Es ist ein prestigeträchtiger Job, den viele Politiker in Bern nur zu gerne übernommen hätten – Mitte-Ständerätin Isabelle Chassot (58) machte das Rennen. Sie wurde zur Präsidentin der Parlamentarischen Untersuchungskommission, besser bekannt als PUK, gewählt. Passenderweise wurde ihr dieses Amt als erster Frau just am 14. Juni, am Tag des feministischen Streiks, zuteil. Vorschusslorbeeren gibt es keine. Die Kommission muss nun klären, wer schuld am Untergang der Credit Suisse war und was zu tun ist, damit sich ein derartiges Debakel nicht wiederholt. Die Karriere der Freiburger Juristin ist tadellos, gekennzeichnet von hohen Ämtern und Bestresultaten bei Wahlen. Dazu ist Chassot in allen politischen Lagern beliebt und in Bern sowie der Westschweiz bestens vernetzt. Erfahrung mit Bank- oder Finanzthemen hat die überzeugte Christdemokratin allerdings nicht vorzuweisen. Im Ständerat ist sie in den Kommissionen für Wissenschaft, Bildung, Kultur sowie in der Kommission für Aussenpolitik. Kritiker beklagen zudem, dass sie als ehemalige Chefin des Bundesamts für Kultur (BAK) nicht geeignet sei, Untersuchungen zur Bundesverwaltung zu leiten. Tatsächlich steht Chassot vor einer gigantischen Aufgabe, die ihr viel Prestige, aber auch vernichtende Kritik einbringen kann.