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Testfahrt

Der Bentley Flying Spur V6 Hybrid im Test

In Schwarz ein Krieger, in Hellblau ein freundlicher Strassenkreuzer: Der lange Bentley Flying Spur V6 Hybrid stromert neuerdings auch โ€“ ein wenig.

Dirk-Ruschmann

Bentley Flying Spur V6 Hybrid
Bentley Flying Spur V6 Hybrid
Bentley Flying Spur V6 Hybrid
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RMS

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Legendรคre Autolackierungen gibt es einige. Jaguars British Racing Green, das Silber der Mercedes-Renner, Ferraris Rosso Corsa, gleich mehrere krรคftige Farbtรถne von Porsches 911 aus dessen frรผhen Jahren. Und das Azzurro Achille von Alfa Romeo, ein helles, leicht Guetzli-farbiges Babyblau. Zu Alfas leichten, kleinen, aber gut motorisierten Autos passte das erstaunlich gut, auch wenn man รผber die Sehkraft der Kรคuferinnen und Kรคufer natรผrlich diskutieren kann.
Jedenfalls musste ich an Azzurro Achille denken, als ich mich ins Jetstream II setzte: ein etwas krรคftigeres Hellbau, aufgebracht auf die Karosse eines Bentley Flying Spur Hybrid. Der ist das Gegenteil eines kompakten Italieners. 5,32 Meter lang und gut 2โ€‰โ€‰Meter breit, Inbegriff eines Strassenkreuzers, gemacht fรผr Lรคnder mit gerรคumigen Parkhรคusern und breiten Fahrspuren wie die USA oder Dubai; auf deren Strassen passt der Bentley auch farblich.
Zumal seine Stufenheck-Karosserie dort noch deutlich verbreiteter ist als in Europa, wo die als ยซGelรคndewagenยป vermarkteten SUVs den Limousinen lรคngst die Parkplรคtze abgegraben haben. Allein die Filiale im kalifornischen Beverly Hills verkaufte 2021 rund 400 Exemplare vom Flying Spur. Dort fรผhlt er sich also zu Hause.

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Der Testfahrer

Dirk Ruschmann fรคhrt seit 25 Jahren Auto. Er schreibt รผber Unternehmen, Manager, Autos und andere bewegliche Teile.
Denn auf den Avenues, Drives, Boulevards, den Freeways und Interstates kann der Bentley seine Stรคrken ausspielen. Gerรคusche und Schlaglรถcher dringen nur gedรคmpft in den Innenraum vor, sanftes Gleiten ist ohnehin die Lieblingsdisziplin des Briten mit VW-Genen, eines Plattformbruders des Porsche-Viertรผrers Panamera.
Wer dank wild die Spuren wechselnder Fahranfรคnger in Panik gerรคt, dem genรผgt ein Tritt aufs Gaspedal, und der Plebs ist abgehรคngt, genรผgend Vortrieb ist immer vorhanden โ€“ auch wenn Bentleys Behauptung, der V6 Hybrid fahre auf Augenhรถhe mit dem V8, dem Fahreindruck nicht vollstรคndig standhรคlt.
So liegt das Drehmoment erst bei deutlich hรถheren Drehzahlen an; auf Deutsch: Der Wums kommt spรคter, zudem weniger heftig. Dass der Neue 170 Kilogramme mehr von der Stelle wuchten muss, spielt dabei sicher eine Rolle.

Der Bentley Flying Spur V6 Hybrid

  • Antrieb: 2,9-Liter-V6-Benziner plus E-Motor
  • Verbrauch: N.N.
  • Systemleistung: 544 PS (400 kW)
  • 0โ€“100 km/h: 4,3 s
  • Vmax: 285 km/h
  • Preis: ca. 177'300 Euro vor Steuern
Ansonsten gibt es nichts zu bemรคngeln. Das Schiff fรคhrt sich erstaunlich agil, die im Hauptwerk Crewe handgefertigten Ledersitze halten alles  zuverlรคssig in Position. Der Innenraum ist eine Klasse fรผr sich, Bentley verbindet Modernitรคt und Tradition besser als jede andere Marke.
Die einzige Frage ist, ob es den schweren Hybrid braucht oder der Achtzylinder nicht doch die bessere Wahl ist. Fรถrdergelder fรผrs Stromern dรผrften in dieser Preislage nicht ausschlaggebend sein. Bis der V6 Hybrid in der Schweiz bestellbar ist, kรถnnen Sie noch nachdenken.

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