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Anlage-App statt Schliessfach?

So sollen Banken ihre Affluent-Kundschaft besser abholen

Das Beratungsunternehmen Deloitte hat die Finanzmittelschicht befragt. Sein Fazit: Viele Banken lassen dieses Segment zu stark brachliegen.

Michael Heim Handelszeitung

SCHWEIZ POSTFINANCE
Alles gut so? Kundenberatung bei der Postfinance. (Symbolbild) Keystone

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Viele Banken lassen die finanzielle Mittelschicht โ€“ die ยซMass affluentยป โ€“ unterversorgt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Die Banken kรถnnten mehr aus dieser gut verdienenden Kundschaft machen, tun es aber nicht.
Dabei ist das ein bedeutendes Segment. Rund ein Viertel der Erwachsenen in der Schweiz verfรผge รผber ein Anlagevermรถgen zwischen 200โ€™000 und 2 Millionen Franken, schreibt Deloitte mit Verweis auf Zahlen des Bundes. Die meisten Banken hรคtten keine Strategie, um diese Kundinnen und Kunden zu bedienen, die in der Regel keinen Zugang zur Private-Banking-Beratung haben.
Die Studie von Deloitte kommt zum Schluss, dass in diesem Segment zwar ein grosses Vertrauen zur eigenen Hausbank vorliege. 76 Prozent bejahen das, wogegen nur gerade 8 Prozent Geld einem Technologieunternehmen anvertrauen wรผrden. Gleichzeitig greife jedoch nur ein Viertel der Befragten auf Beratungsdienstleistungen der Bank zurรผck. 21 Prozent mandatierten ihre Bank mit der Vermรถgensverwaltung.

Ein Grund fรผr den Verzicht auf Beratung sei auch, dass die Kundinnen und Kunden diese nicht fรผr notwendig hielten, so das Beratungsunternehmen. 63 Prozent halten sich in Finanzfragen fรผr kompetent, 71 Prozent glauben, ihre Risikofรคhigkeit einschรคtzen zu kรถnnen. Fรผhlen sie sich als die besseren Banker?

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Deloitte sieht Folgen der mangelnden Beratung: Ein Drittel der befragten Affluent-Kundschaft habe beispielsweise kein 3a-Vorsorgekonto, obwohl das erhebliche Vorteile bringe.
Kaum abgeholt werden die Bankkunden und Bankkundinnen offenbar auch von den zahlreichen Nachhaltigkeitsoffensiven der Banken. Zwar gรคben in der Befragung 72 Prozent an, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig sei, so Deloitte. Nur 12 Prozent hรคtten dann aber auch mehr als die Hรคlfte des eigenen Vermรถgens in als nachhaltig vermarkteten Assets investiert.
Bei den Wรผnschen der Kundschaft an ihre Banken gibt es wenig grosse รœberraschung: Zuoberst stehen mit 74 Prozent Zustimmung die ยซniedrigen Gebรผhrenยป. Dahinter ein ยซhochmodernes Online-Bankingยป (66 Prozent) und einen ยซnahtlose Integration der Kanรคleยป zwischen persรถnlicher Beratung, mobilem Banking und ยซOnlineยป (65 Prozent). Deloitte rรคt denn auch โ€“ nicht ganz uneigennรผtzig โ€“, in diese Kanรคle zu investieren, um Affluent-Kunden und -Kundinnen besser abzuholen.

Weniger wichtig ist offenbar โ€“ und das mag den einen oder anderen รผberraschen โ€“ eine ยซpersรถnliche Beratungspersonยป. Mit einer Zustimmung von 52 Prozent landet dieser Wunsch auf dem letzten Rang von neun abgefragten Wรผnschen.

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Ein interessantes Detail zum Schluss: Deloitte hat die Affluent-Kundschaft auch nach einer ganz altmodischen Bankdienstleistung befragt. Das Resultat: 23 Prozent der Befragten haben bei ihrer Bank ein Schliessfach gemietet. Fast gleich viele, wie der Anteil jener, die eine Anlageberatung nutzen.
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