Der Porsche 911 GT3 ist eine austrainierte Sportmaschine
Er ist die austrainierte Sportmaschine unter den Neunelfern β technisch ausgereift und zugleich ein Klassiker: ohne Turbo oder E-Antrieb. Fahrspass pur!
Nur 510 PS. Und das soll Porsches Super-Racer sein? Wo doch Zenvo oder Koenigsegg, aber auch SerientΓ€ter wie Bugatti und in Sondermodellen sogar Mercedes oder Aston Martin immer wieder Motoren mit Output um die 1000-PS-Marke einbauen.
Die E-Monster Pininfarina Battista oder Rimac C_Two erreichen rechnerisch Werte nahe 2000 PS. Und der Γber-Porsche tuckert herum mit einem Viertel davon?
Wie wir wohl alle schon mal gelesen haben: Auf die LΓ€nge (in diesem Fall der Leistungsangabe) kommt es nicht an.
Zumindest nicht nur. Denn Porsche kann erstens Leichtbau, heisst Karbonhauben an Front und Heck, Alu-Karosse, dΓΌnnere ScheibenglΓ€ser, Leichtmetallkolben, Titanpleuel und, und, und β gut 1400 Kilo Gewicht sind hΓΆchst respektabel, genau wie die rund 9000 Touren, die der Hochdrehzahlmotor erreicht, der ohne Turbo oder Kompressor auskommt, Β«frei saugendΒ» nennt man das mit der gebΓΌhrenden Nostalgie fΓΌr dieses aussterbende Antriebskonzept.
Zweitens haben die Ingenieure bei Aerodynamik und Fahrwerk nachgelegt. Der Heckspoiler ist jetzt hΓ€ngend befestigt, sodass die Luft an der Unterseite sauberer abfliessen kann.
DIRK RUSCHMANN fΓ€hrt seit 25 Jahren Auto. Er schreibt ΓΌber Unternehmen, Manager, Autos und andere bewegliche Sachen.
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Ausserdem verstΓ€rkt das den technizistischen Auftritt des GT3 β er sieht nicht nach Spielzeug fΓΌr Privatbanker aus, sondern wie ein ArbeitsgerΓ€t; weniger Posing, mehr Schnellfahrmaschine.
Zum gefeierten SahnestΓΌck ist die neue Vorderachse avanciert, die direkt aus dem Rennsport stammt, aus dem 911 RSR, den Porsche in der Langstreckenweltmeisterschaft WEC einsetzt.
Ich will niemanden, mich eingeschlossen, mit Fachbegriffen wie Β«DoppelquerlenkerΒ» quΓ€len, das Ergebnis jedenfalls fΓ€hrt sich spektakulΓ€r: Man spΓΌrt die bessere RadfΓΌhrung und das direktere Einlenken, fasst sofort Vertrauen und versteht, was das Auto macht und vorhat β oder sagen wir, man glaubt es zu verstehen. Ich bin ja nicht Walter RΓΆhrl. Aber was Glaube alles bewirkt, kann man bekanntlich in GeschichtsbΓΌchern lesen.
PD
PD
Nach dem Β«freien SaugerΒ» die nΓ€chste Floskel: Der GT3 ist der Β«kompromisslose SportwagenΒ» unter den Elfern; Heckantrieb, Handschaltung noch erhΓ€ltlich, wobei die Automatik lΓ€ngst schneller arbeitet als jeder Mensch. Via Paddles oder Automatik-WΓ€hlhebel kann man aber auch manuell eingreifen.
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Der GT3 rΓΆhrt martialischer als die anderen Elfer und ist kaum langsamer als die deutlich teureren Turbos, liefert dafΓΌr ein wunderbar unmittelbares Fahrerlebnis β er ist, auf die allerbeste, technisch ausgereifte Weise, ein wenig altmodisch. Ich wΓΌnsche ihm und mir noch mΓΆglichst viele Nachfolger! 510 PS? Mehr braucht kein Mensch.
Porsche 911 GT3
Antrieb: 4-Liter- 6-Zylinder-Boxer Verbrauch: 12,9 Liter Super Plus Leistung: 510 PS (375 kW) 0β100 km/h: 3,4 s Vmax: 318 km/h Preis: ab 209'800 Franken