Der Autobauer stellt sich neu auf und emanzipiert sich auch im Aussenauftritt vom Mutterkonzern. Das neue Modell der Marke wirkt nicht mehr putzig, sondern selbstbewusst.
Die Mercedes-Tochter Smart stellt sich neu auf. Bisher schlicht eine Marke, die von Mercedes Schweiz mitbetreut wurde, ist Smart hierzulande nun eine eigene rechtliche EntitΓ€t und hat mit dem jungen Remo Guthauser einen eigenen CEO, der den Neuanfang verkΓΆrpert; er startete vor einem guten halben Jahr.
Die breite PrΓ€senz mit aktuell 39 Showrooms wird in einem neuen Konzept auf noch maximal 15βββphysische Auftritte reduziert, Smart wird ein Agenten-Modell etablieren, also die Preisgestaltung selbst in die Hand nehmen und nicht mehr den HΓ€ndlern ΓΌberlassen.
Diese bekommen eine Verkaufsprovision und sollen an Dienstleistungen wie Aftersales, also Wartung und Reparaturen, verdienen: Β«Jeder Betreiber eines neuen Showrooms bekommt ein festes Marktgebiet zugewiesen β in wessen Gebiet die Kunden wohnen, der erhΓ€lt die ZustΓ€ndigkeit fΓΌr Services, auch wenn das Auto online gekauft worden istΒ», sagt Guthauser.
Passend dazu bringt Smart nach langer Zeit wieder ein neues Auto auf den Markt, die bisherigen Modelle namens Β«FortwoΒ» und Β«ForfourΒ» laufen aus.
Das neue ist wieder ein reiner Stromer, ein Elektro-SUV, das deutlich grΓΆsser sein wird als seine VorgΓ€nger; es soll Γ€hnlich lang werden wie ein Mini Countryman, der 4,30 Meter misst. Erwartet wird eine Konfiguration fΓΌr den FΓΌnftΓΌrer mit umgerechnet rund 250 PS Leistung und etwa 440 Kilometern Reichweite.
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Die Weltpremiere des neuen Serienmodells soll Anfang April stattfinden, Β«auf den Strassen dΓΌrfte man das Auto aber erst ab dem ersten Quartal 2023 zu sehen bekommenΒ», sagt Guthauser.
Das Auto soll Β«premiumΒ» sein, Β«aber mit einem knackig gΓΌnstigen PreisΒ», verspricht er, es werde Β«das erste bezahlbare Full Purpose BEVΒ», also fΓΌr alle Alltagsaufgaben nutzbare E-Auto. Dennoch dΓΌrfte das Modell mehr kosten als die VorgΓ€nger; der Fortwo, der noch im Angebot ist, startet bei 27β000 Franken.
Keystone
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Entwickelt und gebaut wird das Auto als Joint Venture von Mercedes und dem chinesischen Autokonzern Geely, zu dem auch die Marken Volvo und Polestar gehΓΆren; Geely hat viel Erfahrung mit Batterieantrieb.
Zu den Marktperspektiven des Neustarts will sich Guthauser noch nicht Γ€ussern.
Falls im ersten vollen Verkaufsjahr 2023 die Halbleiter-Lieferkrise und Covid als BremsklΓΆtze ausfallen und der Schweizer Automarkt wieder zum langjΓ€hrigen Durchschnitt von rund 300β000 verkauften Neuwagen zurΓΌckkehrt, zudem der Anteil an rein batterieangetriebenen Autos von rund 14 Prozent im Jahr 2021 auf die erwartete Marke von etwa 25 Prozent steigt, wΓ€ren fΓΌr den neuen Smart, analog den frΓΌheren Smart-Marktanteilen im Segment Elektroautos, VerkΓ€ufe von rund 1500 bis ΓΌber 2000 Fahrzeugen durchaus mΓΆglich.
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Das wΓ€re ein Neustart nach Mass fΓΌr Smart in der Schweiz, wo die Idee fΓΌr das ultrakompakte Β«Swatch-MobilΒ» einst von Uhrenpionier Nicolas G. Hayek entwickelt worden war: In den Jahren 2020 und 2021 verkaufte die Marke jeweils rund 400 Autos.