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Audemars Piguet

Wette auf die Zukunft

Die Luxusuhrenmarke aus Le Brassus hat in die eigenen Produktionskapazitäten investiert – und erhofft sich viel davon.

Iris Kuhn Spogat

<p>L’Arc: 23’700 Quadratmeter für 700 Kunsthandwerker, Ingenieure und Uhrmacher.</p>

L’Arc: 23’700 Quadratmeter für 700 Kunsthandwerker, Ingenieure und Uhrmacher.

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Letztes Jahr feierte Audemars Piguet (AP) das 150-jährige Bestehen. Man hat sich sehr angestrengt mit Festivitäten rund um den Globus, lautem Marketing und herausragenden Jubiläumsuhren – die letzten Feuerwerke von François-Henry Bennahmias, der nach zwölf Jahren als CEO von AP Anfang 2024 den Stab an Ilaria Resta übergeben hat. Die Sonderefforts 2025 haben sich gemäss der Italoschweizerin bezahlt gemacht: Im Interview mit BILANZ annoncierte sie schon Ende November ein zwölfprozentiges Umsatzplus im schwierigen Uhrenjahr 2025.

Auch 2026 beginnt sie mit einem Ausrufezeichen: mit der Einweihung von L’Arc, einem 321 Meter langen Rundbau der Genfer Architekten de Giuli  &  Portier in Le Brassus, dem Hauptsitz des Familienunternehmens. Hier werden künftig Hunderte von Angestellten arbeiten, die bisher auf verschiedene Standorte verteilt waren. Von der neuen Nähe und einer Eins-a-Infrastruktur verspricht man sich ein Mehr an Tempo, Effizienz, Kreativität, Agilität, Innovation – und natürlich Output. Zusammen mit den Produktionsstätten in Le Locle und Meyrin bei Genf kann AP die aktuell rund 50’000 Uhren im Jahr auf 70’000 – auf die gleiche Höhe wie Konkurrent Patek Philippe – hochschrauben.

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<p>CEO Ilaria Resta erwartet mehr Effizienz und Kreativität – und höhere Stückzahlen.</p>

CEO Ilaria Resta erwartet mehr Effizienz und Kreativität – und höhere Stückzahlen.

Anoush Abrar für BILANZ
<p>CEO Ilaria Resta erwartet mehr Effizienz und Kreativität – und höhere Stückzahlen.</p>

CEO Ilaria Resta erwartet mehr Effizienz und Kreativität – und höhere Stückzahlen.

Anoush Abrar für BILANZ

In die eigene Produktion und damit in Unabhängigkeit zu investieren, ist in den Sphären nichts Ungewöhnliches: «Jede bedeutende Marke, die es sich leisten kann, versucht eine Vertikalisierung», sagt Industrieanalyst Oliver Müller. Es ist dies ein gemeinsamer Nenner der sogenannten «Big Four» der Unabhängigen – Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille. Und ein Teil ihres Erfolgs: Im Wettbewerb um Profil und Marktanteile ziehen diese Luxusuhrenhersteller in Begehrlichkeit und Wertstabilität den allermeisten Konzernmarken davon. Das geht aus dem Report, den Müller zusammen mit Morgan Stanley seit 2018 zum Stand der Dinge in der Schweizer Uhrenindustrie verfasst, hervor. Ob die Investitionen, die AP jetzt getätigt hat, je rentieren werden? «Ich bin skeptisch», so Müller, «aber in zehn Jahren sagt man vielleicht, das war der beste Entscheid ever.» 

Über die Autoren
Iris Kuhn Spogat
Iris Kuhn-Spogat
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