Als Apple vor viereinhalb Jahren das erste iPad lancierte und damit eine neue GerΓ€tekategorie erschuf, genoss die Firma monopolistische Marktanteile. Die sind inzwischen dahingeschmolzen wie die Schweizer Fussballhoffnungen an der WM. Heute trΓ€gt weltweit noch jedes dritte Tablet das Apfel-Logo, dahinter holt Samsung mit derzeit 22 Prozent Marktanteil stark auf. In der Apple-Hochburg Schweiz haben die Koreaner im April gar die Spitzenposition ΓΌbernommen. Das liegt auch an der hohen Kadenz, mit der Samsung neue Modelle vorstellt. Etwa das Galaxy Tab S 10.5.
Dabei greift Samsung Apples iPad Air an, das bereits seit letztem Oktober auf dem Markt ist. Mit rund 480 Gramm sind beide GerΓ€te gleich leicht, in dieses Fliegengewicht packt Samsung jedoch einen grΓΆsseren Screen (10,5 Zoll) als Apple (9,7). Und dieser Screen ist das Beste, was ich je in einem Tablet gesehen habe: Dank Amoled-Technik sind die Farben extrem satt und leuchtend, der Kontrast scharf und die AuflΓΆsung mit 2560Γ1600 sehr fein. Prozessor und Batterie sind leistungsfΓ€hig genug, den mit 16 GB etwas knappen Speicher kann man mittels SD-Karte erweitern. Das 6,6 Millimeter dΓΌnne KunststoffgehΓ€use Γ€hnelt dem des Galaxy Smartphones S5 und ist ebenso wertig verarbeitet, im Gegensatz zum Handy aber nicht wasserdicht. Vom S5 kennt man ebenfalls den Fingerabdrucksensor und den Ultra-Energiesparmodus, beides kann das iPad Air nicht bieten. Ebenso wenig die MΓΆglichkeit, zwei Fenster gleichzeitig auf dem Screen zu zeigen. Und Content dafΓΌr gibt es beim Tab S genug: Gratisabos verschiedener angelsΓ€chsischer Titel sind im Lieferumfang dabei, die Β«NZZΒ», eBooks, Filme, Dienste wie LinkedIn oder Evernote, sogar ein vollwertiges Office-Paket. So viele Inhalte werden einem nachgeschmissen, dass man sich auf einer Kaffeefahrt wΓ€hnt.
Wer nicht auf Apple angewiesen ist, fΓΌr den ist das Samsung Galaxy Tab S, zusammen mit dem Sony Xperia Z2, das derzeit beste Tablet. Die Verschiebung der Marktanteile dΓΌrfte weitergehen.