Wenn am 15. November der Eröffnungskurs von Sunrise an der Anzeigetafel der Schweizer Börse aufleuchtet, wird CEO André Krause einen Rekord der besonderen Art verzeichnen können: Er ist dann der einzige Schweizer CEO, der seine Firma an die Börse brachte (2015), sie dekotierte (2020) und dann wieder an die Börse brachte. Die Geschichte des zweitgrössten Telekom-Anbieters des Landes ist reich an Irrungen und Wirrungen. Die neueste Episode ist der Tatsache zu verdanken, dass Sunrise 2020 mit ihrem Versuch der Übernahme des Konkurrenten UPC Schweiz (der früheren Cablecom) grandios scheiterte, weil die dafür nötige Kapitalerhöhung von den eigenen Aktionären verweigert wurde. Dann drehte UPC-Mutter Liberty Global den Spiess um, kaufte Sunrise und nahm die Firma von der Börse. Jetzt, vier Jahre später, möchte Liberty Geld sehen für ihr Investment. Die neuen Aktionäre werden mit einer hohen Dividende gelockt. In der Vergangenheit machten die Publikumsaktionäre gute Erfahrungen mit Sunrise: Ausschüttungen und Kurssteigerung ergaben über die sechs Börsenjahre vom Going-public 2015 bis zum Going-private 2021 eine Rendite von 90 Prozent. Nach der Kotierung wird Sunrise im Swiss Performance Index (SPI) vertreten sein.