Ein Schweizer Produkt im Crash Test ist eine Premiere. Reycom heisst der Hersteller, und das Produkt ist ein Media Center. Reycom? Media Center? Treue Leser erinnern sich: Im Jahr des Herrn 2005 schrieb ich ΓΌber Reycoms Media Center, mit dem Microsoft die Wohnzimmer erobern wollte. Von explodierender Hardware und abstΓΌrzender Software musste ich berichten. Die Wohnzimmer hat Microsoft nie erobert.
Reycom hat es ΓΌberlebt. Mit dem REC 100 nimmt man nun einen neuen Anlauf. Das GerΓ€t basiert immer noch auf der Microsoft-Plattform und soll die heimische Settop-Box fΓΌr Kabel-TV ersetzen. Vorausgesetzt, Sie wohnen in der richtigen Gemeinde: Im Cablecom-Netz kann man den REC 100 (noch) nicht einsetzen. Das GerΓ€t ΓΌberzeugt mit elegantem Design und einem wertigen GehΓ€use β Heavy Metal statt Plastic Fantastic. Wer die nicht ganz triviale Erstinstallation geschafft hat, dem bietet der REC 100 einige Funktionen, die ΓΌber normales Kabelfernsehen hinausgehen. Etwa das sogenannte Catch-up TV. Das hat nichts mit Tomatensauce zu tun, sondern bezeichnet den Zugriff auf die Sendungen der letzten 24 Stunden β bislang leider nur bei drei Sendern. Clever ist die Suchfunktion, die etwa alle Filme im Fernsehprogramm mit Johnny Depp anzeigt. Aufs Internet greift man via Apps zu. Das sind derzeit nur vier (Google Maps, Wetter, Simple Games und das unvermeidliche YouTube), weitere sollen folgen. Der Zugriff auf die Foto- und Musikbibliothek ist selbstverstΓ€ndlich. Auch ein DVD-Recorder fehlt nicht β DVD, das war im letzten Jahrzehnt der Standard, bevor Blu-ray kam, bevor wiederum Video on Demand kam. Letzteres ist fΓΌr den REC 100 ein Fremdwort, da bieten viele Kabelanbieter mehr. Ein Γrgernis ist die Fernbedienung: Sie liegt unbequem in der Hand. Und dass sie bei meinem TestgerΓ€t nur auf kΓΌrzeste Distanz funktionierte, hat mich wahnsinnig gemacht. Immerhin kann man das Smartphone zur Steuerung verwenden.