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Checkout.com ist das wertvollste Start-up Europas

Der Zahlungsabwickler Checkout.com von Guillaume Pousaz ist jetzt offiziell das wertvollste Start-up Europas und weltweit auf Platz sieben.

Marc Kowalsky

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1236297584 Sportsfile for Web Summit via Ge

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Der 13.โ€‰โ€‰August ist fรผr Guillaume Pousaz (41) der Hรถhepunkt dieses Jahres: Dann wird er am Rennen Sierreโ€“Zinal teilnehmen, einem Berglauf entlang von fรผnf Viertausendern im Wallis. 31 Kilometer Strecke, 2200 Meter Anstieg, 1100 Meter Abstieg sind zu bewรคltigen. Dafรผr reist der gebรผrtige Genfer extra von seinem Wohnsitz Dubai an. ยซIch kann das nicht jedes Jahr verpassenยป, sagt er.Einen anderen Gipfel hat er schon erklommen: Soeben ist der von ihm 2009 in London gegrรผndete Zahlungsabwickler Checkout.com zum wertvollsten Start-up Europas gekรผrt geworden. Weltweit liegt die Firma in der Auswertung von Crunchbase inzwischen auf Platz sieben.

Zwei Faktoren kommen zusammen, beide haben mit Timing zu tun: Im Januar fรผhrte Checkout.com eine weitere Finanzierungsrunde durch und sammelte dabei eine Milliarde Dollar ein. Die Firma wurde dabei mit 40 Milliarden Dollar bewertet. Damit landete Checkout.com, an der Pousaz noch immer rund 80 Prozent der Aktien hรคlt, auf Rang zwei der wertvollsten Start-ups in Europa.
Im Juli fรผhrte nun die bisherige Nummer eins, der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, ebenfalls eine Finanzierungsrunde รผber 800 Millionen Dollar durch. Sie geriet zum Desaster: Die Bewertung sank um fast 85 Prozent von 45,6 auf nun 6,7 Milliarden Dollar. Denn das Umfeld hatte inzwischen komplett gedreht: Wegen Inflation, hรถherer Zinsen und Ukraine-Krieg waren Tech-Aktien mittlerweile gecrasht. Gerade Paymentfirmen galten als รผberbewertet, da sich die hohen Wachstumsraten der Pandemie kaum noch fortschreiben lassen. Die niederlรคndische Ayden etwa, ein Hauptkonkurrent von Checkout.com und bereits bรถrsenkotiert, verlor 40 Prozent ihres Bรถrsenwerts. Deswegen halten sich die Investoren auch bei entsprechenden Start-ups zurรผck. ยซWir haben im Januar in einem ganz anderen Umfeld Geld gesammeltยป, sagt Pousaz: ยซMรผssten wir es heute tun, wรผrde die Logik auch bei uns gelten.ยป

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Dank des glรผcklichen Timings aber kann Pousaz unbeirrt weiterarbeiten. Die eingesammelte Milliarde will er hauptsรคchlich in den USA investieren: ยซDas ist nach China der weltweit grรถsste Markt fรผr E-Commerce, und wir haben dort einen guten Laufยป, sagt er. Weiteres Geld braucht er nicht, die Firma mit derzeit รผber 2000 Angestellten ist seit vielen Jahren Ebitda-profitabel. Fรผr mindestens die nรคchsten zwรถlf Monate ist daher auch keine weitere Finanzierungsrunde angesagt: ยซJetzt mรผssen wir erst mal in unsere letzte Bewertung hineinwachsenยป, sagt Pousaz. Auch der fรผr dieses oder nรคchstes Jahr angedachte Bรถrsengang ist vorerst kein Thema.
รœber die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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