Dieses Machtnetz pflegt der LafargeHolcim-Präsident
Beat Hess muss als neuer VR-Präsident das Fundament des Zementherstellers LafargeHolcim festigen. Dem Obwaldner ist diese Leistung zuzutrauen. Das ist sein Machtnetz.
Marc Kowalsky
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Das sind die Freunde und die Gegenspieler von LafargeHolcim-Präsident Beat Hess:Die Freunde:Als Hess im Sommer 1987 den Zusammenschluss von BBC mit Asea zu ABB aufgleisen sollte, rief er bei Homburger & Partner an. Der einzige Anwalt, der nicht in den Ferien weilte, war…RMS…der junge Peter Kurer, späterer UBS-Präsident. Er beriet Hess während des ganzen Fusionsprozesses. Bis heute sind die beiden freundschaftlich verbunden.KeystoneMit Peter Voser und dessen Frau Daniela trifft sich das Ehepaar Hess regelmässig privat, etwa zum Grillnachmittag.RMSFreundschaftlich verbunden ist Hess weiterhin mit Pius Baschera, VR-Präsident bei Hilti und VR bei Roche und Schindler…RMS…sowie mit Renato Fassbind, zu gemeinsamen ABB-Zeiten dort Finanzchef und heute VR bei Swiss Re sowie zusammen mit Hess bei Nestlé.RMSDie Gegenspieler:Für einen Juristen hat Hess bemerkenswert wenig Feinde. Epische Schlachten lieferte er sich jedoch mit US-Anwälten. Bei der Asbest-Sammelklage gegen ABB 2001 etwa mit Joe Rice, Gründer der Kanzlei Motley Rice. Dieser kam mit Gulfstream IV, Goldkette und offenem Hemd nach Zürich. Damit ihn Hess empfangen durfte, musste ABB erst einmal 20 Millionen Dollar auf den Tisch legen.RMSVon ähnlichem Kaliber war Stanley Bernstein von Bernstein Liebhard LLP, der 2004 die Sammelklage gegen Shell wegen zu hoch deklarierter Erdölreserven anführte. Nach langen Verhandlungen legte ihm Hess einen Kompromissvorschlag auf den Tisch mit den Worten: «Entweder Sie akzeptieren jetzt und können sich Ihren Traum einer Villa in Palm Beach erfüllen, oder Ihre Enkel bekommen eines Tages Geld von Shell – vielleicht!» Bernstein akzeptierte.RMSAls VR musste Hess auch Sonova wegen mangelhafter Hörgeräte gegen eine Sammelklage verteidigen; Gegenspieler war damals Paul Schachter von Schachter, Hendy & Johnson. Mit seinen Erfahrungen bei ABB und Shell bekam Hess die Klage schnell vom Tisch. Bilder: Keystone/PRRMS
Ich habe das nie angestrebt», sagt Beat Hess über seinen neuen Posten als VR-Präsident von LafargeHolcim, den er ab morgen 12. Mai bekleiden wird: «Ich wirke lieber im Hintergrund.» Doch es konnte keinen anderen logischen Nachfolger geben für Wolfgang Reitzle, der das Amt nach nur zwei Jahren schon wieder abgibt. So verlief die Wahl von Hess, bisher Vizepräsident, denn auch einstimmig.
Er muss nun zusammen mit CEO Eric Olsen das schaffen, was bisher nicht gelang: die Fusion von Lafarge und Holcim zum weltgrössten Zementhersteller zum Erfolg werden zu lassen. Konkret: Synergien heben, Portfolio und Organisation straffen, Kosten senken, das Kapital richtig einsetzen. Und vor allem Ruhe reinbringen in ein Unternehmen, das die letzten zwei Jahre von ständigen Managementwechseln durchgeschüttelt und zwischen schweizerischen und französischen Eitelkeiten hin und her gerissen wurde.
Hess ist diese Leistung zuzutrauen. Der Obwaldner gilt nicht nur als erfahrener Jurist und Finanzexperte, er hat auch bei ABB und Shell seine Krisentauglichkeit unter Beweis gestellt. Als still und bescheiden wird er beschrieben, zudem als ausgleichende Person – alles Eigenschaften, die jetzt gefragt sind. Ob er länger wirken wird als sein Vorgänger, steht auf einem anderen Blatt: Hess ist bereits 67 Jahre alt.
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Einen Überblick zu den Freunden und den Gegenspieler gibt die Bildergalerie oben.