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McLaren 650S Spider: Der Held der Bauarbeiter

Kein Deutscher, kein Italiener – kein Problem: Der Brite kann es genauso gut. Der McLaren 650S Spider verschafft sogar neue Freunde.

Dirk-Ruschmann

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McLaren 650S Spider: Hier passt fΓΌr einmal das Wort Β«StrassenlageΒ».Β Β PR RMS

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Manchmal macht der Journalistenberuf richtig Freude: Man darf gelegentlich ein Auto steuern, das ansonsten auf legalem Weg finanziell unerreichbar wΓ€re. Und der McLaren ist selbst in dieser Kategorie ein Spitzenvertreter: einer jener Supersportwagen, fΓΌr deren Kaufpreis man sich auch eine frisch renovierte Berner Eigentumswohnung zulegen kann.
DafΓΌr ist der Brite eingerichtet mit Karbon und Alcantara, zudem versehen mit einem kleinen Heckfenster, das sich per Knopfdruck absenken lΓ€sst – sodass der Achtzylinder anstΓ€ndig in den Innenraum ausatmen kann. Die Fahrsicherheitselektronik ESP spricht, verglichen mit dem VorgΓ€nger 12C, etwas sanfter an. Der 650S bleibt sicher, reagiert im Grenzbereich aber etwas berechenbarer – und spassbereiter.

Β«StrassenlageΒ»

Nicht, dass wir ihn auf einer Rennstrecke testen konnten. Aber die bodennahe Sitzposition (hier passt fΓΌr einmal das Wort Β«StrassenlageΒ»), das problemlose Fahrverhalten, das Blubbern und Sprotzen aus dem Maschinenraum und die SouverΓ€nitΓ€t, mit der das Lenkrad selbst millimeterknappe Korrektureingaben umsetzt, kΓΆnnen sΓΌchtig machen. Die erbarmungslos brutale Beschleunigung erst recht. Bei all dem gibt sich der McLaren erstaunlich alltagstauglich. Kein Zicken im Stop-and-go oder beim Anfahren am Berg, der Kofferraum unter der Frontklappe schluckt sogar mehr als einen Koffer. Und der Innenraum prΓ€sentiert sich tadellos verarbeitet.

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Andererseits muss man sich klarmachen: Der McLaren ist ein Sportwagen, gebaut von einer Sportwagenschmiede. Das klingt banaler, als es ist. Denn so einfach das Navi zu bedienen ist und so zuverlΓ€ssig die ScherentΓΌren arbeiten – bei McLaren regiert der Leichtbau. Dank Kohlefaser-Chassis und trotz Cabrio-Klappdach wiegt das Auto leer nur 1,4 Tonnen.

Feingliedriger Sportler

Es ist keine italienische Granate und schon gar kein strammer deutscher SpΓ€hpanzer, sondern ein feingliedriger Sportler. Wer gern schnell fΓ€hrt, aber die einwirkenden KrΓ€fte fΓΌrchtet, setzt sich besser in eine hochmotorisierte Limousine aus dem sΓΌddeutschen Raum. Dann entgeht einem aber der Wow-Effekt des Briten.
Er ist ein Werk von Technikern, gebaut fΓΌr Fahrer – nicht fΓΌr Posierer. Neid erzeugt er keinen. Bauarbeiter recken im Vorbeifahren den Daumen. Wo er steht, bilden sich Trauben mΓ€nnlicher Bewunderer. Ich war der Held der Rauchergruppe vor dem BΓΌro. Bisher kannte ich keinen von denen. Der Kaufpreis limitiert leider solche Erfahrungen; 2014 hat McLaren in der Schweiz 40 Autos verkauft. Das VergnΓΌgen ist also immerhin exklusiv.
McLaren 650S Spider
Antrieb: 3,8-Liter-V8-Doppelturbo
Leistung: 650 PS
HΓΆchstgeschwindigkeit: 329 km/h
Beschleunigung 0–100 km/h: 3,0 s
Verbrauch: 11,7 Liter Super Plus
Preis: ab 309'900 Franken





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