Abo
Beste Fachkliniken 2024

Die besten Reha-Kliniken finden sich in den Schweizer Alpen

Die besten Rehakliniken befinden sich auch dieses Mal in den Bergen.

Stefan Barmettler HZ

Physiotherapie in der Berner Klinik Montana: Die Rehaklinik im Wallis ist Spitzenreiter im diesjΓ€hrigen Ranking.
Physiotherapie in der Berner Klinik Montana: Die Rehaklinik im Wallis ist Spitzenreiter im diesjΓ€hrigen Ranking. Berner Klinik Montana / flickr

Werbung

Die Schweizer Bergluft bringts. Die besten beiden Kliniken im Bereich Rehabilitation liegen – wie letztes Jahr – in den Alpen. Es sind die Berner Klinik Montana in Crans-Montana im Wallis und die Hochgebirgsklinik in Davos Wolfgang im Kanton GraubΓΌnden. Sie liegen bei einem Score von 91,75 respektive  90,89 Prozent. Hinter den beiden Spitzenreitern liegt die traditionsreiche Klinik Schloss Mammern am Bodensee mit 90,29 Prozent. Das sind die drei Sieger im Ranking.

Die Klinik Montana ist im Umbruch und im VorwΓ€rtsgang. Die Klinikleitung wurde kΓΌrzlich fast komplett erneuert. Im FrΓΌhling hat Philippe Eckert, Generaldirektor des WaadtlΓ€nder UniversitΓ€tsspitals Lausanne (CHUV), als Direktor ΓΌbernommen, etwas frΓΌher AndrΓ© Zacharia als Chefarzt. Er wechselte 2021 vom UniversitΓ€tsspital Genf (HUG) in die Walliser Bergwelt.
Figura zeigt:  Auch Spitzenleute lassen sich aus den stΓ€dtischen Zentren wegloben, wenn das Umfeld stimmt. Crans-Montana sei fΓΌr viele Leute eine Feriendestination, er habe das Privileg, tΓ€glich in dieser Umgebung zu arbeiten, sagt AndrΓ© Zacharia. Er ist Experte fΓΌr Neurologie, dem Hauptmarkt der Klinik. Als Chef des Γ„rzte- und Γ„rztinnengremiums wird er diese Kompetenz weiter ausbauen, etwa bei der Behandlung von Multipler Sklerose und Parkinson – und er mΓΆchte 2024 die Effizienz in der Klinik weiter steigern. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten, die vorab aus dem Wallis und Bern stammen.

Partner-Inhalte

Die Rehaklinik in Crans-Montana hat 2022 die Bettenzahl von 90 auf 100 erhΓΆht. Die Auslastung blieb bei 90 Prozent stabil, das ist ΓΌberdurchschnittlich.

GrΓΆsste Reha-Klinik der Schweiz erfindet sich neu

Das gilt auch fΓΌr die Hochgebirgsklinik in Davos Wolfgang. Die mit 190 Betten grΓΆsste Rehaklinik vollzieht eine Neuerfindung. Den Neubau der Gastronomie hat man hinter sich, das Feedback der GΓ€ste sei durchwegs positiv, heisst es im BΓΌndnerland. Exklusiv ist auch die Strategie: Sie fokussiert stark auf Kinder und Jugendliche, fΓΌr die 30 Betten reserviert sind. Sie werden eng begleitet. Der Bedarf an stationΓ€ren BehandlungsplΓ€tzen fΓΌr Eltern und Kinder mit psychosomatischen Krankheitsbildern ist gross, entsprechend hat man sich auch mit FachΓ€rztinnen und FachΓ€rzten verstΓ€rkt. Auch Atemwegserkrankungen und Allergien sind Schwerpunkte in Davos.
Neu ist der starke Fokus auf das Schweizer Publikum, nachdem man frΓΌher viele Patientinnen und Patienten aus Deutschland behandelt hatte, welche die Behandlung von Lungenkrankheiten schΓ€tzten. Als Erfolg wurde kΓΌrzlich gefeiert, dass Davos nun auf der Spitalliste des Kantons ZΓΌrich figuriert, und zwar in der kardialen Rehabilitation. Jeder und jede vierte Herzkranke aus dem Kanton besucht heute die Gebirgsklinik. Das freut die Unternehmerfamilie KΓΌhne, die in Davos das Sagen hat. Die Familie investiert weiter in die Entwicklung: Auf dem Medizin-Campus wird ein neues ForschungsgebΓ€ude erstellt, die Bauherrin ist die KΓΌhne Real Estate AG. Ihr grosses finanzielles Engagement haben Christine und Klaus-Michael KΓΌhne, GrossaktionΓ€re bei KΓΌhne + Nagel, das EhrenbΓΌrgerrecht von Davos eingetragen.

