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Kowalskys Crashtest: VW zum Mercedes-Preis

Vom Namen und vom Preis her verspricht das Sony Xperia X Performance Spitzenleistungen. Dummerweise liefert es sie nicht.

Marc Kowalsky

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Sony Xperia X Performance: Das neue Flaggschiff des Hauses. PR RMS

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Sony-Chef Kazuo Hirai glaubt nicht an die Zukunft des Smartphones: Β«Wir sehen keine wesentlichen InnovationssprΓΌnge mehrΒ», sagte er im FrΓΌhling in einem Interview. Β«Wir ΓΌberlegen bei Sony stΓ€ndig, was nach dem Smartphone kommt.Β» Derzeit habe aber noch niemand die Antwort darauf.
Also lanciert der japanische Konzern weiterhin in hoher Kadenz Smartphones in der Sorge um seinen winzigen Marktanteil (in den einschlΓ€gigen Statistiken wird Sony nur noch unter Β«Andere HerstellerΒ» subsumiert). Das Xperia X Performance ist das neue Flaggschiff des Hauses. Das GerΓ€t gibt es in vier Farben, meine Version kam in einem besonders hΓ€sslichen RosΓ©gold daher. Das Design ist kein grosser Wurf, aber trotz Γ–ffnungen fΓΌr KopfhΓΆrer und USB-Kabel ist das GehΓ€use spritzwasserdicht.
Der Fingerabdruck-Sensor liegt ungewohnt auf dem Power-Button, funktioniert aber recht zuverlΓ€ssig. Den Akku kΓΆnnen Sie nicht austauschen; er bringt Sie durch den Tag, aber nicht viel weiter. Immerhin lΓ€dt er sehr schnell. Leider beherrscht der FΓΌnf-Zoll-Screen kein 4K, sondern nur Full-HD-AuflΓΆsung. Man kann es verschmerzen, auch wenn die Konkurrenz von HTC bis Samsung inzwischen weiter ist. VR-Anwendungen sind mit dem Sony aber unrealistisch.

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Beeindruckende technische Daten

Rechenleistung hat das GerΓ€t genug. Ins Zentrum ihrer MarketingbemΓΌhungen stellt Sony die beiden Kameras. In der Tat sind die technischen Daten beeindruckend: 13 Megapixel vorne und 23 hinten, eine lichtstarke Blende (f/2.0) und mit 0,1 Sekunden AuslΓΆseverzΓΆgerung ein rasanter Autofokus. Die Bilder sind auch sehr ansprechend – bei guten LichtverhΓ€ltnissen. Bei DΓ€mmerung aber hat der Autofokus seine liebe MΓΌhe, die Bilder rauschen und werden unscharf – auch weil ein optischer Bildstabilisator fehlt. Immerhin bietet die Sony-eigene Kamera-App volle Kontrolle ΓΌber alle Parameter.
Die Stereolautsprecher tΓΆnen gut, aber nicht ganz so gut wie bei meinem – zugegeben grΓΆsseren – iPhone 6s Plus. Mit 750 Franken ist das Xperia X Performance eines der teuersten Android-Smartphones ΓΌberhaupt. Dass dafΓΌr kein KopfhΓΆrer mitgeliefert wird, ist himmeltraurig – besonders bei einem Unterhaltungselektronik-Konzern wie Sony.
Fazit: Das Sony Xperia X Performance ist solider Durchschnitt, die Technik okay, die Features hat man alle schon mal gesehen, eine echte USP fehlt. Ein Spitzenmodell ist das Smartphone nur beim Preis. So, da hat Sony-Chef Hirai recht, hat das Smartphone kaum eine Zukunft.

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Sony Xperia X Performance
Info: www.sonymobile.ch
Preis: 749 Franken

Bewertung: β˜…β˜…β˜…β˜†β˜†
β˜… Technoschrott β˜…β˜… verzichtbar β˜…β˜…β˜… nice to have β˜…β˜…β˜…β˜… cool β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend
Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fΓΌhlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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