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Roberto Cirillo

Der Post-Chef steht mit ehrgeizigen Wachstumsplänen vor ­gewaltigen Hürden

Der Bund macht die elektronische ID selber, und im Patientendossier harzt es – und intern bei der Post knirscht es im Gebälk.

Dirk-Ruschmann

Roberto Cirillo
Roberto Cirillo ist bereits seit fast fünf Jahren Chef der Post. Ihm muss der grosse Umbau gelingen. Kostas Maros für BILANZ
Bei manchen Geschichten hilft es, die Vorgeschichte zu kennen. Diese hier ist so eine. Denn dass ein Artikel der Rubrik «Mann des Monats» sich in Text und Interview teilt, ist eine unbeliebte Komplikation. Doch Roberto Cirillo will sich nur in Form eines Interviews äussern – diese werden im deutschsprachigen Raum traditionell zum Gegenlesen vorgelegt, weil es sich um wörtliche Zitate handelt. Die Vorabklärungen gestalten sich aufwendig. Zwar hatte man im Vorfeld gehört, Cirillo schätze es, wenn ihm Pressesprecher das Gefühl vermittelten, sie hätten Journalisten «im Griff». Später erfahren wir allerdings, er bestehe grundsätzlich auf Wortlaut-Interviews und vermeide klassische Hintergrundgespräche.
Am Vorabend des Termins kommt eine Rückfrage der Medienstelle zu den (wie üblich) vorab eingereichten Themen: Was gemeint sei mit dem Punkt, dass im Geschäftsbereich Kommunikations-Services, der digitalen Speerspitze des Konzerns, mehrere Personalabgänge Aufsehen erregt hätten. Es folgt ein klärendes Telefonat, auch intern wurde wohl kommuniziert: Bereichschefin Nicole Burth checkt am selben Abend das LinkedIn-Profil des BILANZ-Journalisten.
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