In Zeiten volatiler Märkte rücken Sachwerte erneut in den Fokus. Unter ihnen nehmen Uhren eine Sonderstellung ein. Sie sind mobil, international handelbar, emotional aufgeladen und erstaunlich stabil, insbesondere Ikonen wie die Nautilus Ref. 5711/1A-010 von Patek Philippe und die Rolex Cosmograph Daytona 126500LN gelten als verlässliche Wertaufbewahrung. «Bei den grossen Namen kann man davon ausgehen, dass sie im Wert stabil bleiben», erklärt Jessica Graf, Schweizer Direktorin des Auktionshauses Sotheby’s. Auktionshäuser wie Sotheby’s fungieren als Marktbarometer. Sie bündeln Expertise, schaffen Transparenz und verbinden Verkäufer und Käufer weltweit. Der Markt ist entsprechend transparent, global und liquide – und Zeitmesser sind spannend, nicht nur für Sammler, sondern auch für Investoren.
Die Nautilus Ref. 5711/1A-010 von Patek Philippe.PR
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Der Uhrenmarkt generell und der Sekundärmarkt im Speziellen haben sich dabei stark professionalisiert. Das einstige Schmuddelimage hat das Gebrauchtuhrengeschäft abgelegt:
Ein frühes Signal setzte Bucherer, die bereits 2019 ein eigenes Certified-Pre-Owned-Programm lancierte. Uhren aus Vorbesitz werden dort von Uhrmachern sorgfältig geprüft, authentifiziert, revidiert und anschliessend mit einer zweijährigen Garantie verkauft. Für Käufer bedeutet das: Sekundärmarkt ohne Unsicherheitsfaktor. Noch deutlicher wurde der Paradigmenwechsel, als Rolex begann, Modelle aus Vorbesitz selbst zu prüfen, zu zertifizieren und offiziell als CPO zu vertreiben.
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Was eine Secondhanduhr wertvoll macht, sind Authentizität, Funktionstüchtigkeit und gemäss Graf ihre Provenance – ihre belegbare Herkunft und Geschichte. Eine seltene Referenz mit dokumentierter Historie erzielt deutlich höhere Preise als ein vergleichbares Modell ohne Kontext. Herkunft schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Wert. Auch das Material spielt eine Rolle: Modelle aus Platin oder mit besonderen Armbändern wie exotischem Leder gelten als besonders wertstabil.
Jessica Graf ist Schweizer Direktorin des Auktionshauses Sotheby’s.Dominik Orth / ORTHart Photography
Dominik Orth / ORTHart Photography
Ein Blick auf aktuelle Auktionshighlights unterstreicht diese Dynamik. Bei einer Genfer Auktion von Phillips Ende vergangenen Jahres erzielte eine Patek Philippe Referenz 1518 aus Stahl – eine der seltensten Armbanduhren der Welt mit ewigem Kalender und Chronographen – 14’190’000 Schweizer Franken. Damit wurde sie zur teuersten je versteigerten Vintage-Patek-Philippe-Armbanduhr. Auch unabhängige Uhrmacher stehen hoch im Kurs: Eine F.P. Journe Chronomètre à Résonance Souscription No. 2 (2000) wurde in derselben Auktion für 3’572’865 Euro verkauft. Aktuelle Angebote bei Sotheby’s zeigen dieselbe Logik im Direktverkauf: Gesuchte Modelle wie eine Richard Mille 011 oder limitierte Editionen von A. Lange & Söhne sind zunehmend sofort erhältlich. Eine Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon in Roségold (Ref. 26530OR.OO.1220OR.01) wird derzeit für 207’727 Schweizer Franken angeboten.
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Patek Philippe Referenz 1518PRRichard Mille 011zVgAudemars Piguet Royal Oak Tourbillon in RoségoldzVg
Gezielt statt impulsiv: So kauft die neue Generation
Heute kaufen Investoren Uhren weniger aus dem Bauch heraus als früher. Recherche, Marktbeobachtung und Kalkül bestimmen ihre Entscheidungen. Sammler hingegen bleiben Sammler. Sie sind leidenschaftlich, manchmal unvernünftig und oft weiterhin spontan. Und dann wächst da offenbar eine neue Generation Uhrenkundschaft heran: «Die junge Zielgruppe hat sich das Geld selbst erarbeitet, also hat sie einen ganz anderen Bezug dazu», sagt Graf und deutscht aus: «Früher kauften die Leute, was ihnen gefallen hat. Heute kommen sie bereits mit ganz konkreten Vorstellungen, welches Modell, welche Referenz und welche Farbe sie suchen.» Jüngere Käuferinnen und Käufer sind bestens informiert, wissen genau, was sie wollen – und kaufen mit Fokus auf Werterhalt in der langen Frist. Widerstrebt Graf ein wenig: «First of all, muss einem eine Uhr doch gefallen» , sagt sie. Und: Werterhalt sei wichtig, aber schon beim ersten Kauf? Zudem: Niemand besitze eine Kristallkugel und könne voraussagen, wie sich der Wert eines Zeitmessers entwickelt – nicht einmal der einer Daytona oder Nautilus.