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FC-Bayern-Präsident: «Die Zeit der teuren Transfers ist vorbei»

Herbert Hainer über eine Gehaltsobergrenze für Fussballer, die Gefahr durch die Premier League und die Chancen der Schweizer Vereine in Europa.

Marc Kowalsky

Herbert Hainer FC Bayern Präsident
«Corona deckt auch die Schattenseiten eines Clubs auf. Jetzt zeigt sich noch deutlicher, wer die Ausgaben selber decken kann»: Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München. Florian Generotzky für BILANZ
Exakt 75 000 Zuschauer fasst die Allianz Arena normalerweise, jetzt ist sie fast menschenleer. Gerade hat der FC Bayern sein Abschlusstraining vor dem ersten Spiel in der Champions League gegen Atlético Madrid beendet. Herbert Hainer bittet ins mit Pokalen und Erinnerungsstücken vollgestopfte Vereinsmuseum hinter der Nordtribüne. Hier herrscht trotz Corona reger Andrang. Während des Interviews klopft ein Schulbub ans gläserne Sitzungszimmer und bittet um ein Selfie mit Hainer. Ohne zu zögern, verlässt der 66-Jährige den Raum, um den Wunsch zu erfüllen. «Auch das gehört zum Job, wenn man Vereinspräsident ist», sagt er, als er nach ein paar Minuten zurückkommt.
Herr Hainer, der FC Bayern hat vor dieser Saison ausser Leroy Sané nur kleine Transfers sowie Leihgeschäfte gemacht. Trifft die Corona-Krise den Club so schlimm, dass Sie jetzt das Geld zusammenhalten müssen?
Wir haben immerhin 70 Millionen Euro in neue Spieler investiert, das ist keine Kleinigkeit. Aber natürlich trifft auch uns die Corona-Krise. Wir verlieren pro Heimspiel drei bis vier Millionen Euro, weil wir keine Zuschauer haben. Und wenn keiner mehr ins Stadion kommt, kaufen auch weniger Fans ein Trikot, und es fehlt der Catering-Umsatz. Das kann bis zu 100 Millionen Umsatzverlust bedeuten für die gesamte Saison – je nachdem, wie lange wir ohne Zuschauer spielen müssen.

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