Werbung

Auf Rang 4 – hinter Montana, Davos und Mammern – schliesst die Klinik Adelheid am Aegerisee ab; ihr Einzugsgebiet sind die Kantone Zug, Luzern und Schwyz. Auch ihr Score ΓΌberzeugt: 87,84 von 100 Prozent. Weiter aufgefallen ist im Ranking 2024 der Standort Schinznach Bad der Aarreha Schinznach. Sie hat sich zum Vorjahr markant verbessert, und zwar von Rang 11 auf Rang 6. Ihr neuer Score: 86,69 Prozent. Das Urteil von Statista-Expertin Judith Reincke-Schmidt:  Β«Die Klinik konnte ihren Rang aufgrund einer hΓΆheren Anzahl an Empfehlungen und einem guten Score der medizinischen Kennzahlen verbessern.Β» Die Rehaklinik hat drei Standorte (Schinznach-Bad, Zofingen, Brugg-Windisch) und 150 Betten. Die Bettenauslastung ist mit 97 Prozent sehr hoch; LeistungsauftrΓ€ge hat sie von Aargau, Luzern, Solothurn, ZΓΌrich und Bern. Auffallend ist schliesslich die StabilitΓ€t der Topkliniken: Ihr Bestand blieb zu fast 90 Prozent identisch zum Vorjahr. Das zeigt auch, dass die Topkliniken nicht Eintagsfliegen, sondern Leistungserbringerinnen mit StehvermΓΆgen sind.

Werbung

Rehabilitation

Die Schweiz ist weltweit bekannt fΓΌr ihre hochstehende Rehabilitation, und das seit Jahrzehnten. Selbst Schweiz Tourismus betreibt weltweit Werbung fΓΌr sie. FrΓΌher reisten Patientinnen und Patienten aus Deutschland oder England zur Erholung von Lungenkrankheiten in die Berge, vorab nach Davos, auf den BΓΌrgenstock oder nach Crans-Montana. In jΓΌngster Zeit checken Altstars wie Ozzy Osbourne in Luxusspezialkliniken am Genfersee ein, um SΓΌchte oder Burnouts zu behandeln. Im Vordergrund steht in der Reha aber das Ziel, Personen nach Verletzungen, Erkrankungen oder psychischen Belastungen wieder in die Arbeits- und Sozialwelt zu integrieren.
In manchen LΓ€ndern existiert diese Art von Kliniken nicht – oder wenn, dann besteht nur ein beschrΓ€nktes Angebot, weil die Patientinnen und Patienten nach Eingriffen zu Hause gepflegt oder – wie in den USA – schnell wieder in den Arbeitsprozess gedrΓ€ngt werden. Dies auch, weil Krankheitstage oft vom Feriensaldo abgezogen werden.
VielfΓ€ltig ist das Reha-Angebot in der Schweiz: Die grΓΆsste Fachklinik ist die Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang in GraubΓΌnden mit 270 Betten, die kleinsten Spezialkliniken weisen 10 Betten aus. Ein Wachstumsmarkt ist aufgrund der Alterung der BevΓΆlkerung die geriatrische Rehabilitation. Sie will Γ€ltere Personen nach Sturz oder Krankheit wieder auf ein eigenstΓ€ndiges Leben vorbereiten, zu Hause oder im Altersheim. Diese Pflege nimmt oft vier bis fΓΌnf Wochen in Anspruch. An Nachfrage mangelt es den Fachkliniken jedenfalls nicht, in der Regel sind sie zu 90 bis 100 Prozent ausgelastet.

Werbung

Über die Autoren

Werbung