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Der mit dem Hai taucht

Fortis aus Grenchen arbeitet mit einem jungen Team von Hai-Forschern und Meeresbiologen zusammen – und hat auch die richtige Uhr dazu.

Roger Rüegger

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Spitzenmodell in der Taucheruhren-Kollektion von Fortis ist die bis 500 Meter wasserdichte M-44 Marinemaster mit einem Chronometer-zertifizierten Werk von Kenissi. Das Gehäuse ist DLC-beschichtet – und hat bereits vor der Küste Floridas ein paar unvergessliche Tauchgänge geloggt. (Hier abgebildet die M-44 DLC Gravity Black). diveintowatches.com

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Mancher Tauchfan führt eine Bucket List und darauf steht, Haien in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen. Für den deutschen Freitaucher und Hai-Forscher Lukas Müller ist das sogar Lebensaufgabe: Gemeinsam mit seinem Team verbindet er mit Ocean Collective das Nützliche mit dem Angenehmen und nimmt auf sogenannten «Citizen-Science-Expeditionen» interessierte Menschen mit, die dann für eine begrenzte Zeit aktiv an Forschungsprojekten teilnehmen und hautnah miterleben können, warum der Schutz der zum Teil stark gefährdeten Hai-Bestände so eminent wichtig ist. Getaucht wird dabei ohne Pressluftflasche, um einerseits die zum Teil enorm scheuen Tiere nicht zu verschrecken, und andererseits für Unterwasseraufnahmen ohne störende Luftblasen.

«All Dark»

Müllers Uhren-Partner ist Fortis und Müller Markenbotschafter der Grenchener Marke. Gegründet 1912 gehört sie seit 2018 dem Unternehmer Jupp Philipp und fokussiert auf professionelle Einsatz-Uhren: Mit Modellreihen wie Novonaut, Flieger und Stratoliner wird das Segment der Flieger- und Weltraumuhren abgedeckt. Für den Einsatz im Wasser gibt es seit 1954 die Marinemaster-Kollektion. Vor fünf Jahren hat Philipp die Linie neu belebt mit einem 40 Millimeter und einem 44 Millimeter grossen Modell mit Edelstahl-Gehäuse, beide erhältlich mit unterschiedlichen Farben und Bändern. Die grössere und bis 500 Meter wasserdichte M-44 verfügt im Unterschied zur kleineren Schwester über einen Sperrmechanismus für die in diesem Fall beidseitig rastende Lünette. Im Innern arbeitet ein automatisches Kaliber von Kenissi, Werk 11. Es ist Chronometer-zertifiziert und schafft bei Vollaufzug rund 70 Stunden Gangreserve.

