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Uhren

Rich around the clock

Der Uhrenbranche geht es blendend: Uhren mit Schweizer Herz bleiben begehrt. Diese Nachfrage macht die bekannten Uhrendynastien immer reicher.

Nick Hayek
Mit einem Coup, der fürs laufende Jahr Rekordergebnisse verspricht: Nick Hayek. Philippe Rossier

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In Sachen Luxus ist die Schweiz keine WΓΌste, aber doch ein sehr kleiner Punkt auf der Landkarte. Da dominieren Frankreich, Italien, die USA. Mit einer wichtigen Ausnahme: Uhren. Da macht den Schweizer Anbietern im oberen und obersten Segment niemand was vor.
Und die Uhren, die ihre Sammler arm machen, machen gleichzeitig die Familien, die hinter den grossen Marken stehen, reich. Schwerreich sogar. Hier die reichsten Uhren-Dynastien aus der Liste der 300 Reichsten der Β«BilanzΒ».

Familie Stern

GE, Uhren
β–²  4–4,5 Milliarden
Mit dem Kauf einer Beteiligung am Edelsteinfasser Salanitro, der die grΓΆssten Uhrenmarken beliefert, hat Patek Philippe im September eine strategische Investition getΓ€tigt. Damit sichert sich die Firma einen bevorzugten Zugang zu den Innovationen des KreativbΓΌros und zur Produktion. Ein grosser Vorteil in Anbetracht der boomenden Nachfrage nach Uhren mit Juwelenbesatz.
Nachdem die Genfer Manufaktur letztes Jahr 66'000 Uhren verkauft hatte, kΓΌndigte PrΓ€sident Thierry Stern (52) an, 2022 die Produktion um ein- bis zweitausend Zeitmesser zu erhΓΆhen. Dank ihrer neuen Manufaktur in Plan-les-Ouates, die seit zwei Jahren in Betrieb ist, kann die Gruppe diese Steigerung mΓΌhelos stemmen. Die Nachfrage, die seit der Pandemie in die HΓΆhe geschnellt ist, vermag sie damit aber nicht zu decken. Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley schΓ€tzen Patek Philippes Umsatz auf 1,53 Milliarden und rechnen damit, dass 2022 die Zwei-Milliarden-Grenze erreicht werden dΓΌrfte.

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Thierry Stern, PrΓ€sident von Patek Philippe.
Reto Albertalli
Thierry Stern, PrΓ€sident von Patek Philippe.
Reto Albertalli

Familie Hayek

AG/NW/ZG/VD, Uhren
β–Ό  3–3,5 Milliarden
Dieses Jahr ist es der Swatch Group endlich wieder gelungen, ein Produkt zu lancieren, fΓΌr das die Kunden stundenlang vor den LΓ€den anstehen: Die Moonswatch, eine Kooperation von Omega und Swatch, ist das Talking Piece der Branche. Ein Coup von Chef Nick Hayek, der fΓΌr dieses Jahr Rekordergebnisse verspricht. Dem Aktienkurs hat das freilich nur partiell genΓΌtzt: Um knapp zehn Prozent gingen die Valoren im Zuge der allgemeinen BΓΆrsenbaisse im letzten Jahr zurΓΌck. Dass der grΓΆsste Uhrenhersteller der Welt 2021 aus dem SMI verbannt wurde, hat auch nicht geholfen. So muss die Familie um VR-PrΓ€sidentin Nayla Hayek und Chef Nick – sie hΓ€lt 42,7 Prozent der Stimmrechte an der Swatch Group – auf dem Papier einen leichten Wohlstandsverlust verzeichnen. Auch Halbbruder (und Konzernleitungsmitglied) Marc Hayek sowie Mutter Marianne gehΓΆren zur Erbengemeinschaft des 2010 verstorbenen FirmengrΓΌnders Nicolas G.  Hayek.

