Abo

Margarita Louis-Dreyfus tilgt ihre Schulden bei der Credit Suisse

Die Besitzerin des Agrarhandelskonzern hat Anteile nach Abu Dhabi verkauft. Mit dem Geld begleicht sie ihre Milliardenschuld bei der CS.

Erik-Nolmans.jpg

Margarita Louis-Dreyfus
Frisches Geld: Mit dem Abu-Dhabi-Deal hat Margarita Louis-Dreyfus alte Abhรคngigkeiten durch neue ersetzt. Tolga Akmen / FT Commission

Werbung

Es hat fast etwas Tragisches โ€“ sie ist Milliardรคrin und braucht doch dringend Geld. Denn fรผr die Sicherung der Macht im Konzern hat sie sich รผber beide Ohren verschuldet. Ein Jahrzehnt hat Margarita Louis-Dreyfus um das alleinige Sagen im Unternehmen gekรคmpft und dafรผr Familienmitglieder ihres 2009 verstorbenen Gatten Robert Louis-Dreyfus ausbezahlt. Zuletzt konnte sie ihren Anteil auf 96โ€‰โ€‰Prozent erhรถhen. Kostenpunkt des ganzen Manรถvers: 900 Millionen Dollar.
Geld, das sie nicht hatte, denn ihr Reichtum ist vor allem in der Firma gebunden. Und so griff ihre Hausbank Credit Suisse ihr mit einem Darlehen von 1,03 Milliarden Dollar unter die Arme. Allerdings zum Preis einer gefรคhrlichen Abhรคngigkeit, denn als Sicherheit musste sie ihr Mehrheitspaket unterlegen.

Firmenanteile nach Abu Dhabi verkauft

Nun fliesst frisches Geld in ihre Kassen: Am 11.โ€‰โ€‰November gab die Louis Dreyfus Company (LDC) bekannt, dass ADQ, ein Staatsfonds aus Abu Dhabi, eine Beteiligung von 45โ€‰โ€‰Prozent erworben hat. Damit รถffnet die Familie erstmals in der 169-jรคhrigen Geschichte das Unternehmen fรผr einen Aktionรคr von aussen. Wie viel Geld geflossen ist, ist nicht bekannt. Im Juni, nach der Auszahlung der Dividenden, betrug der Buchwert des Unternehmens 4,5 Milliarden Dollar.

Partner-Inhalte

ยซMargarita Louis-Dreyfus schickt ihre Freiheit in die Wรผsteยป

  • Zehn Jahre hat Margarita Louis-Dreyfus gebraucht, um sich die Macht im Familienkonzern zu sichern. Nun begibt sie sich in neue Abhรคngigkeiten. Ein Kommentar.
  • 300 Reichste: Das Reichsten-Portrait der Familie Louis-Dreyfus lesen Sie hier.
Nun lรถst sie den Kredit bei der CS ab, wie Margarita Louis-Dreyfus gegenรผber BILANZ bestรคtigt: ยซIhre Frage kann ich bejahen. Ein Teil von dieser Transaktion ist fรผr die Schuldbegleichung geplant.ยป
Doch das Geld soll auch ins Unternehmen selber fliessen: Rund 800 Millionen Dollar aus der Transaktion werden in LDC investiert, gaben die Unternehmen nach dem Abschluss des Deals bekannt. Damit sollen strategische Investments unterstรผtzt und die Firma gestรคrkt werden. Dies ist nรถtig, denn Margarita Louis-Dreyfus hat den Konzern durch den Abfluss รผppiger Dividenden finanziell geschwรคcht. Seit Jahren gรถnnt sie sich hohe Zahlungen โ€“ dieses Jahr waren es erneut 302 Millionen Dollar.
Dennoch ist der Plan, sich mit diesen Geldern die Schuldenlast nach und nach von den Schultern zu schaffen, offenbar nicht aufgegangen โ€“ und der Verkauf von 45 Prozent an den Wรผstenstaat nun der Ausweg. Auch wenn sie in ihrem verschachtelten Firmenimperium die Mehrheit behรคlt, hat sie damit doch neue Abhรคngigkeiten geschaffen: Am Grossaktionรคr aus Abu Dhabi kommt sie zukรผnftig nicht vorbei.

Enge Beziehung zur Credit Suisse

Beraten wurde sie beim Deal von der Credit Suisse, bei ADQ war Rothschild die beratende Bank. Damit manifestiert sich ihre unverรคndert enge Beziehung zur Schweizer Grossbank, die schon seit Jahren spielt. Denn die CS betreute bereits die grosse Transaktion von 2014, als sie den Schwestern ihres verstorbenen Gatten eine erste Tranche abkaufte und ihren Anteil von 60 auf 80 Prozent erhรถhte.

Dass sie sich derart in die Hรคnde der Bank begibt, zeugt von grossem Vertrauen. Eine der Schlรผsselfiguren dieser Beziehung arbeitet inzwischen in ihren Diensten: Patrick Treuer, ehemals im Schweizer Investmentbanking der CS unter Marco Illy. Treuer betreute die Geschรคftsbeziehungen zu ihr, und dies offenbar so gut, dass sie ihn abwarb: 2015 wechselte Treuer zu LDC.

Werbung

Inzwischen zum Finanzchef befรถrdert, ist der Ex-CS-Mann bis heute ein wichtiger Vertrauter. In dieser Funktion war er auch die Drehscheibe beim Verkauf nach Abu Dhabi โ€“ in enger Zusammenarbeit mit den Investmentbankern seines ehemaligen Arbeitgebers.

รœber die Autoren

Werbung