Die Energiekonzerne bauen ihre IT- und Telekom-Kompetenz aus. Der neue Axpo-Präsident Thomas Sieber passt da perfekt. Das sind seine Mitstreiter und Gegner.
Philipp Albrecht
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Das sind die Mitstreiter und Gegner des neuen Axpo-Präsidenten Thomas Sieber:Als Glarner passt Thomas Sieber zur Axpo. Der Kanton ist nicht nur Aktionär des Stromkonzerns, sondern auch Standort des neuesten Axpo-Pumpspeicherkraftwerks Limmern.RMSDie Mitstreiter:Die Herkunft hat mitgeholfen, als sich Vorgänger Robert Lombardini für Sieber einsetzte. Man hört, die beiden hätten sich beim monatelangen Einarbeitungsprozess bestens verstanden.RMSSieber wird nun über die Geschäftstätigkeit von Axpo-CEO Andrew Walo wachen. Die beiden werden näher zusammenrücken. Im Herbst zieht Sieber vom Büro in Dietikon ZH, das er am 11. März von Lombardini übernommen hat, an den Hauptsitz nach Baden AG um.RMSIn seinem 40-Prozent-Pensum kommt er nun regelmässig mit den Vertretern der acht Eignerkantone zusammen – darunter auch mit der sehr aktiven Zürcher FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh...RMS...und dem Thurgauer SVP-Ständerat Roland Eberle.RMSIn regem Kontakt steht Sieber auch mit Adrian Bult, den er aus dem Verwaltungsrat der Softwarefirma Garaio kennt. Seit 2012 ist Bult VR-Präsident der Stromnetzbetreiberin Swissgrid, an der die Axpo massgeblich beteiligt ist.RMSZur UPC Cablecom und deren Chef Eric Tveter pflegte Sieber als damaliger CEO und späterer VRP von Orange eine besonders gute Beziehung, da man dem Kabelnetzbetreiber das Handy-Netz zur Verfügung stellte.RMSAuch den designierten Sunrise-CEO Olaf Swantee kennt er schon seit mehreren Jahren.RMSDie Gegner:In seinen sechs Jahren bei Orange/Salt, die Hälfte davon als CEO, die andere als VRP, agierte er stets unter strenger Beobachtung von Marc Furrer, Präsident der Konzessions- und Regulierungsbehörde ComCom. Bei der gescheiterten Fusion von Sunrise und Orange 2009 warf Furrer Sieber vor, dass er gegenüber Swisscom zu wenig Wettbewerbswillen gezeigt habe.RMSDie Axpo-Konkurrentin Alpiq wird seit einem Jahr von Ex-Swisscom-Chef Jens Alder präsidiert – wie Sieber ein ehemaliger ICT- und Telekom-Kenner. Schon heute kämpfen sie um die besten Grosskunden. Wenn voraussichtlich 2019 der Strommarkt auch für private Haushalte liberalisiert wird, verschärft sich der Kampf nochmals.RMSAuch Urs Gasche, Präsident von BKW, dem dritten Schweizer Stromriesen, will ein Stück des Kuchens. Derweil mühen sich die drei mit der Energiewende von Bundesrätin Doris Leuthard ab. Mit der sauberen und sparsamen Stromzukunft können sich Axpo, Alpiq und BKW nicht auf der ganzen Linie anfreunden. Bilder: KeystoneRMS
Ein neues Phänomen formt die Schweizer Strombranche. Informatiker und Telekom-Spezialisten übernehmen die Kontrolle. Vor einem Jahr wurde Ex-Swisscom-Chef Jens Alder VR-Präsident beim grössten Stromkonzern Alpiq. Adrian Bult, der bei Swisscom, Avaloq und IBM gross wurde, lenkt den Verwaltungsrat des Netzbetreibers Swissgrid. Und seit drei Wochen führt Thomas Sieber, früherer Chef und Präsident von Orange/Salt, das Kontrollgremium beim Stromriesen Axpo an.
Smart Grid hilft doppelt
Die Software-Welle im Energiebusiness kommt nicht von ungefähr. Die Stromversorgung wird immer stärker von intelligenten Netzen durchzogen. Das Smart Grid hilft gleich doppelt: Es reduziert den Stromverbrauch und hält gleichzeitig die Spannung im Netz. Bei Sieber kommt hinzu, dass er sich beim Internet der Dinge gut auskennt. Der 53-Jährige sitzt im VR des kanadischen Spezialisten Sierra Wireless und sieht «auf jeden Fall Synergien mit der Axpo».
Beherrscht wird die hiesige Energiewelt aber weiterhin von Staudämmen und Atomkraftwerken. Die letzten sechs Monate hat sich Sieber ins Thema eingelesen. Er wird sich stärker als sein Vorgänger Robert Lombardini mit der überlebenswichtigen Frage auseinandersetzen müssen: Wie kann die Axpo bei den historisch tiefen Strompreisen noch Geld verdienen?
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Sehen Sie in der Bildergalerie oben, wer die Mitstreiter und die Gegner des neuen Axpo-Präsidenten sind.