. Wer im Berner Oberland unterwegs ist, kann einen Abstecher zu Rugenbräu in Matten bei Interlaken machen, und im aargauischen Villmergen lohne sich der Abstecher zu Erusbacher.

Untypisch: Ein Buch

Monika Saxer ist passionierte Wanderin und trinkt vermutlich auch gerne mal ein Bier. Mit «Bierwandern Schweiz» hat sie einen Führer mit zahlreichen Wanderungen publiziert, auf denen immer auch ein kühles Bier mit eingeplant ist. Ein paar zusätzliche Wanderrouten hat Saxer auf ihrer Website publiziert.
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Bierwandern Schweiz, Verlag Helvetiq, 2025. Taschenbuch, 248 Seiten. Preis: ca. 24 Franken. PD
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Bierwandern Schweiz, Verlag Helvetiq, 2025. Taschenbuch, 248 Seiten. Preis: ca. 24 Franken. PD
In dieser Kolumne schreiben HZ-Redaktor Michael Heim, HZ-Redaktorin Olivia Ruffiner und Autorin Tina Fischer alternierend über Bier, Wein und Drinks. Heim ist an einer kleinen Vereinsbrauerei beteiligt.
Über die Autoren

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