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Liom Health will schaffen, woran Apple und Samsung bislang scheitern: Biomarker wie Glukose am Handgelenk messen.

Marc Kowalsky

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Durchbruch: Leo Grรผnstein verbessert mit seiner Liom-Wearable Stoffwechsel und Gesundheit seiner Kunden. Christian Schnur fรผr BILANZ

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Die Geschรคftsidee?

Mit dem revolutionรคren Liom-Wearable sollen Konsumenten nichtinvasiv Zugang zu Biomarkern in Echtzeit erhalten, angefangen mit Glukose. Somit kรถnnen der Stoffwechsel und die Gesundheit ganz individuell besser verstanden und optimiert werden als mit einer herkรถmmlichen Smartwatch etwa von Apple oder Samsung.

Wie ist sie entstanden?

Fรผr Liom-Grรผnder Leo Grรผnstein ist Gesundheit das Wichtigste. Er stellte sich vor, wie wertvoll es wรคre, Wearables um Informationen zu Biomarkern wie Glukose zu erweitern. Jรผngste Entwicklungen in der Forschung deuteten auf eine Lรถsung hin.

Warum der Name?

Der ursprรผngliche Name war Spiden, kurz fรผr ยซspectral identificationยป. Bei einer Konsumentenumfrage in den USA kam aus, dass dieser an Spinnen und sogar Joe Biden erinnere. Stattdessen wurde Liom, kurz fรผr ยซlight omniscientยป, gewรคhlt.
Website: www.liom.com
Gegrรผndet: Dezember 2017
Grรผnder: Leo Grรผnstein (40), CEO und Chairman
Firmensitz: Pfรคffikon SZ
Anzahl Mitarbeiter: 80
Umsatzziel fรผr 2025: 0,5 Mio Fr.
Profitabel: ab 2030

Woher stammt das Startkapital?

Von Smart Money Angels und Evergreen Funds, die nicht an einen Fund Lifecycle gebunden sind. Zudem investierte Leo Grรผnstein selbst im Millionenbereich.

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Womit erzielen Sie die Umsรคtze?

2025 lancieren wir unsere Liom-App, um unsere Software zu testen und erste Umsรคtze zu generieren. Etwa 2027 werden wir durch den Verkauf unserer Wearables Umsรคtze generieren, wobei wir nach vier Jahren mehr als eine Milliarde Dollar erwarten.

Die Vision?

In Zukunft optimieren Konsumenten ihre Gesundheit durch personalisierten Lifestyle, Sport- und Ernรคhrungsplรคne auf Basis ihrer Liom-Biomarkerdaten. So kรถnnen Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen teils verhindert oder in frรผhen Stadien sogar rรผckgรคngig gemacht werden.

Was sagen Experten zu Liom Health?

Hier gehtโ€™s zur Meinung und hier zur Bewertung.

Die grosse Stรคrke?

Das internationale, interdisziplinรคre Team von รผber 80โ€‰โ€‰Mitarbeitern, darunter 50+ PhD-/Doktor-Wissenschaftler. Lioms Labor kombiniert weltweit einzigartig verschiedene Disziplinen, von Biomedical Engineering รผber die Herstellung eigener Mikrochips bis zu maschinellem Lernen und KI.

Die grรถsste Herausforderung?

Das wissenschaftlich komplexe Problem zu lรถsen, Glukose zu messen, nichtinvasiv und ohne eine Nadel kalibrieren zu mรผssen. Gleichzeitig muss die Technologieplattform auf ein Handgelenk-konformes Format miniaturisiert werden.

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Der bisher grรถsste Erfolg?

2024 hat Liom als weltweit erste Firma Glukose nichtinvasiv und komplett frei von Kalibrierung, nur mittels Spektroskopie und maschinellen Lernens, am Handgelenk gemessen.

Das รœberraschendste bisher?

