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Vermögensverwaltung

So viel bezahlen Vermögende ihrer Bank

Zwei Wealth hat erfasst, wie viel die Banken im Schnitt für ihre Mandate verlangen. Die Unterschiede sind riesig.

Michael Heim Handelszeitung

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Er schaut als Berater den Vermögensverwaltern auf die Finger: Patrick Müller, CEO von Zwei Wealth. Handout/Zwei Wealth

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Dass es im Retailsegment grosse Unterschiede bei den Bankgebühren gibt, ist bekannt. Nun zeigt eine Auswertung der Swiss-Life-Tochter Zwei Wealth, wie gross die Unterschiede in der Vermögensverwaltung mit grösseren Depots sind. Auch da klaffen die Kosten erheblich auseinander. Zwei Wealth hat als Berater Einblick in viele Depots bei den meisten grossen Banken und Vermögensverwaltungen.
Das Ergebnis: Bei vergleichbaren Konstellationen – im Beispiel ein Depot mit Direktanlagen wie Aktien oder Obligationen – zahlen Kunden bei den teuersten Anbietern dreimal so hohe totale Vermögensverwaltungskosten (TER) wie bei den günstigsten. In Zahlen: In der kleinsten von Zwei Wealth betreuten Kategorie mit weniger als 1 Million Franken Depotwert lagen die verrechneten Kosten zwischen 0,91 Prozent (günstigste 10 Prozent) und 2,75 Prozent (teuerste 10 Prozent). Der Median: 1,90 Prozent.

Wirklich günstiger wird es erst ab zwei- bis dreistelligen Kundenvermögen (siehe Grafik). Bei entsprechend grosser Spreizung: Im Topsegment ab 100 Millionen Franken Depotvolumen lagen die Kosten bei den teuersten Verwaltern und Banken mit 1,02 Prozent fast zehnmal so hoch wie bei den günstigsten mit 0,11 Prozent.

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Anders als früher sei vor allem bei grossen Depots kein Unterschied mehr festzustellen zwischen Aktien- und Obligationenportfolios, sagt Zwei-Wealth-Geschäftsführer Patrick Müller. Zwei Wealth warnt zudem vor Kosten, die oft vergessen gehen und die ebenso oft nicht sauber ausgewiesen würden: Devisenmargen bei Käufen in Fremdwährungen. Über längere Zeiträume können sie einen spürbaren Teil der Gesamtkosten ausmachen, so Müller.
Eine Botschaft haben die Zahlen von Zwei Wealth auch für normale Investoren: Wer sein Geld bei einem günstigen Robo-Anbieter anlegt, zahlt deutlich weniger für die Vermögensverwaltung als mancher Superreicher. Was das für die Rendite bedeutet, wäre indes eine andere Frage.
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