Familien Audemars, Piguet

VD, Uhren, LuxusgΓΌter

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β–²  3–3,5 Milliarden
Nach der Einweihung ihres MusΓ©e Atelier, der neuen Manufacture des Saignoles, die auf einer FlΓ€che von 10'400 Quadratmetern die WerkstΓ€tten von Audemars Piguet in Le Locle beherbergt, und des HΓ΄tel des Horlogers investieren die Familien Audemars und Piguet am Hauptsitz in Le Brassus im grossen Stil in eine neue ProduktionsstΓ€tte. Sie soll 2024 den Betrieb aufnehmen und die KapazitΓ€t von derzeit 50 000 auf bis zu 70 000 Uhren im Jahr steigern. GemΓ€ss Bank Vontobel wird der Umsatz 2022 die Zwei-Milliarden-Marke ΓΌbertreffen, nach 1,6 Milliarden Franken 2021.Jasmine Audemars, die Urenkelin des Co-GrΓΌnders Jules-Louis Audemars, ist zusammen mit ihrer Schwester Yveline HauptaktionΓ€rin des Unternehmens.
Den beiden gehΓΆrt rund ein Drittel der Firma. Im August dieses Jahres hat die 81-jΓ€hrige Jasmine bekannt gegeben, dass sie das PrΓ€sidium an einen Familienexternen ΓΌbergibt: Seit dem 11. November ist Alessandro Bogliolo, vormals Chef von Tiffany, PrΓ€sident. Damit ist die Familie Audemars nicht mehr im Verwaltungsrat vertreten respektive nur noch dem Namen nach: Der VizeprΓ€sident des Verwaltungsrats, Olivier Audemars, ist als Nachkomme des GrΓΌndervaters Edward-Auguste Piguet ein Vertreter des Piguet-Zweigs.

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Auch er ist am Unternehmen wesentlich beteiligt. WΓ€hrend im Markt diverse Planspiele und GerΓΌchte zur Zukunft des Unternehmens kursieren, haben Jasmine und Olivier Audemars stets beteuert, dass die Firma organisch wachsen und unabhΓ€ngig bleiben solle.
Jasmine Audemars von der Uhrenmarke Audemars Piguet.
Marc Ducrest
Jasmine Audemars von der Uhrenmarke Audemars Piguet.
Marc Ducrest

JΓΆrg Bucherer

LU, Uhren, Schmuck
β–Ά  2–2,5 Milliarden
In der Stadt Luzern wimmelt es sogar bis weit in den Herbst von Touristen. Und obwohl die kaufkrΓ€ftige Kundschaft aus China fehlt, herrscht im HauptgeschΓ€ft der fΓΌhrenden Uhren- und Schmuckgruppe Bucherer am Schwanenplatz und davor ein GedrΓ€nge fast wie vor der Pandemie. Doch auch international lΓ€uft es wieder deutlich besser, wie Firmenchef Guido ZumbΓΌhl (60) bestΓ€tigt: Β«In allen MΓ€rkten liegen wir ΓΌber den Erwartungen. Sehr erfreulich ist die GeschΓ€ftsentwicklung mit den lokalen Kunden, hier konnten wir wiederum stark zulegen.Β»
Anhaltend hohe VerkΓ€ufe werden in den USA registriert, und dies trotz steigender Inflation. Der vor Jahresfrist erΓΆffnete Bucherer-Flagshipstore an der 57th Street in New York hat sich bereits zu einem Treffpunkt fΓΌr Uhrenliebhaber gemausert. Die US-Expansion wird fortgesetzt; im Oktober folgte die Akquisition von Leeds & Son, einem EinzelhΓ€ndler fΓΌr Luxusuhren und Schmuck. Zufrieden ist ZumbΓΌhl ebenso mit dem 2019 lancierten Handel mit Uhren aus Vorbesitz (CPO) wie auch mit dem GeschΓ€ftsgang der Uhrenmanufaktur Carl F. Bucherer. FΓΌr 2023 zeigt sich das Unternehmen, in dritter Generation vom Inhaber und VR-PrΓ€sidenten JΓΆrg Bucherer (86) gefΓΌhrt, trotz unsicherer Rahmenbedingungen zuversichtlich. ZumbΓΌhl rechnet mit einem Β«tiefen zweistelligen UmsatzwachstumΒ».

