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LVMH Watch Week in Mailand

«In China sind die Frauen dank Marken wie Omega und Rolex daran gewöhnt, dass Luxusuhren mechanisch sind»

Jean-Christophe Babin, Chef der Uhrendivision von LVMH und CEO von Bulgari, über drastische Selektion, uralte Münzen und Quarzwerke.

Iris Kuhn Spogat

<p>Jean-Christophe Babin setzt auf Damenuhren bei der LVMH Watch Week in Genf.</p>

Jean-Christophe Babin setzt auf Damenuhren bei der LVMH Watch Week in Genf.

Torvioll Jashari

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Herr Babin, Bulgari führt an der LVMH Watch Week nur Frauenmodelle vor. Warum? 

Letztlich, damit diese Uhren Ihre ganze Aufmerksamkeit bekommen. Erfahrungsgemäss nehmen Journalisten bei solchen Multi-Marken-Events eine drastische Selektion vor, und nur 10 bis 20 Prozent der Neuheiten schaffen es in ihre Berichterstattung. Wir haben uns gesagt, wir fangen das Jahr mit Damenuhren an, die Männer sind dann an der Watches and Wonders im April dran. 

Sie schreiben die Monete-Kollektion fort mit der Maglia Milanese Monete Secret Watch. Wo haben Sie eigentlich die Münzen her, die Bulgari seit den 1960er-Jahren zu Schmuck zu verarbeiten pflegt?

Es gibt viele Münzhändler in London, und in Italien weiss auch jeder vom Fach, dass wir für Uhren und Schmuck an alten Münzen interessiert sind. 

Wann ist eine Münze interessant? 

Sie muss in einem guten Zustand sein, reinigen darf man sie ja nicht, sonst würde man sie ja um das Historische bringen. Zudem kaufen wir nur italienische, griechische und byzantinische Münzen. 

Welchen Alters? 

Also, die, die Sie jetzt gerade anschauen, ist 1750 Jahre alt. Das Sourcing ist anspruchsvoll, aber kein Problem: Im Römischen Reich waren die Münzen nicht nur Tausch- sondern auch Kommunikationsmittel – die schnellste Möglichkeit, einen Machtwechsel bekannt zu machen, war es, Münzen zu prägen, weil sie schnell zirkulieren. Das ist auch der Grund, warum es auf allen ein Gesicht hat. 

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<p>Bulgari präsentiert an der LVMH Watch Week 2026 in Genf einen neu interpretierten Klassiker. Die Maglia Milanese Monete Secret zeigt eine antike Münze mit Kaiser Caracalla aus Roségold.</p>

Bulgari präsentiert an der LVMH Watch Week 2026 in Genf einen neu interpretierten Klassiker. Die Maglia Milanese Monete Secret zeigt eine antike Münze mit Kaiser Caracalla aus Roségold.

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<p>Bulgari präsentiert an der LVMH Watch Week 2026 in Genf einen neu interpretierten Klassiker. Die Maglia Milanese Monete Secret zeigt eine antike Münze mit Kaiser Caracalla aus Roségold.</p>

Bulgari präsentiert an der LVMH Watch Week 2026 in Genf einen neu interpretierten Klassiker. Die Maglia Milanese Monete Secret zeigt eine antike Münze mit Kaiser Caracalla aus Roségold.

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Sie machen sich die Mühe und entwickeln kleine mechanische Kaliber für Damenuhren, während andere Marken schnell einmal auf Quarz schwenken, wenn die Uhren kleiner werden. Warum? 

Grundsätzlich ist es einfach nicht nobel genug, in einer Golduhr für 45’000 Franken ein Quarzwerk für 15 Franken zu verbauen. Ein anderer Punkt ist, dass sich immer mehr Frauen für Uhren interessieren und Mechanik schätzen. Interessanterweise gilt das weniger in den USA, dafür sehr in China. Seit wir dieses Piccolissimo lanciert haben, ist China dafür der wichtigste Markt.

Warum?

In China sind die Frauen dank Marken wie Omega und Rolex daran gewöhnt, dass Luxusuhren mechanisch sind. In dieser Kultur sind zudem Kohärenz des Konzepts und Authentizität wichtig: Wenn etwas als Artisanal angeboten wird, dann soll es das auch von A bis Z sein. Für Amerikanerinnen dagegen sind Ästhetik und Funktionalität wichtig, und ein Quarzwerk ist von daher praktisch. 

Deshalb hat sich LVMH am Werkebauer La Joux-Perret aus
La Chaux-de-Fonds beteiligt, der der japanischen Citizen gehört?

Ja. Wir haben uns damit eine Quasi-Exklusivität an deren Solargraphe gesichert. Dieses Quarzwerk bezieht die Energie von der Sonne, braucht keine Batterie und ist den Werken anderer Hersteller teils weit voraus. So etwas selbst zu entwickeln, ist eine grosse Investition, die wir mit unseren Volumen niemals amortisieren könnten. 

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Was ist an dem Deal quasi-exklusiv? 

Es gibt noch zwei Schweizer Uhrenmarken, die nicht zur LVMH Group gehören, die bereits Kunden von La Joux-Perret waren, als wir kamen. Das akzeptieren wir. Aber keine weiteren. 

Was erwarten Sie 2026? 

2025 war schwierig, aber keine Katastrophe. 2026 wird es ähnlich, die Prognosen pendeln zwischen minus und plus zwei Prozent. Möglicherweise haben wir es hier ja auch mit einem Trend zu tun: Wo die Märkte für Luxus reif sind, wird es keine wesentliche Expansion des Marktes selbst mehr geben. Für Wachstum muss man Marktanteile gewinnen – zulasten der Konkurrenz.  

Und das entscheidet sich im Wesentlichen an den neuen Ideen, mit denen Sie das Rad am Drehen halten. 

Genau, und das wiederum ist sehr stimulierend. Zudem muss man schnell sein. Daher ist es ja auch so gut, dass wir mit der LVMH Watch Week schon im Januar erste Neuheiten lancieren – und auch liefern können. 

 

Über die Autoren
Iris Kuhn Spogat
Iris Kuhn-Spogat
Iris Kuhn-Spogat

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