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Multimedia

Kowalskys Crash Test: Nokia Lumia 2520

Das Abschiedswerk von Nokia ist ein heisses Gerät. Aber nicht so, wie das Nokia gerne hätte.

Marc Kowalsky

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Imported Image RMS

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Es gab eine Zeit, da war Nokia eine unglaublich dröge Firma. Es war die Zeit, als man Schlager hörte, Telexe schickte und Moskau als Sitz des Bösen galt. Nokia stellte Gummistiefel her, Toilettenpapier und Fahrradreifen.
Es gab eine Zeit, da war Nokia eine unglaublich hippe Firma. Es war die Zeit, als man Techno hörte, SMS schickte und Moskau als verlässlicher Partner galt. Nokia stellte Ikonen her wie den Communicator, das Kamerahandy 7650 oder das 7110 aus dem Film «Matrix».
Jetzt ist wieder eine Zeit, da ist Nokia eine unglaublich dröge Firma. Es ist die Zeit, in der man wieder Schlager hört, sich Snapchats schickt und Moskau erneut als Sitz des Bösen gilt. Nokia stellt Smartphones her, die keiner kauft, weil Apple und Android Jahre Vorsprung haben.
Das neue Lumia 2520 allerdings erregt ordentlich Aufmerksamkeit: Zum einen ist es das erste Windows-Tablet von Nokia und auch das letzte, denn soeben wurde die Übernahme durch Microsoft abgeschlossen. Zum Zweiten warnt Nokia, das Netzteil könne durchbrennen. Mein Testgerät behielt aber kühlen Kopf. Ärgerlich: Das Ladegerät hält sich an keinen Standard, zudem ist die Buchse vom Kopfhörerausgang nicht zu unterscheiden, man erwischt garantiert die falsche. An Hardware hat Nokia alles ins Gerät gepackt, was nicht bei drei auf den Bäumen war, sogar LTE. Das Gehäuse wirkt aus einem Guss wie bei den Lumia-Smartphones, allerdings weniger stabil. Mit 615 Gramm ist es 30 Prozent schwerer als das iPad Air. Gut gefallen haben mir die leuchtenden Farben und die Helligkeit des 10,1-Zoll-Schirms, dafür machen die beiden Kameras nur sehr mässige Bilder. Hauptproblem ist das Betriebssystem Windows RT. Es ist optisch zwar modern, aber die Auswahl an Apps ist weiterhin nicht konkurrenzfähig. Das vorinstallierte Microsoft Office ist da nur ein schwacher Trost.

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Fazit:
Das Abschiedswerk zeigt die Probleme von Nokia: Die Produkte kommen zu spät, in diesem Fall über ein Jahr nach der Konkurrenz. Und sie sind nicht cool. Schade, Nokia, und: goodbye!
Nokia Lumia 2520
Infos: www.nokia.ch
Erhältlich: im Fachhandel
Preis: Fr. 798.–


Bewertung: ★★☆☆☆
★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have 
★★★★ cool ★★★★★ wegweisend
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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