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Familie Borer

BE, Beteiligungen, Hotels
β–Ά  1,5–2 Milliarden
Daniel Borer (57) hat die Reissleine gezogen: Nachdem das Projekt Β«Swiss Rotor HubΒ» am Flughafen Grenchen ΓΌber zwei Jahre durch Einsprachen blockiert worden war, hat der Unternehmer und Rolex-Erbe den geplanten Bau des Helikopter-Kompetenzzentrums im September gestoppt. Seine Centaurium Aviation, die den Hub hatte bauen wollen, bleibe in Grenchen, wie es heisst. Es sei aber noch nicht festgelegt, wo ihr Fokus kΓΌnftig liegen werde.
Schwester Franziska Borer Winzenried kΓΌmmert sich mit Hingabe um die gemeinnΓΌtzigen Organisationen der Familie, etwa die Stiftung Vinetum. Diesen Sommer wurde sie von der Burgergemeinde Bern geehrt, da sie als StiftungsprΓ€sidentin ausgewΓ€hlte Projekte wie eine Professur am Institut fΓΌr Bienengesundheit fΓΆrdert.
Daniel Borer
Oliver Menge
Daniel Borer
Oliver Menge

Familie Scheufele

VD, Uhren, Schmuck
β–Ά  1,5–2 Milliarden
Karl-Friedrich Scheufele (64) und seine Schwester Caroline Scheufele (60) fΓΌhren die Luxusmarke Chopard. Er zeichnet fΓΌr die Uhrensparte verantwortlich, wΓ€hrend sie dem Schmuckbereich vorsteht und die kΓΌnstlerische Leitung innehat. Mit den Kindern von Karl-Friedrich ist auch die dritte Generation in die Firma eingestiegen: Caroline-Marie im Team fΓΌr Produktentwicklung und Karl-Fritz, der stark an der Lancierung der Sportuhr Alpine Eagle beteiligt war.

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Nach einem schwierigen Jahr 2020 haben die UhrenverkΓ€ufe 2021 praktisch wieder das Niveau von 2019 erreicht. Dank der Partnerschaft mit dem Filmfestival von Cannes, das wieder in gewohnter Form abgehalten werden konnte, geht es auch der Schmucksparte gut. Chopard beschΓ€ftigt 950 Mitarbeitende in der Schweiz und 2000 weltweit. Nun denkt der Uhren- und Schmuckhersteller ΓΌber den Bau eines neuen Standorts nach.
Zu den BesitztΓΌmern der Familie zΓ€hlen ferner die Uhrenmarke Ferdinand Berthoud, das Weingut Monestier La Tour in der Dordogne, der Caveau de Bacchus in Genf und mehrere Hotels, darunter das Β«1 Place VendΓ΄meΒ» in Paris.
Karl-Friedrich Scheufele lenkt die Uhrensparte von Chopard.
Porsche AG
Karl-Friedrich Scheufele lenkt die Uhrensparte von Chopard.
Porsche AG

Familie Schneider

BE, Uhren, Immobilien
β–²  1,5–2 Milliarden
Zwar hat ThΓ©odore Schneider einst alle Breitling-Aktien verkauft. Doch die Uhrmacherei liegt auch der dritten Generation der Familie im Blut: Ted Schneider, der Enkel von Ernest Schneider, welcher der noblen Uhrenmanufaktur wieder zu neuem Glanz verholfen hatte, grΓΌndete 2018 zusammen mit der Familie KΓΌffer die Marke Norqain. Das Unternehmen fΓΌhrt inzwischen mehr als 150 Verkaufsstellen auf der ganzen Welt, wobei die Schweiz, Japan und die Vereinigten Staaten die fΓΌhrenden MΓ€rkte sind.

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Im laufenden Jahr wird Norqain voraussichtlich einen Umsatz von 15 Millionen Franken erzielen. 2018 ist die Familie beim im ImmobiliengeschΓ€ft aktiven Start-up Swissroc eingestiegen, um die VermΓΆgensteile zu diversifizieren. Die Auflage von zwei Anlagevehikeln, eines fΓΌr Industrieobjekte, das andere mit Schwerpunkt sichere Seniorenwohnungen, verhalf der Immobiliengruppe in der Romandie dieses Jahr zu einem rasanten Wachstum. Neu verfΓΌgt sie auch ΓΌber ein Asset-Management-Team. Ihr Kapital lΓ€sst die Familie Schneider ΓΌber ihr Bieler Family Office BlackWolf verwalten.

