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Warum Doppelmandate wieder en vogue sind

CEO und Verwaltungsratspräsident in einem: Die Fälle von Doppelmandaten häufen sich. Das birgt Konfliktpotenzial.

Tina Fischer

SCHWEIZ ATOMKRAFTWERK MUEHLEBERG ABSCHALTUNG
Suzanne Thoma ist CEO und Verwaltungsratspräsidentin bei Sulzer – und weil das vorläufig so bleibt, hat Sulzer mit Markus Kammüller einen «Lead Independent Director» ernannt, der selbstständig Sitzungen mit unabhängigen Mitgliedern des Verwaltungsrats einberufen kann. Keystone

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Lonza, Holcim und Sulzer. Bei diesen Grossfirmen amtet aktuell eine Person als Verwaltungsratspräsident und CEO. Nicht ganz so auffällig ist die Situation bei Logitech: Hier sprang das beratende Verwaltungsratsmitglied Guy Gecht in die Bresche, nachdem der ehemalige Chef Bracken Darrell abrupt und unerwartet zurückgetreten war. Und so vermutlich seiner eigenen Kündigung zuvorkam.
Dass gleich drei wichtige und international agierende Firmen ein Doppelmandat haben und bei einer ein Verwaltungsratsmitglied übernommen hat, ist viel und lässt denn auch Bedenken aufkommen. Eine, die diese Entwicklung mit Besorgnis beobachtet, ist die Ethos-Stiftung. Sie brachte bereits an Generalversammlungen von Nestlé im Jahr 2005 oder Novartis im Jahr 2010 entsprechende Einträge ein, die eine Trennung der VRP- und CEO-Position forderten. Ihr CEO Vincent Kaufmann zeigt sich noch heute stolz: «Dies hat wesentlich dazu beigetragen, die Zahl der Verwaltungsratspräsidenten und CEOs in der Schweiz zu reduzieren.»

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