Abo
Multimedia

Kowalskys Crashtest: Under Armour Underperformer

Rundum vernetzt ist das Health Kit von Under Armour: Fitnessarmband, Brustgurt und Waage messen Sie aus bis ins letzte Detail.

Marc Kowalsky

under-armour.jpg
HealthBox von Under Armour: Überteuert, ungenau und nur wenige Features. PR RMS

Werbung

Die Zukunft der Sportartikelhersteller entscheidet sich lΓ€ngst nicht mehr nur zwischen variabler FersendΓ€mpfung, atmungsaktiven Isolationsschichten und Kompressionsmanschetten. Auch hier hat die Digitalisierung mit voller Wucht zugeschlagen.
Deshalb zahlte Asics 85 Millionen Dollar fΓΌr den App-Entwickler Runkeeper, Adidas 240 Millionen Dollar fΓΌr den Konkurrenten Runtastic. Die amerikanische In-Marke Under Armour legte gar ΓΌber eine halbe Milliarde fΓΌr die drei Start-ups MyFitnessPal, MapMyFitness und Endomondo auf den Tisch. Und sie hat sich mit dem taiwanischen Handyhersteller HTC zusammengetan, um die HealthBox auf den Markt zu bringen, das nach eigenen Worten weltweit erste vernetzte Rundum-Fitnesssystem.

Klein, lichtschwach und schwer lesbar

In der voluminΓΆsen Box finden sich eine Digitalwaage, ein Brustgurt und ein spritzwasserfestes Fitnessarmband. Bei Letztgenanntem ist das Display klein, lichtschwach und damit schwer lesbar; es schaltet sich auch nicht automatisch ein, wenn man den Arm hebt, um einen Blick darauf zu werfen.
GPS oder StufenzΓ€hler fehlen ganz, immerhin meldet es Anrufe, SMS und KalendereintrΓ€ge. Die Herzfrequenzmessung funktioniert nur manchmal. Im Training wird sie ganz deaktiviert, hier muss man den Brustgurt tragen. Dabei kennt Under Armour nur zehn Sportarten, die Konkurrenz bietet deutlich mehr.

Partner-Inhalte

Das Beste an der ganzen HealthBox

Auch die Waage macht es einem nicht leicht. Sie hat immer mal wieder Verbindungsprobleme mit dem WLAN, misst nur Gewicht und KΓΆrperfett, aber keine Muskelmasse und keinen Wasseranteil, und steigt man mehrmals hintereinander darauf, sind Abweichungen von ΓΌber einem halben Kilo keine Seltenheit.
Das Under-Armour-Set kommt bei Herzfrequenz und Schritten zu deutlich geringeren, beim Gewicht zu deutlich hΓΆheren Ergebnissen als mein sonstiges Equipment verschiedener Hersteller. Sehr unsympathisch. Alle Daten werden in der Record App ΓΌbersichtlich aufbereitet und kΓΆnnen dort manuell ergΓ€nzt und korrigiert werden. Die App funktioniert auch mit zahlreichen anderen Fitnessmessern etwa von Jawbone, Fitbit oder Suunto. Und sie tauscht auf Wunsch Daten mit vielen weiteren Fitness-Apps aus. Das ist vielleicht das Beste an der ganzen HealthBox.
Fazit: Überteuert, ungenau und nur wenige Features – die HealthBox von Under Armour ist ein Underperformer. Legen Sie sich lieber ein gutes Fitnessarmband (etwa Fitbit Charge HR), eine gute Waage (etwa Withings Body) und einen beliebigen Pulsmesser zu. Sie haben weniger Kosten und mehr davon.
Under Armour HealthBox
Info: 
www.underarmour.com/en-ch
Preis: 
449 Franken 
bei Digitec.ch

Werbung

Bewertung
: β˜…β˜…β˜†β˜†β˜†
β˜… Technoschrott β˜…β˜… verzichtbar β˜…β˜…β˜… nice to have β˜…β˜…β˜…β˜… cool β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend
Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fΓΌhlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

Werbung