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Radikale Öffnung

Ilaria Resta soll Audemars Piguet in die Zukunft führen

Die Italienerin bringt frischen Wind in die traditionsreiche Uhrenmarke und setzt auf «Radical Openness» in einer männerdominierten Branche.

Florian Fels

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Outsiderin an der Spitze: Ilaria Resta bei Audemars Piguet. Anoush Abrar für BILANZ

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Sie kommt nicht aus der Uhrenbranche. Sie kommt nicht aus der Romandie. Und trotzdem ist Ilaria Resta heute die vermutlich mächtigste Frau in der Schweizer Haute Horlogerie. Seit Januar 2024 ist die gebürtige Italienerin Chefin von Audemars Piguet, einer der letzten grossen familiengeführten Uhrenmanufakturen der Welt. Ihr Amtsantritt sorgte für Aufsehen: eine Outsiderin an der Spitze einer Welt, die traditionell Männern vorbehalten war und die ihre Geheimnisse lieber unter sich hält.
Resta kennt keine Berührungsängste. «Radical Openness» nennt sie die Philosophie, mit der sie die Marke aus dem ehrwürdigen Vallée de Joux in die Gegenwart führen will. Türen öffnen, wo früher Exklusivität durch Abschottung definiert wurde. Den Kunden dazu einladen, nicht nur das Produkt zu besitzen, sondern auch die Entstehung zu erleben – das Handwerk, den Geist, die Geschichte. Für eine Manufaktur, die seit über 150 Jahren nahezu unverändert im selben Takt schlägt, ist das eine kleine Revolution. Dabei bringt Resta einen Rucksack mit, der in dieser Branche ungewöhnlich ist: Über zwei Jahrzehnte lang wirkte sie bei Procter & Gamble, wo sie europäische Haarpflegemarken sanierte, Marken wie Duracell und Ariel verantwortete und schliesslich das nordamerikanische Haircare-Geschäft zu den stärksten Resultaten seit elf Jahren führte. Dann wechselte sie zu Firmenich, wo sie als Präsidentin der globalen Parfümeriedivision eine der ranghöchsten Frauen in der Duftstoffbranche war. Konsumgüter, Massenmarkt, globale Konzerne – denkbar weit entfernt von handgefertigten Tourbillons in limitierter Auflage.

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Doch genau das macht ihre Sicht wertvoll. Während andere Uhrenmanager in Kategorien wie «Sammler» und «Heritage» denken, denkt Resta aus der Sicht von Konsumentinnen und Konsumenten. Resta steht für eine neue Generation von Führungsfrauen: eine, die das System mit ihren eigenen Regeln bespielt – und bisher immer gewann.

Ausbildung

Ilaria Resta studierte Marketing und Wirtschaft an der Università Federico II in Neapel, wo sie mit Auszeichnung abschloss. Danach erwarb sie einen Master in Financial Mathematics. 2021 absolvierte sie zudem ein Executive Program in Digital Transformation am IMD in Lausanne.

Hobbys

Resta ist leidenschaftliche Tennisspielerin und bekennender Fan der Nummer eins im Welttennis, Jannik Sinner. Daneben gilt ihre Begeisterung der Uhrmacherkunst selbst – einer Leidenschaft, die sie nach eigenen Angaben erst durch ihre neue Rolle wirklich entdeckt hat.
Dieser Artikel ist im Millionär, einem Magazin der Handelszeitung, erschienen (Juni 2026).

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