Mathieu Barraud (l.), 36, Konstrukteur, und Manel Guérin, 49, Uhrmacher, Jaeger-LeCoultre, Le Sentier.
Manel Guérin, seit 30 Jahren im Unternehmen, und Mathieu Barraud, seit 18 Jahren dabei, sind bei Jaeger-LeCoultre die Meister der Miniaturisierung, was in der Uhrmacherei gleichbedeutend ist mit Meister der Präzision, denn mit der Grösse von Werkteilen schrumpft in der Uhrmacherkunst auch die Fehlertoleranz. Nun haben sie sich wieder selbst übertroffen. Ihr neuster Wurf: ein noch kleineres, präziseres Gyrotourbillon. Das mehrachsige Tourbillon aus Titan hat einen Durchmesser von 8,8 Millimetern, besteht aus 92 Teilen und wiegt ganze 0,4 Gramm. Fünf Jahre hat Barraud gebraucht, um es zu entwickeln, Guérin zwei, um es zu bauen. Barraud, der Konstrukteur, nennt «Gyro 5» das «bislang herausforderndste Projekt», an dem er je gearbeitet habe. Guérin sagt, für ihn sei dieses Werkteil etwa so herausfordernd gewesen wie die «Grande Sonnerie», jene Komplikation, die die Zeit akustisch anzeigt. An ihr hat er sechs Jahre gearbeitet.