Familie Bottinelli

VS/Singapur, Uhren, Private Equity
β–Ά  900–1000 Millionen
Die Familie Bottinelli hÀlt einen grossen Kapitalanteil am Uhrenhersteller Audemars Piguet. Analysten gehen davon aus, dass die Firma ein Rekordjahr hinlegen wird. Neu wird die Familienmanufaktur von Ex-Tiffany-Chef Alessandro Bogliolo geführt, der vom Verwaltungsrat, dem Oliviero Bottinelli angehârt, zum PrÀsidenten gewÀhlt wurde. Sébastien und Oliviero, die AnkeraktionÀre der Marke aus Le Brassus sind, beschÀftigen sich hauptberuflich vor allem mit Immobilien, Architektur und Design, Sammlerautos sowie Hotels. Der Wiederaufbau des Restaurants Le Chalet in Gruyères, das diesen Sommer abgebrannt ist, zÀhlt zu den PrioritÀten der beiden Brüder, denen die Erhaltung des helvetischen Kulturguts am Herzen liegt.

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Jean-Pierre Slavic

VD, Uhrenzulieferer
β–Ά  400–450 Millionen
Jean-Pierre Slavic machte sich als Zulieferer fΓΌr die Uhrenindustrie einen Namen. 2001 verkaufte er seine Firma Boninchi an Rolex. Zurzeit ist der 73-JΓ€hrige mit der Fertigstellung eines Immobilienprojekts im Wellnessbereich beschΓ€ftigt. Ferner befasst er sich mit mΓΆglichen Investitionen in die Produktion regionaler Lebensmittel.
Bekannt ist Slavic fΓΌr seine Autosammlung. In seinem unterirdischen Museum in Mies VD, dessen Besichtigung nur auf Einladung mΓΆglich ist, sind auf 1400 Quadratmetern 60 Rennwagen zu bestaunen, darunter 20 Ferraris. Finanziert hat er den Bau mit dem Verkauf eines Ferrari 166 Mille Miglia mit Jahrgang 1948, fΓΌr den er das 180-Fache des ursprΓΌnglichen Kaufpreises erzielte.Die 2001 gegrΓΌndete Fondation Arman Slavic, welche sich fΓΌr die BekΓ€mpfung des Alkoholismus eingesetzt hatte, wurde Ende September mit VerfΓΌgung der kantonalen StiftungsaufsichtsbehΓΆrde aufgelΓΆst.

Familien Bernheim und Weil

GE, Uhren
β–Ά  250–300 Millionen
Dem unabhΓ€ngigen Uhrenhersteller Raymond Weil geht es gemΓ€ss Aussagen von Elie Bernheim (41), Chef und Vertreter der dritten Generation, gut. Die Marke, die hauptsΓ€chlich in den angelsΓ€chsischen LΓ€ndern – allen voran den USA und Grossbritannien – tΓ€tig ist, profitierte vom anhaltenden Wachstum dieser Volkswirtschaften und blieb von den Schliessungen in Asien, wo sie weniger prΓ€sent ist, verschont. Die Jahresproduktion der Genfer Manufaktur mit rund 120 BeschΓ€ftigten belΓ€uft sich auf mehrere zehntausend StΓΌck. Deren Preise bewegen sich zwischen 1000 und 4000 Franken. Die neuste, Genf gewidmete Serie Freelancer ist auf 310 Exemplare limitiert. Elie Bernheim, der auch eine poetische Ader besitzt, schreibt zurzeit an seinem zweiten Roman, der 2023 erscheinen soll.

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Elie Bernheim
lucien FORTUNATI
Elie Bernheim
lucien FORTUNATI

Jean-Claude Biver

SZ, Uhren
β–Ά  150–200 Millionen
Zwar hat er sich hΓΆchstselbst in den Ruhestand geschickt, nicht zuletzt wegen einer chronischen LungenschwΓ€che. Doch sich im Ohrensessel zurΓΌckzulehnen, ist nicht das Ding von Jean-Claude Biver. Β«Man kann zwar in einem Job pensioniert werden, aber nicht in der Leidenschaft. Die bleibtΒ», sagte der Tausendsassa der Uhrenbranche gegenΓΌber der Β«HandelszeitungΒ».
Und so meldete er sich Anfang Jahr mit neuen Ideen zurΓΌck. Doch diesmal will der 73-JΓ€hrige nicht wie frΓΌher einen bestehenden Uhrenbrand aufpolieren, sondern seine eigene Marke lancieren – unbescheiden unter dem KΓΌrzel JCB. Mit von der Partie ist Sohn Pierre (24). Im Juli hat das Duo in Schindellegi die Firma JC Biver aus der Taufe gehoben. Damit ist Jean-Claude Biver der wohl Γ€lteste Jungunternehmer der Schweiz. Bislang wurde nur wenig bekannt ΓΌber die JCB. So soll die StΓΌckzahl mit jΓ€hrlich einigen Dutzend sehr klein sein, eine Uhr wird dafΓΌr bis zu 600'000 Franken kosten.
Jean-Claude und Pierre Biver.
Fred Merz / Lundi 13
Jean-Claude und Pierre Biver.
Fred Merz / Lundi 13

