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Arbeitszeitmodelle

Work-Life-Balance heisst immer auch: flexible Arbeitszeiten

7-Tage-Woche? Die Frage sollte nicht heissen, ob es funktioniert. Sondern wann es kommt.

Tina Fischer

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Telearbeit in der Nacht:Β Wer junge, qualifizierte Leute fΓΌr sein Unternehmen begeistern will, muss das bieten. imago images/Westend61

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In der Schweiz ist der Sonntag heilig. Es ist der Tag fΓΌr die Erholung und die Familie, aber vor allem ist es der arbeitsfreie Tag. Dieses Konzept gilt bis jetzt – und wird zunehmend auf den Kopf gestellt. Arbeit und Freizeit flexibel auf sieben Tage die Woche aufteilen – das fΓΌhrte das britische IngenieurbΓΌro Arup ein und sorgt weltweit fΓΌr Aufsehen.
Ob das Konzept auch in der Schweiz funktioniert? Die Frage sollte nicht heissen, ob es funktioniert, sondern wann es kommt.
Durch die Corona-Pandemie hat sich bereits eine starke Flexibilisierung der Arbeitszeiten durchgesetzt. Und das ist gut so. Im Homeoffice kΓΆnnen die Arbeitstage lΓ€nger sein, da Hin- und RΓΌckreise zum Arbeitsort entfallen. Gleichzeitig kann aber auch frΓΌher Feierabend gemacht oder eine Aufgabe auf die Zeit nach dem Abendessen verschoben werden. Und da der Computer im eigenen Zuhause steht statt im entfernten BΓΌro, ist es auch mΓΆglich, am Wochenende das Mailprogramm zu starten und bereits fΓΌr den Montag vorzuarbeiten.
Klar, nicht jeden Tag schuften zu mΓΌssen, ist eine gesellschaftliche Errungenschaft. Logisch, dass es Pausen braucht zum Innehalten und Auftanken. Berechtigterweise gibt es fΓΌr viele Berufe besondere Regeln bezΓΌglich der Arbeitszeit am Wochenende oder wΓ€hrend der Nacht. Doch das flexible Arbeiten wird hierzulande leider oft als problematisch an gesehen.

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Dabei wΓΌrde eine flexible Einteilung der Arbeitszeit neue MΓΆglichkeiten erΓΆffnen: Paare mit Kindern kΓΆnnen ihren Nachmittag draussen im Wald verbringen und die Stunden dann am Abend, wenn die Kinder im Bett liegen, nacharbeiten. Auch Sonnenhungrige, die im Winter wΓ€hrend der wenigen hellen Stunden gerne draussen sind, kΓΆnnen so die Sonne geniessen und die Arbeitszeit auf den verregneten Samstag verlegen.

Β«Wer junge, qualifizierte Arbeitnehmende fΓΌr sein Unternehmen begeistern will, sollte diese MΓΆglichkeit schaffen.Β»

Allerdings gilt es auch darauf zu achten, dass nicht plΓΆtzlich der Anspruch vonseiten des Arbeitgebers entsteht, dass die Mitarbeitenden 24/7 erreichbar sein mΓΌssen. Es braucht eben gute Absprachen, damit es fΓΌr beide Seiten passt. Auch ist ein solches System nicht fΓΌr alle Jobs geeignet. FΓΌr Β«WissensarbeitendeΒ» wie AnwΓ€ltinnen, Medienschaffende oder Programmierer, die ihre Arbeit per Computer ausfΓΌhren kΓΆnnen, ist es aber klar eine Option.
Die flexible Sieben-Tage-Woche bedingt ein noch grΓΆsseres Vertrauen von Unternehmens- wie auch von Arbeitnehmerseite. Die Gefahr, dass zu viel gearbeitet wird, darf nicht ausser Acht gelassen werden. Hier sind Massnahmen in der PrΓ€vention und Begleitung der Mitarbeitenden gefragt. Auch die Gefahr, dass faule Mitarbeitende das System ausnutzen kΓΆnnten, besteht.

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Trotz diesen EinwΓ€nden sind flexible Arbeitszeiten die Zukunft. Wer junge, qualifizierte Arbeitnehmende fΓΌr sein Unternehmen begeistern will, sollte diese MΓΆglichkeit schaffen. Freizeit und Arbeit gut zu vereinbaren, das ist heute ein wichtiger Grund bei der Arbeitgeberwahl. Deshalb gilt fΓΌr Firmen, aber auch fΓΌr die Politik, die die rechtlichen Rahmenbedingungen in dieser Sache setzt: Wagt mehr FlexibilitΓ€t. Es lohnt sich.

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