Was hat man ihm doch alles nachgesagt am Anfang: Vom intransparenten Oligarchen war die Rede, vom unberechenbaren Russen, vom Bären im Schafspelz. Schliesslich war die Liste jener, die ihn in seiner Heimat wegen betrügerischer Manipulation, Beamtenbestechung, Erpressung oder Geldwäscherei eingeklagt hatten, lang. Auch in der Schweiz hatte die Finanzmarktaufsicht Finma Strafanzeige eingereicht, das Finanzdepartement ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wegen der fragwürdigen Umstände, durch die der Milliardär zu seiner Beteiligung am Industriekonzern Sulzer gekommen war. Bestenfalls hielt man ihn für einen Hasardeur und Spekulanten, schlimmstenfalls für einen Plattmacher, der die halbe Schweiz aufkaufen wollte. Kein Zweifel, Viktor Vekselberg hatte ein gewaltiges Imageproblem, nachdem er 2004 erstmals hierzulande in Erscheinung getreten war.
Dieser Kampf war nicht der einzige Grund, warum Vekselberg 2013 mit seinen Schweizer Beteiligungen so viel Arbeit wie nie hatte. Bei OC Oerlikon musste er einen Ersatz finden für den abgetretenen CEO Michael Buscher, der mit Vekselbergs Schweizer Statthalter Tim Summers nicht zurechtkam. Bei Sulzer kam ein neuer VR-Präsident, gleichzeitig kann der erst letztes Jahr angetretene Chef Klaus Stahlmann die Wachstumsversprechungen nicht einhalten. Dafür will er die Beschichtungssparte Metco verkaufen. Möglicher Käufer: OC Oerlikon. Es wäre ein Deal ganz nach Vekselbergs Geschmack.