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Georges Kern

ZH, Uhren
β–Ά  150–200 Millionen
Es ist neues Terrain, auf das sich der Breitling-Chef da vorwagt: Als Vorstandsmitglied der GrΓΌnliberalen im Kanton ZΓΌrich ist Georges Kern einer der wenigen Topmanager, die sich in der Politik engagieren. Β«Ich bin ein grΓΌner LiberalerΒ», begrΓΌndet der 57-JΓ€hrige den Schritt. Sein Ziel: die GLP fΓΌr die Wirtschaft interessant zu machen. Doch zu mehr fehlt ihm die Zeit. Kern ist mit etwa fΓΌnf Prozent an dem Uhrenhersteller beteiligt, seit letztem Herbst sind auch die Zuger Partners Group mit einer zweistelligen Beteiligung und Co-GrΓΌnder Alfred Gantner als Verwaltungsrat an Bord.
Der BΓΆrsengang ist durch die Finanzmarktturbulenzen erst mal in den Hintergrund getreten. Doch das GeschΓ€ft lΓ€uft weiter gut: Bei einem Wachstum von 25 Prozent in diesem Jahr ist fΓΌr 2023 die Aufnahme im edlen Club der UmsatzmilliardΓ€re fest im Visier.
Georges Kern.
Phil MΓΌller fΓΌr Bilanz
Georges Kern.
Phil MΓΌller fΓΌr Bilanz

GΓ©rard Wertheimer

GE, LuxusgΓΌter, Mode, Immobilien, Wein
β–²  38–39 Milliarden
Chanel im HΓΆhenflug! Das berΓΌhmte Haute-Couture-Haus hat den Corona-Schock mehr als wettgemacht. 2021 resultierten in allen Kategorien – von Mode ΓΌber Lederwaren, Uhren, Parfums bis hin zu Pflegeprodukten – neue Verkaufsrekorde. Die berΓΌhmte Marke mit dem Doppel-C steigerte ihren Umsatz auf 15,6 Milliarden Dollar. Das sind satte 27  Prozent mehr als 2019, dem Vor-Pandemie-Jahr. Die Betriebsgewinnmarge erreichte 35 Prozent, der Reingewinn explodierte regelrecht auf vier Milliarden.

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In Anbetracht solcher Zahlen drΓ€ngte sich eine Neubewertung des VermΓΆgens der Chanel-Besitzer GΓ©rard (72) und Alain Wertheimer (74) auf. Denn der LuxusgΓΌterkonzern ist die wertvollste, aber lΓ€ngst nicht die einzige Preziose im weitlΓ€ufigen Portfolio der BrΓΌder: Hinzu kommen Immobilien, Top-WeingΓΌter, eine aussergewΓΆhnliche Weinsammlung sowie eine Rennpferdezucht – ganz in der Tradition des Modehauses, dessen GrΓΌnderin Gabrielle (Β«CocoΒ») Chanel leidenschaftliche Reiterin war. Den Gesamtwert von gegen 80  Milliarden teilen sich die beiden Wertheimer brΓΌderlich – macht fΓΌr jeden um die 40 Milliarden.
Alain Wertheimer wohnt in New York, wΓ€hrend GΓ©rard im Kanton Genf lebt. Die 1910 von der Pariserin Coco Chanel gegrΓΌndete Marke wird neu von der Bond Street in London aus geleitet. Die Gruppe erhielt ebenfalls eine britische Firmenstruktur verpasst: Die BrΓΌder Wertheimer halten 100 Prozent des Chanel-Kapitals ΓΌber die Firma Litor mit Sitz auf den Cayman Islands, wΓ€hrend ihr Family Office Mousse Partners auf Bermuda domiziliert ist. Nach der Umstrukturierung kΓΆnnen sich die BrΓΌder mit der GeschΓ€ftsΓΌbergabe an die vierte Generation befassen. In Fachkreisen kursieren die Namen von zwei mΓΆglichen Nachfolgern: Nathaniel Wertheimer, der Sohn von Alain, sowie Arthur Heilbronn, sein Cousin.

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