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Smart macht einen Neustart in der Schweiz

Der Autobauer stellt sich neu auf und emanzipiert sich auch im Aussenauftritt vom Mutterkonzern. Das neue Modell der Marke wirkt nicht mehr putzig, sondern selbstbewusst.

Dirk-Ruschmann

guthauser
DIE NEUEN: Der Schweizer Smart-CEO Remo Guthauser mit einem Konzeptmodell des Smart #1. Das fertige Serienmodell wird bald vorgestellt. PD

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Die Mercedes-Tochter Smart stellt sich neu auf. Bisher schlicht eine Marke, die von Mercedes Schweiz mitbetreut wurde, ist Smart hierzulande nun eine eigene rechtliche Entitรคt und hat mit dem jungen Remo Guthauser einen eigenen CEO, der den Neuanfang verkรถrpert; er startete vor einem guten halben Jahr.
Die breite Prรคsenz mit aktuell 39 Showrooms wird in einem neuen Konzept auf noch maximal 15โ€‰โ€‰โ€‰physische Auftritte reduziert, Smart wird ein Agenten-Modell etablieren, also die Preisgestaltung selbst in die Hand nehmen und nicht mehr den Hรคndlern รผberlassen.
Diese bekommen eine Verkaufsprovision und sollen an Dienstleistungen wie Aftersales, also Wartung und Reparaturen, verdienen: ยซJeder Betreiber eines neuen Showrooms bekommt ein festes Marktgebiet zugewiesen โ€“ in wessen Gebiet die Kunden wohnen, der erhรคlt die Zustรคndigkeit fรผr Services, auch wenn das Auto online gekauft worden istยป, sagt Guthauser.
Passend dazu bringt Smart nach langer Zeit wieder ein neues Auto auf den Markt, die bisherigen Modelle namens ยซFortwoยป und ยซForfourยป laufen aus.
Das neue ist wieder ein reiner Stromer, ein Elektro-SUV, das deutlich grรถsser sein wird als seine Vorgรคnger; es soll รคhnlich lang werden wie ein Mini Countryman, der 4,30 Meter misst. Erwartet wird eine Konfiguration fรผr den Fรผnftรผrer mit umgerechnet rund 250 PS Leistung und etwa 440 Kilometern Reichweite.

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Die Weltpremiere des neuen Serienmodells soll Anfang April stattfinden, ยซauf den Strassen dรผrfte man das Auto aber erst ab dem ersten Quartal 2023 zu sehen bekommenยป, sagt Guthauser.
Das Auto soll ยซpremiumยป sein, ยซaber mit einem knackig gรผnstigen Preisยป, verspricht er, es werde ยซdas erste bezahlbare Full Purpose BEVยป, also fรผr alle Alltagsaufgaben nutzbare E-Auto. Dennoch dรผrfte das Modell mehr kosten als die Vorgรคnger; der Fortwo, der noch im Angebot ist, startet bei 27โ€‰000 Franken.
Nicolas Hayek auf Probefahrt mit einem Smart City Coupe am Donnerstag, 1. Oktober 1998, im Smart-Center in Zuerich-Walisellen. Zur Markteinfuehrung des Smart werden die Smart Center am 2. Oktober offiziell eroeffnet. (KEYSTONE/Walter Bieri)
DER ERFINDER: Uhrenpatron Nicolas G. Hayek in einem Smart.Keystone
Nicolas Hayek auf Probefahrt mit einem Smart City Coupe am Donnerstag, 1. Oktober 1998, im Smart-Center in Zuerich-Walisellen. Zur Markteinfuehrung des Smart werden die Smart Center am 2. Oktober offiziell eroeffnet. (KEYSTONE/Walter Bieri)
DER ERFINDER: Uhrenpatron Nicolas G. Hayek in einem Smart.Keystone
Entwickelt und gebaut wird das Auto als Joint Venture von Mercedes und dem chinesischen Autokonzern Geely, zu dem auch die Marken Volvo und Polestar gehรถren; Geely hat viel Erfahrung mit Batterieantrieb.
Zu den Marktperspektiven des Neustarts will sich Guthauser noch nicht รคussern.
Falls im ersten vollen Verkaufsjahr 2023 die Halbleiter-Lieferkrise und Covid als Bremsklรถtze ausfallen und der Schweizer Automarkt wieder zum langjรคhrigen Durchschnitt von rund 300โ€‰000 verkauften Neuwagen zurรผckkehrt, zudem der Anteil an rein batterieangetriebenen Autos von rund 14 Prozent im Jahr 2021 auf die erwartete Marke von etwa 25 Prozent steigt, wรคren fรผr den neuen Smart, analog den frรผheren Smart-Marktanteilen im Segment Elektroautos, Verkรคufe von rund 1500 bis รผber 2000 Fahrzeugen durchaus mรถglich.

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Das wรคre ein Neustart nach Mass fรผr Smart in der Schweiz, wo die Idee fรผr das ultrakompakte ยซSwatch-Mobilยป einst von Uhrenpionier Nicolas G. Hayek entwickelt worden war: In den Jahren 2020 und 2021 verkaufte die Marke jeweils rund 400 Autos.
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