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Neu gibt es mit der M-44 DLC Gravity Black und Black Resin zwei komplett schwarze Varianten der Marinemaster. Bei der Black Resin sind selbst die beiden verschraubten Kronen und der massive Gehäuseboden DLC-beschichtet. Die gebürsteten Zeiger und Indexe sind goldfarben umgesetzt, die Leuchtmasse passend dazu ebenfalls in einem wärmeren Ton gehalten. Die Gravity-Black-Version hat silberfarbene Zeiger und Indexe sowie eine komplett weisse Superluminova-Leuchtmasse. Preislich starten die Marinemaster-Modelle bei 2950 Franken (M-40), die M-44 mit dem exklusiveren Werk und dem aufwendigeren Drehring liegt je nach Ausführung zwischen 4250 und 6500 Franken, dazu gibts bei allen Modellen 5 Jahre Garantie.
Sicherheit geht vor: die Marinemaster M-44 DLC Black Resin, hier im 20 Meter tiefen Tauchturm in Siegburg, einem beliebten Ausbildungszentrum für Geräte- und Freitaucher.
Applizierte Indexe, gebürstete Zeiger und ein Zifferblattmuster, das das «O» des Marken-Schriftzugs wiederholt.
Alles im Blick: Auf Augenhöhe mit Bullen- und Zitronenhaien vor der Küste Floridas.
«Keine Termine und nur den Horizont vor Augen»: Die bis 500 Meter wasserdichte Uhr richtet sich unmissverständlich an aktive Menschen.
Mit der bis 300 Meter wasserdichten Marinemaster M-40 (hier in «Serenity Blue») bietet Fortis seit 2021 auch eine etwas kleinere und günstigere Variante der Taucheruhr an.
Auch für Nachttauchgänge geeignet: Die M-44 ist mit blau leuchtender Leuchtmasse (Superluminova, X1) ausgestattet, selbst das Rehaut und Logo leuchten im Dunkeln.
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Null Garantien gibt es dagegen beim Tauchen mit Haien: Am ersten Tag waren die Wellen zu hoch, am zweiten streikte kurz nach Ablegen die Hydraulik, sodass wir nach West Palm Beach zurückgeschleppt werden mussten. Aber am Tag drei stimmten die Bedingungen.
Fortis hat Anfang Februar das Kernteam von Ocean Collective bei einem Trip nach Florida unterstützt, um im warmen Golfstrom nach Tiger-, Bullen-, Hammerhaien und idealerweise auch nach Weissen Haien Ausschau zu halten. Mit dabei: die beiden neuen Marinemaster-Modelle und ich, Uhrenjournalist mit über zwanzig Jahren Taucherfahrung. Ich hatte bei der Vorbereitung auf diesen Trip schnell lernen müssen, dass Frei- und Gerätetauchen wenig miteinander zu tun haben. Während normale, einteilige Neoprenanzüge bereits mühsam anzuziehen sind, können die dünneren Open-Cell-Zweiteiler von Apnoe-Tauchern nur im Wasser angezogen werden – und das just in der Zeit, in der Floridas Leguane vor Kälte gleich reihenweise von den Bäumen gefallen sind. Die Flossen fürs Freitauchen sind einiges länger und die Taucherbrillen kleiner. Man verbringt viel mehr Zeit im Wasser, und ein Schnorchel ist unabdingbar: Mit – in unserem Fall zeitweise bis zu einem Dutzend – Bullenhaien zu tauchen, erfordert ein konstantes Monitoring der Umgebung an der Wasseroberfläche. Wir hatten das Glück, dass sich zu den Bullen- auch ein paar Zitronenhaie gesellten und dann mindestens ein Tigerhai, dessen Ankunft sich unter anderem dadurch ankündigte, dass sich sämtliche anderen Haie davonmachten. Das Highlight des Tages war fraglos die erste Sichtung der Saison eines Grossen Hammerhais. Er steht auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als «vom Aussterben bedroht». Ihm in freier Wildbahn zu begegnen: unvergesslich.

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Tool Watch fürs Shark Watching

Die beiden M-44-Marinemaster haben das Abenteuer wie erwartet problemlos gemeistert. Auf dem stundenlangen Shark Drift vor der Küste Floridas war die effektive Uhrzeit interessanterweise wichtiger als die Tauchzeit bei einem regulären, durch den Inhalt einer Flasche definierten Tauchgang. So gesehen ist die vergleichsweise schmale Lünette dem Anlass entsprechend gut dimensioniert. Und erstaunlich griffig, sowohl an Land wie auch im Wasser, selbst mit Handschuhen. Das Kautschukband ist für kräftige Handgelenke plus dickem Neoprenanzug etwas knapp bemessen. Aber sonst nichts zu mäkeln. Fortis hat mit dem Modell ein fähiges Tauchinstrument hergestellt, das punkto Verarbeitungsqualität und Ausstattung viel zu bieten hat. Wem das komplett schwarze Gehäuse zu viel Understatement (oder Tarnkappen-Look) ist: Die M-44 Black Resin gibt es auch mit unbeschichtetem Edelstahlgehäuse. Sie kostet 4250 Franken.

Steckbrief zur Uhr

Gehäuse: 44 mm, Edelstahl
Werk: Werk 11
Gangreserve: 70 h
Preis: 4550 Fr.

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