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Trump droht der Schweiz

«Nur ein Strich – und ihr seid kein Elite-Land mehr»

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut kritisch zur Schweiz geäussert.

Tobias Bruggmann,

Lucien Fluri

Donald Trump hat sich kritisch zur Schweiz geäussert.
Donald Trump hat sich kritisch zur Schweiz geäussert.keystone-sda.ch

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US-Präsident Donald Trump hat sich erneut kritisch zur Schweiz geäussert. In einem Interview mit «Punchbowl News» beklagt er erneut ein angebliches Handelsdefizit mit den «Elite-Ländern». Zuerst hatte der «Tages-Anzeiger» darüber berichtet.
Trump sprach über den Leitzins und beklagte sich, dass dieser in den USA nicht sinke, obwohl er gute Finanzzahlen vorweise. «Wir machen viele Länder zu Elite-Ländern», sagte Trump in diesem Zusammenhang und brachte die Schweiz als Beispiel. Ihn stört, dass die Schweiz einen der tiefsten Leitzinse weltweit habe. Er müsse nur einen Strich machen, und die Schweiz sei kein Elite-Land mehr, sondern sei in grossen Schwierigkeiten. Er fügt allerdings an: «Glücklicherweise bin ich eine nette Person.»

«Wir sollten wieder den niedrigsten Zinssatz für die USA haben»

Zum Hintergrund: Der US-Präsident fordert schon lange eine Senkung des Leitzinses von der US-Notenbank. Bislang drang er damit aber nicht durch. Trump erinnert an frühere Zeiten, als die USA ebenfalls einen der tiefsten Leitzinse weltweit gehabt hätten. Niedrige Zinsen sorgen für günstigere Kredite und können damit den Konsum ankurbeln. Die US-Notenbank aber will den Leitzins wegen der Inflation nicht senken.
Viele der Aussagen von Trump sind zumindest fragwürdig. So beschäftigt ihn zum Beispiel das Handelsdefizit. Die USA servierten der Schweiz 40 Milliarden auf dem Silbertablet, sagt er. Nur: Zuletzt hatte sich die Handelsbilanz gedreht, und die Schweiz steht besser da. Trump scheint das nicht zu wissen – oder zu ignorieren.

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Schweiz zahlt 12,5 Prozent

Die Schweiz bezahlt seit Ende Juli einen höheren Zollsatz von 12,5 Prozent. Die offizielle Begründung ist, dass die Schweiz zu wenig gegen Produkte aus der Zwangsarbeit macht. Doch das ist vorgeschoben: Seit seinem Amtsantritt ärgert sich Trump über die angeblich schlechte Handelsbilanz mit der Schweiz.
Das Wirtschaftsdepartement von Bundesrat Guy Parmelin (66) verhandelt schon länger mit der US-Regierung über ein rechtsverbindliches Abkommen. Bislang gibt es nur eine Absichtserklärung. Die sieht vor, dass Zölle auf US-Produkte gleich reihenweise abgebaut werden sollen. Neben sämtlichen Industrieprodukten kommt die Schweiz den USA auch bei Fisch und Meeresfrüchten entgegen. Ein Import kommt der hiesigen Landwirtschaft – unter anderem aufgrund des fehlenden Meeranschlusses – kaum in die Quere. Zudem gewährt die Schweiz Zollkontingente auf Rind-, Bison- oder Geflügelfleisch. Die Details dürften im Abkommen geklärt werden. Doch ein solches steht und fällt mit der Unterschrift des Präsidenten und ist auch von seinen Launen abhängig.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich der US-Präsident kritisch über die Schweizer Politik äussert. Im vergangenen Jahr ordnete Trump nach einem missglückten Telefonat mit der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter (62) einen der höchsten Zölle weltweit an. 39 Prozent erhielt die Schweiz am 1. August 2025 aufgebrummt. Später machte er sich in einem Interview über Keller-Sutter lustig und zog auch in seiner Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos über die Schweiz her.

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