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Kowalskys Crash Test: Nikon S800C

Die Nikon S800C ist die erste Kamera, die auf Android basiert.

Marc Kowalsky

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Androidenkamera: Nikon S800C RMS

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Manche Ideen sind so naheliegend, dass jahrelang keiner drauf kommt – und dann mehrere auf einmal. Das gilt fΓΌr grosse Erfindungen wie das Telefon (zwischen den PatentantrΓ€gen von Alexander Graham Bell und Elisha Gray lagen nur zwei Stunden) oder den Mikrochip ebenso wie fΓΌr kleinere wie die BΓΌroklammer. Und auch fΓΌr die Idee, eine Kamera auf Android basieren zu lassen: Nahezu zeitgleich haben Samsung, Nikon und Polaroid (doch, doch, die gibts noch!) entsprechende Modelle angekΓΌndigt. Die Nikon S800C schafft es als Erste der drei in die Schweizer Regale.
Das GerΓ€t ist kompakt genug fΓΌr die Hosentasche, das weisse PlastikgehΓ€use allerdings vermittelt BilliggefΓΌhl. Gefallen haben mir der Zehnfach-Zoom und der Bildstabilisator, weniger die AuslΓΆseverzΓΆgerung. Die BildqualitΓ€t der 16-Megapixel-Kamera ist in Ordnung. Android ist in der veralteten Version 2.3.3 (auch bekannt als Β«GingerbreadΒ») implementiert – leider nicht sehr stabil, gelegentliche AbstΓΌrze sind die Folge. Dann bleibt nur noch, die Batterie herauszunehmen. VerkrΓΌppelte Display-Anzeigen, die mitten im Satz enden, zeugen ebenfalls nicht von einer sorgfΓ€ltigen Umsetzung. Apps lassen sich wie beim Smartphone installieren, von Google Maps bis Angry Birds. Via Skype kΓΆnnte man mit dem GerΓ€t sogar telefonieren. Sinnvoller sind natΓΌrlich Fotoapps, die direkt auf die Kamera zugreifen. Hier liegt das USP des GerΓ€tes – faszinierend etwa, Instagramm direkt auf seiner Kamera laufen zu lassen. Schade nur, dass nicht alle Fotoapps die Zoomtasten abfragen.

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Ebenfalls praktisch: Dank WLAN ΓΌbertrΓ€gt die Nikon die Bilder direkt an Facebook, Picasa und Co. – oder an Smartphones und Tablets. Letzteres funktionierte bei mir jedoch nur mit Android-GerΓ€ten, nicht mit iPhone oder iPad. VΓΆllig unverstΓ€ndlich: An den PC kann man nur via Kabel senden. Und das ist auch noch proprietΓ€r. Das grΓΆsste Γ„rgernis ist die Batterielaufzeit. Sie reicht fΓΌr 140 Bilder, sagt Nikon. Ich wΓ€re froh, hΓ€tte ich die HΓ€lfte erreicht. Und im WLAN-Betrieb ist der Akku fast schneller leer, als Sie Β«Kowalskys Crash TestΒ» sagen kΓΆnnen. Dass bei meinem GerΓ€t nach ein paar Tagen der automatische Objektivschutz nicht mehr richtig ΓΆffnete und schloss, hat das Bild nicht positiver gemacht.
Fazit: Das Konzept ist bestechend und das Potenzial enorm. Nikons Umsetzung befriedigt allerdings nicht. Ich wΓΌrde mit einem Kauf abwarten und sehen, was andere Hersteller aus der Idee machen.
Nikon S800C
Info: www.nikon.ch
ErhΓ€ltlich u.a. bei Digitec
Fr. 478.–
Bewertung: β˜…β˜…



β˜… Technoschrott β˜…β˜… verzichtbar β˜…β˜…β˜… nice to have
β˜…β˜…β˜…β˜… cool β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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