Dass Liom es entgegen allen Erwartungen der grossen Tech-Companies wie Apple, Samsung und Google, die sich auch alle an dem Thema versucht hatten, sowie entgegen den Erwartungen von Medtech-Firmen wie Dexcom, Abbott und Roche tatsรคchlich geschafft hat, Glukose nichtinvasiv zu messen.

Der nรคchste Schritt?

Nachzuweisen, dass der Prototyp, getestet an รผber 100 Menschen, in allen Lebenslagen funktioniert und wie auch Lioms grรถssere Demo-Box verlรคsslich und mit solider Performance Glukose nichtinvasiv misst. Danach gehts in die Produktherstellung und den Verkauf.

โ–ถโ€‰โ€‰ยซRichtiger Moonshotยป

ยซDie Geschรคftsidee ist ehrgeizig: Die Miniaturisierung eines Massenspektrometers plus die Entwicklung eines eigenen Device und der Software haben schon viele versucht, keinem ist es gelungen. Es steht und fรคllt damit, wie gut der Sensor tatsรคchlich funktioniert. Als ehemaliger Ava-Aktionรคr weiss ich, wie schwer die Messung von Gesundheitsdaten am Handgelenk ist. Aber wenn es gelingt, wรคre das ein richtiger Moonshot und als Geschรคftsmodell krass skalierbar. Ich kenne Leo Grรผnstein schon seit einigen Jahren, er ist ein schlauer Kopf, ein guter Verkรคufer, und er hat exzellente Leute aus verschiedenen Forschungsrichtungen in Pfรคffikon zusammengebracht. Mir persรถnlich gefallen Teams besser als Einzelgrรผnder. Ich hoffe, dass Leo das Team einbezieht, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Er konnte richtig viel Geld einsammeln, was grossartig ist. Jetzt ist ein entscheidender Moment fรผr die Firma: Liom darf nur nicht ungeduldig werden, sondern soll in Ruhe weiter entwickeln, alle nรถtigen Zulassungen holen und erst dann in den Markt gehen. Fรผr einmal ist Speed weniger wichtig als die Qualitรคt des Produkts.ยป
Pascal Mathis, Investor Wingman Ventures
Pascal Mathis leitet Founderful. Fokus: Schweizer Start-ups.zVg
Pascal Mathis, Investor Wingman Ventures
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โ–ถโ€‰ยซSehr hohes Potenzialยป

ยซDer Markt fรผr Gesundheitsmessung birgt grosses Potenzial. Liom bietet die erste nichtinvasive Glukose-Messung, das ist eine klare USP, damit kann man sich bestens in diesem Markt positionieren. Die nรถtige Miniaturisierung hat man geschafft und durch zahlreiche Patente abgesichert. Dabei hat sich der Grรผnder Leo Grรผnstein eines der schwierigsten Themen รผberhaupt vorgenommen. Fรผr Liom hat er ein Weltklasse-Team zusammengestellt mit erfahrenen Experten und Spezialisten, medizinisch wie kommerziell. Allerdings gibt es auch nach acht Jahren noch keine breite Validierung fรผr die Technologie. Das zeigt, wie komplex das Ganze ist. Hinzu kommen regulatorische Risiken durch die verschiedenen Gesundheitsbehรถrden. Das Hauptrisiko freilich sind die Nutzer: Bisher werden Wearables zur Diabetes-Messung kaum akzeptiert, bei den Studien gibt es hohe Drop-out-Raten. Liom war bisher sehr kapitaleffizient unterwegs, wird aber bis zur Marktreife noch einiges an Kapital benรถtigen. Es gibt viele Player, die die Firma kaufen kรถnnten und wohl auch grosse Multiples zahlen wรผrden. Als Investor sehe ich fรผr Liom ein sehr hohes Potenzial, aber auch signifikante Risiken.ยป
Max Meister investiert in seinem neuen Start-up-Fonds nur noch in zehn Firmen statt in zwei bis drei Dutzend.
Max Meister ist General Partner von Koyo Capital in Baar ZG.zVg
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รœber die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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