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Bilaterale Verträge

Warum die EU unbedingt einen Deal mit der Schweiz will

Während die Schweiz jeden Millimeter des Vertragspakets seziert, ist kaum bekannt, warum die EU die Verträge will. Spurensuche in Brüssel.

Andreas Valda

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Der Wendepunkt nach dem Krach: Ignazio Cassis, damals Bundespräsident, und Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin, beschliessen im Juli 2022 in Lugano die Wiederaufnahme von Sondierungsgesprächen zwischen der Schweiz und der EU. Keystone

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«Liebe Schweizer, ihr könnt uns mal!» Das hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwar nicht verbürgt gesagt. Sie habe kaum Emotionen gezeigt, sagt ein Insider. Aber die Reaktionen der EU-Diplomatie in Brüssel entsprachen diesem Gefühl. Als Bundespräsident Guy Parmelin vor genau vier Jahren bekannt gab, dass die Verhandlungen gescheitert seien und das Rahmenabkommen versenkt würde, ging in Brüssel der Laden runter. «Die EU-Vertreter waren wütend auf uns», erinnert sich ein Mitglied der Schweizer EU-Mission in Brüssel. Die Gesandten wurden fortan geschnitten. «Selbst einfachen Mitarbeitern von EU-Vertretungen wurde verboten, sich mit unseren Leuten zum Lunch zu treffen», erzählt er.
Vier Jahre später ist alles anders. Neue Verträge sind ausgehandelt, die Schweiz muss – oder kann – erneut darüber befinden. In der Schweiz wird die Neuauflage als Verbesserung gelobt. Wieso aber stimmte die EU ihr zu? Und wieso liess sie sich überhaupt auf Neuverhandlungen ein? Die Handelszeitung hat vor Ort recherchiert und zeigt auf, was nach dem grossen Nein passierte.

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