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Platin

Luxus ohne Getöse

Platin ist selten, schwer und anspruchsvoll zu bearbeiten. Eigenschaften, die es vom Problemfall zum bevorzugten Metall für besondere Uhren machten.

Tom Wanka

Das President-Band von Rolex in 950er-Platin.
Das President-Band von Rolex in 950er-Platin.©Rolex/Ulysse Fréchelin

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In der Uhrmacherei war Platin zunächst kein Selbstläufer. Seine Verarbeitung verlangte weit mehr als die Bearbeitung von Gold oder Silber, und sein aussergewöhnlich hohes Gewicht machte es für viele Anwendungen unpraktisch. Abraham-Louis Breguet experimentierte dennoch bereits um 1780 mit dem Material und setzte es zunächst unter anderem für Schwungmassen, später auch für Gehäuse ein.
Der Selbstaufzug war keine Erfindung von Abraham-Louis Breguet. Er perfektionierte ihn aber mit einer Schwungmasse aus Platin.
Der Selbstaufzug war keine Erfindung von Abraham-Louis Breguet. Er perfektionierte ihn aber mit einer Schwungmasse aus Platin.RMS
Der Selbstaufzug war keine Erfindung von Abraham-Louis Breguet. Er perfektionierte ihn aber mit einer Schwungmasse aus Platin.
Der Selbstaufzug war keine Erfindung von Abraham-Louis Breguet. Er perfektionierte ihn aber mit einer Schwungmasse aus Platin.RMS
Im frühen 20. Jahrhundert gewann Platin für Schmuck und besonders feine Uhren an Bedeutung. Seine unaufdringliche, fast graue Weissfärbung passte zur neuen Wertschätzung von Diamanten und zu komplexen, filigranen Gestaltungen. Während Gold weithin sichtbar für Wert stand, etablierte sich Platin als Material für Kenner: kostbar, aber nie plakativ.
Die Parmigiani Toric Quantième Morning Blue besitzt ein Gehäuse aus 950er-Platin.
Die Parmigiani Toric Quantième Morning Blue besitzt ein Gehäuse aus 950er-Platin.RMS
Die Parmigiani Toric Quantième Morning Blue besitzt ein Gehäuse aus 950er-Platin.
Die Parmigiani Toric Quantième Morning Blue besitzt ein Gehäuse aus 950er-Platin.RMS
Diese Rolle hat das Metall bis heute behalten. Platin wird von vielen Herstellern bevorzugt für grosse Komplikationen, Jubiläumsstücke, limitierte Serien und Spitzenmodelle reserviert. Nicht weil es zwingend das technisch beste Gehäusemetall für jede Anwendung wäre, sondern weil es physische Eigenschaften, schwierige Bearbeitung, seltene Verfügbarkeit und kulturelle Bedeutung in ungewöhnlicher Dichte vereint.

Nicht nur Luxus

Die Bedeutung von Platin reicht weit über den Schmuck und die Uhrmacherei hinaus. Es wird als Katalysator in Fahrzeugen, in der chemischen Industrie und bei Brennstoffzellen eingesetzt, ausserdem in Elektronik, Medizintechnik, Glasfaserproduktion und platinhaltigen Krebsmedikamenten. Das relativiert die Vorstellung vom reinen Luxusmetall. Wer eine Platin-Uhr trägt, hat zwar einen sehr exklusiven Werkstoff am Handgelenk – aber einen, dessen Wert auch auf einer aussergewöhnlichen Verbindung aus Chemie, Geologie, Industriegeschichte und handwerklicher Widerständigkeit beruht.

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Platin ist schwer zu verarbeiten, dafür aber auch ein vielfach verwendbares Metall.
Platin ist schwer zu verarbeiten, dafür aber auch ein vielfach verwendbares Metall.RMS
Platin ist schwer zu verarbeiten, dafür aber auch ein vielfach verwendbares Metall.
Platin ist schwer zu verarbeiten, dafür aber auch ein vielfach verwendbares Metall.RMS

Das stille Prestige

Stahl kann sportlich sein, Titan technisch, Gold demonstrativ. Platin dagegen besitzt eine andere Form von Ausdruck: Es verlangt kein Erkennen auf Distanz. Seine Botschaft erschliesst sich beim Anfassen, im Gewicht am Handgelenk und im Blick auf eine matte Flanke neben einer sorgfältig polierten Fase.
Genau darin liegt sein Platz in der Haute Horlogerie. Platin macht eine Uhr nicht automatisch besser. Aber wenn es eine Manufaktur verwendet, dann meist, weil sie eine Aussage über Material, Aufwand und bleibenden Wert treffen möchte – leise, schwer und sehr bewusst.
Die Grand Complication von Patek Philippe 6301P-001 in Platin mit einem Zifferblatt aus schwarzer Grand-Feu-Emaille.
Die Grand Complication von Patek Philippe 6301P-001 in Platin mit einem Zifferblatt aus schwarzer Grand-Feu-Emaille.RMS
Die Grand Complication von Patek Philippe 6301P-001 in Platin mit einem Zifferblatt aus schwarzer Grand-Feu-Emaille.
Die Grand Complication von Patek Philippe 6301P-001 in Platin mit einem Zifferblatt aus schwarzer Grand-Feu-Emaille.RMS

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